Schorndorf

Baldige Rückkehr zu 3G: Zuversicht bei den Schorndorfer Gastronomen

Geschlossen
Lena Galagorri vom Café de Ville freut sich auf die anstehenden Lockerungen. © Büttner

Bereits vor dem Bund-Länder-Treffen am Mittwoch forderte der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Lockerungen der strengen Corona-Maßnahmen in der Gastronomie. Jetzt soll ab dem 4. März bundesweit die 3G-Regel gelten. Der Restaurantbesuch und Barbesuch soll also wieder mit einem negativen, tagesaktuellen Test und ohne Impfung möglich sein. Auch die Clubs und Diskotheken sollen wieder öffnen dürfen, allerdings nur unter 2G plus. Die Betreiber von Restaurants und Bars stimmen diese Neuigkeiten glücklich. Sie spüren bei ihren Kunden den Drang, wieder unter Leute gehen zu wollen.

Merhwertsteuerreduzierung bringt nicht jedem etwas

Für die Schorndorfer Gastronomen gilt vorerst weiterhin 2G. Die Umstellung zurück auf 3G würde gerade in wärmeren Monaten zumindest einen kleinen Unterschied beim Umsatz machen, erklärt die Inhaberin des Café de Ville, Lena Galagorri. Allerdings weist sie darauf hin, dass einige ungeimpfte Leute ihrer Erfahrung nach selbst dann nicht dazu bereit sind, sich testen zu lassen. Für das Geschäft in ihrem Café am Brünnele würde eine Rückkehr zu 3G tagsüber aber ohnehin keinen gravierenden Unterschied machen, sagt sie. Schließlich sei die Bereitschaft, sich extra für eine Tasse Kaffee testen zu lasen, sehr gering. „Vor allem, wenn im Einzelhandel gar kein Test mehr erforderlich ist“, merkt sie an.

Abends hingegen, das Café de Ville hat freitags und samstags immerhin bis 0 Uhr geöffnet, sehe das durchaus anders aus. „Wenn die Leute einen draufmachen wollen, sind sie schon eher bereit, sich testen zu lassen“, sagt Lena Galagorri.

Der Dehoga-Bundesverband fordert allerdings nicht nur die 3G-Regel in der Gastronomie, sondern auch die Aufhebung der Frist für die Mehrwertsteuerreduzierung. Denn seit dem 1. Juli 2020 beträgt die Umsatzsteuer für Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen nur sieben statt 19 Prozent. „Die dauerhafte Geltung der Sieben-Prozent-Mehrwertsteuer auf Speisen in Restaurants gibt den Betrieben die notwendigen Spielräume, um Mitarbeiter zu halten und zurückzugewinnen“, teilte jüngst Dehoga-Präsident Guido Zöllick mit.

Lena Galagorri würde die dauerhafte Reduzierung der Mehrwertsteuer kaum etwas bringen. Denn diese gilt, wie sie erklärt, nur für Speisen. Getränke, mit denen sie zum größten Teil ihren Umsatz macht, sind davon ausgenommen. „Ich habe dadurch nur einen minimalen Gewinn und buchhalterischen Mehraufwand.“

Ganz im Gegensatz zu Matthias Kalafatis, Geschäftsführer der Kalaluna Bowling & Sportsbar. Für ihn ist die Mehrwertsteuerreduzierung „schon ein großer Vorteil“. Er bezeichnet die anstehenden Lockerungen als ein „Hoffnungszeichen der Regierung“. Seiner Meinung nach ein längst überfälliger Schritt, da der Bevölkerung endlich wieder Hoffnung gemacht werden müsse. Außerdem findet er gut, dass er und seine Mitarbeiter mittlerweile keine Kontaktdaten mehr aufnehmen müssen. „Das ist schon eine Riesenerleichterung.“

Viele Leute gehen jetzt schon von der 3G-Regel aus

Matthias Kalafatis glaubt daran, dass die Rückkehr zu 3G für einen gewissen Aufschwung im Geschäft sorgen kann. Aus seiner Erfahrung in den vergangenen Wochen weiß er: „Die Leute sind hungrig, wollen raus und wieder unter Menschen kommen.“ Ebenfalls freut ihn, dass Kunden, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen dürfen, nun wieder in seine Bar kommen können. Natürlich immer unter der Voraussetzung, sich ordnungsgemäß getestet zu haben, wie er betont.

Auch Georgios Vlassidis, der unter anderem das Eiscafé Santa Lucia in der Höllgasse betreibt, freut sich über anstehende Lockerungen. „Das wird auf jeden Fall eine positive Auswirkung haben“, sagt er.

Schade findet er nur, dass die Gastronomie damit „spät dran“ ist. Denn weil der Einzelhandel bereits lockern durfte, kommt es in seinem Eiscafé immer wieder zu Missverständnissen.

Viele Kunden, so erzählt er, gehen jetzt schon von 3G aus und reagieren dann bei der Nachweiskontrolle verärgert. Das liegt laut dem Gastronomen auch an der Kommunikation der Entscheidungsträger in der Politik. „Das erschwert am Ende unseren Alltag und die Kunden sind verständlicherweise enttäuscht.“

Mit der Umstellung auf die 3G-Regel, die nichts Neues für die Gastronomie ist, wisse man im Santa Lucia wenigstens, woran man ist. „Die vergangene Zeit war schon schwer. Wir hoffen natürlich alle auf mehr Arbeit und mehr Umsatz“, sagt Georgios Vlassidis. Deshalb hofft er, dass sich die Einschränkungen in den kommenden Monaten weiter lockern und er irgendwann in den Normalbetrieb zurückkehren kann.

Manche Menschen sind immer noch etwas eingeschüchtert

Dass es die Leute langsam wieder nach draußen und in die Gesellschaft zieht, hat auch Georgios Vlassidis bemerkt. Trotzdem haben einige weiterhin etwas Angst vor dem Coronavirus, wie er sagt. An Kundschaft dürfte es den Gastronomen Schorndorfs ungeachtet dessen nicht fehlen.

Die Reduzierung der Mehrwertsteuer war auch für das Eiscafé von Georgios Vlassidis hilfreich. Angesichts der trotzdem schweren zurückliegenden Geschäftsmonate befürwortet auch er den Vorschlag der Dehoga, daran festzuhalten: „Wir hatten genug zu kämpfen. Das wäre eine kleine Stütze.“

Bereits vor dem Bund-Länder-Treffen am Mittwoch forderte der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Lockerungen der strengen Corona-Maßnahmen in der Gastronomie. Jetzt soll ab dem 4. März bundesweit die 3G-Regel gelten. Der Restaurantbesuch und Barbesuch soll also wieder mit einem negativen, tagesaktuellen Test und ohne Impfung möglich sein. Auch die Clubs und Diskotheken sollen wieder öffnen dürfen, allerdings nur unter 2G plus. Die Betreiber von Restaurants und Bars stimmen diese

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