Schorndorf

B 29: Erstmal keine Gefahr durch Hitzeblasen

B29 Teer bildet Blasen Geschwindigkeitsbegrenzung Tempo 60
Derzeit ist nicht zu befürchten, dass der Belag auf der B 29 wieder Blasen wirft und ein Tempolimit wie im Hitzesommer 2014 notwendig ist. © Habermann/ZVW (Archiv)

Waiblingen. Seit Dienstag gelten in Baden-Württemberg die ersten Tempolimits wegen der heißen Temperaturen. Auch auf der B 29 mussten die Autofahrer in den vergangenen Jahren immer wieder auf Tempo 60 km/h abbremsen - aus Sicherheitsgründen. Aktuell konnten noch keine Anzeichen für eine Verkehrsgefährdung beobachtet werden.

„Auf der A 6 gilt wegen der hohen Temperaturen streckenweise das Limit 80 km/h“, meldete der Verkehrsfunk. Das Thema ist seit den letzten heißen Sommern im Rems-Murr-Kreis bekannt. Bei besonders hohen Temperaturen bildete der Straßenbelag auf der B 29 zwischen Schorndorf und Winterbach immer wieder Blasen.

Muss auch in diesem Jahr wieder temporär die Geschwindigkeit heruntergeschraubt werden? Wir haben beim Landratsamt und dem Regierungspräsidium nachgefragt.

Warum Tempolimits?

Ursache für die Tempolimits sind sogenannte „Blow-ups“. Das sind Abplatzungen des Straßenbelags. Normalerweise entstehen diese auf alten Betonfahrbahnen bei großer Hitze, ihr lokales Auftreten sei laut Regierungspräsidium nicht vorhersagbar. Das macht sie zur Gefahr für die Verkehrsteilnehmer.

Der Belag auf der B 29

Warum der Belag auf der B 29, der erst 2013 aufgebracht wurde, trotzdem so hitzeempfindlich reagiert, konnten bislang auch mehrfache Gutachten nicht zweifelsfrei klären. Ein Bauingenieur aus Urbach vermutete, dass beim Bau gepfuscht wurde (wir berichteten). Herbert Maier hat damals beobachtet, dass der Asphalt bei Dauerregen aufgebracht wurde. So sei es zu Wassereinschlüssen gekommen, die dann zu dem Schlamassel führten. Das Regierungspräsidium hielt dagegen, dass das „singuläre Regenereignis nicht als Ursache für die Schäden infrage kommt“. Aktuell wird vermutet, dass die Verformungen durch das Zusammenwirken mehrerer Faktoren entstehe.

Blasenbildung kann nicht ausgeschlossen werden

Doch egal, wo der Fehler nun liegt: Das Landratsamt kann die Möglichkeit einer Blasenbildung nicht grundsätzlich ausschließen. Man beobachte die Strecken bei heißen Temperaturen sehr aufmerksam, so dass bei einer Verkehrsgefährdung sofort eingegriffen werden könne, teilte ein Sprecher auf Nachfrage mit. Besonders schlimm waren die Verformungen 2014. Auch 2016 hätten sich Blasen gebildet, allerdings in wesentlich geringerem Umfang. Im Rest von Baden-Württemberg sind einige Autobahnen mit alten Betonbelägen von der Gefahr durch „Blow-ups“ betroffen. Die Tempolimits mit einer Beschränkung auf 80 km/h gelten seit Dienstag, immer von 10 bis 20 Uhr. Wenn die Tageshöchsttemperaturen wieder unter 30 Grad sinken, werden die Tempolimits aufgehoben.

Auch wenn momentan noch keine Gefahr droht: Wenn die Hitzewelle weiter andauert, ist es durchaus möglich, dass der Belag auf der B 29 wieder Blasen wirft.

Tempolimit 80 km/h

Auf Teilabschnitten der A 81 rund um das Autobahnkreuz Weinsberg gilt seit Dienstag Tempo 80. Auch auf der der A 7 zwischen Giengen und südlich von Niederstotzingen sind die Begrenzungen angeordnet, genauso wie auf den Autobahnen A 5 und A 6 im Bereich um das Autobahnkreuz Walldorf.

Im Bereich der A 8 um das Stuttgarter Kreuz, ist durch Baustellen bereits ein großer Teil geschwindigkeitsreduziert. Die übrigen Bereiche werden permanent beobachtet.