Schorndorf

Bahnunterführungen werden verschönert

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Auf den Boden ist ein neuer Kunstharzbelag aufgebracht worden. © ZVW/Gaby Schneider
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Projektleiter Andreas Wesel (rechts) und sein Kollege Nicolai Wiederhold zeigen den Ist-Zustand in der Bahnunterführung.

Schorndorf. Ungeachtet dessen, dass die Bahnunterführungen nach Einschätzung des städtischen Fachbereichsleiters Infrastruktur, Herbert Schuck, „ein Thema, das man nie ganz in den Griff kriegen wird“, sind, hat sich die Stadt wenige Wochen vor Beginn der Gartenschau daran gemacht, die Unterführungen in einen optisch ansprechenden und einladenden Zustand zu versetzen.

Die Firma Betec, eine Tochter des Schorndorfer Traditionsunternehmens Leibbrand, hat in den letzten Tagen regelmäßig in zwei Schichten bis 22 Uhr und auch am Samstag und am Sonntag durchgearbeitet, um die Hauptunterführung zwischen Rosen- und Grabenstraße optisch auf Vordermann zu bringen. Und sich, wie Projektleiter Andreas Wesel sagt, nebenbei auch noch um die Menschen zu kümmern, die auf Hilfe angewiesen waren, weil während der in zwei Abschnitte unterteilten Arbeiten zeitweise auch der Aufzug blockiert beziehungsweise nicht zugänglich war. Um auch während der Arbeiten jeweils den Durchgang von Nord nach Süd und umgekehrt sicherzustellen, ist die Unterführung in Längsrichtung halbiert worden, so dass er auf der einen und dann auf der anderen Seite ungestört gearbeitet werden konnte.

Kommunikation zwischen Stadt und Bahn hat sich verbessert

Wobei es, wie Herbert Schuck sagt, zunächst einmal nur um Kosmetik und Optik geht, es damit auf Dauer aber nicht getan sein könne, weil die Probleme, was Konstruktion und Bewehrung angehe, tiefgründiger seien als das, was sich mit Abstrahlen, Grundieren und neuer Farbe lösen und übertünchen lasse. So brauche es an der Decke eine Vorsatzschale und eine Rinne, damit kein Wasser mehr heruntertropfe, sagt der Fachbereichsleiter und verweist in diesem Zusammenhang auf eine im Vergleich zu früheren Jahren deutlich verbesserte Kommunikation zwischen Stadt und Bahn (DB Station und Service AG), die ihn auch hoffen lässt, dass die rund 200 000 Euro, die in die Verschönerung der beiden Unterführungen im Bahnhofsbereich und auf Höhe des Busbahnhofs investiert, nicht komplett an der Stadt hängenbleibt. „Wir wollen mal sehen, was wir über die Bahn abschöpfen können“, sagt Herbert Schuck, der den Umstand, warum in Schorndorf im Gegensatz zu anderen Kommunen bei den Bahnunterführungen unterhaltspflichtig ist, so begründet: „Dummerweise haben wir uns da vor ein paar Jahren ein bisschen über den Tisch ziehen lassen.“ Jetzt aber gebe es erste positive Signale, dass die Bahn selber auch ein Interesse habe, sich in den Schorndorfer Unterführungen in ein besseres Licht zu rücken. Weshalb Schuck mittelfristig erwartet, dass die Bahn ein Generalsanierungskonzept vorlegt.

„Eine gefühlte Million“ Kaugummis entfernt

Zunächst einmal aber kümmert sich darum im Auftrag der Stadt die Firma Betec, die laut Andreas Wesel zunächst einmal damit beschäftigt war, „eine gefühlte Million festgetretene Kaugummis“ wegzustrahlen, und zwar „händisch“, weil ihnen anders gar nicht beizukommen war. Nicht zuletzt wegen der Kaugummis, die vom vielen Darüberlaufen nach und nach schwarz werden, macht der neue dunklere Bodenbelag Sinn – aufgebracht in Form eines schnell trocknenden Kunstharzbelage, wie man ihn von Parkhausbeschichtungen her kennt. In diesem Zusammenhang ist auch der Pflasterbelag, der den Zugang von der Grabenstraße her markiert hat, beseitigt und barrierefrei gestaltet worden. Komplettiert werden soll die Aufwertung der Unterführung im Bahnhofsbereich durch eine neue LED-Beleuchtung und eine neue Beschilderung. Außerdem könnte sich Herbert Schuck vorstellen, dass die Wände ähnlich wie in der Fußgängerunterführung Burgstraße mit vorgelagerten Platten bestückt werden, die - zumal wenn sie auch noch künstlerisch gestaltet werden, als gestalterisches Element wirken können. All das, hofft der Fachbereichsleiter, sollte doch eine Hemmschwelle sein, dass die Unterführung nicht gleich wieder mit allen möglichen Bäbbern verklebt und mit eher weniger künstlerisch wertvollen Graffities verunstaltet wird, damit die vielen Gartenschau-Besucher, die vom 10. Mai an mit dem Zug nach Schorndorf kommen, nicht gleich erschrecken. Andererseits weiß auch Herbert Schuck: „Bei 30000 Berufsschülern in unmittelbarer Bahnhofsnähe, da geht natürlich schon was ab.“


Stellungswechsel

Wenn die Unterführung im Bahnhofsbereich fertig ist, zieht die Firma Betec um und nimmt die Verschönerungsaktion in der Unterführung zwischen Busbahnhof und Breuninger-Areal in Angriff, bei der geplant ist, dass sie im Zuge der Neubebauung des Breuniger-Areals zur Heinkelstraße hin aufgeweitet wird und dadurch eine hellere und freundlichere Anmutung bekommt.

Die jetzige Sanierung, zeitlich terminiert vom 22. März bis 12. April, macht eine Vollsperrung der schmalen Unterführung erforderlich. Ausgewichen muss auf die Unterführung im Bahnhofsbereich., die dann wieder voll nutzbar ist.