Schorndorf

Bewegungskindergarten wird 1,2 Millionen Euro teurer

1/4
11f60d4d-afae-4394-9854-d6e62ccc8fde.jpg_0
Pascale Sonnek und Thorsten Englert im Rohbau der Bewegungswelt, wo unter anderem Kletterwand und Bodentrampoline aufgebaut werden. © Palmizi/ZVW
2/4
bewegkinder
Toller Ausblick auf das Stadion und die Daimlerstadt. © ALEXANDRA PALMIZI
3/4
bewegkinder
Gucklöcher in der Decke: Von oben können die unter Dreijährigen das Geschehen im Ü-3-Erdgeschoss beobachten. © ALEXANDRA PALMIZI
4/4
_3
Pascale Sonnek und Thorsten Englert, Stadt Schorndorf, führen über die Kindergarten-Baustelle im Sportpark Rems. Ab Juli 2019 wird nicht nur der Nachwuchs im Bewegungskindergarten toben.

Schorndorf. „Leider etwas mehr“ wird der neue Bewegungskindergarten im Sportpark Rems kosten, rückt Bürgermeister Thorsten Englert gleich zu Beginn mit der schlechten Nachricht heraus. Statt der geplanten 6,8 wird die Anlage wohl acht Millionen Euro kosten. Vor allem die unvorhergesehen aufwendige Beseitigung der Reste des ehemaligen Freibads treibe die Kosten in die Höhe, erläutert Pascale Sonnek vom Fachbereich Gebäudemanagement der Stadt. 95 Kinder können dort ab Juli 2019 toben. Auch Vereine werden von dem sportlichen Angebot profitieren.

Sich vorzustellen, dass in knapp einem Jahr rund 100 Kinder in den Räumen des Bewegungskindergartens toben, auf Trampolinen hüpfen und Kletterwände erklimmen werden, das fällt derzeit noch schwer. Noch prägen Handwerker, Beton und Stahl die Baustelle. Doch die Begeisterung von Pascale Sonnek für den neuen Bewegungskindergarten unter Trägerschaft der Awo ist zu spüren. Große Fenster ermöglichen einen tollen Blick aufs Stadion, über schräge Fenster im Boden können die ganz Kleinen im ersten Stock Blicke auf die älteren Kinder im Erdgeschoss werfen.

Dazu wird es Spiel- und Sportgeräte und zwei Außenbereiche für den Nachwuchs geben. Das klingt gut. Der Anstieg der Kosten von 6,8 auf acht Millionen Euro trübt diesen Ausblick.

Drei Gründe sind für die, Stand Ende Juli, 1,2 Millionen Euro Mehrkosten verantwortlich, listet Thorsten Englert auf. Zum einen sei es die Baukostenentwicklung insgesamt, „Bauen wird immer teurer.“ Zum anderen habe man eine – beispielsweise im Vergleich zum Burg-Gymnasium – kürzere Planungszeit zur Verfügung gehabt. Dann funkten auch noch die Zahlen der neuesten Kindergartenbedarfsplanung dazwischen. Statt vier Ü-3- und zwei U-3-Gruppen plane die Stadt nun jeweils drei Gruppen ein. Daher habe man kurzfristig umplanen müssen. Doch „das größte Drama“ habe man im Erdreich vorgefunden, übergibt Englert das Wort an Pascale Sonnek.

Pascale Sonnek: „Es wurde hier Schrott entsorgt“

Zwar habe man vorher die geologische Unterschicht untersucht, doch mit dem Ausmaß an Schadstoffen im Erdreich hätten die Verantwortlichen nicht rechnen können, betont Sonnek. Der Bewegungskindergarten entsteht auf einem alten Sportplatz. Dieser wiederum wurde auf dem ehemaligen Freibad Altlache angelegt. Und damals habe man scheinbar keine großen Mühen darauf verwendet, die Überreste des Bads zu beseitigen. Im Gegenteil habe man das Loch wohl eher als Deponie benutzt, sagt Pascale Sonnek: „Es wurde hier Schrott entsorgt.“ Für den Neubau des Kindergartens war es daher nötig, Teile der Freibadüberreste „sehr teuer zu entsorgen“, sagt Sonnek, auf die Vorschriften verweisend. Die Kosten trägt die Stadt Schorndorf.

Und somit überrascht es nicht, dass der Nachwuchs, zuerst aus dem Sonnenbogen, wohl erst im Juli nächsten Jahres die neuen Räume beziehen kann, und nicht bereits im Frühjahr. Dann werden weitere Gruppen in den Bewegungskindergarten einziehen. Bildung und Fortbewegung: Man wolle die Jüngsten in Sachen Bewegung fördern, hält Thorsten Englert fest. Was die Kinder erwartet, zeigt nun Pascale Sonnek.

Zwei Kleinsporthallen werden gebaut. In der einen kann getobt, geklettert und gehüpft werden, die andere ist als Gymnastikraum konzipiert. Ein Kiosk für den Stadionbetrieb soll ebenfalls eingerichtet werden. Doch dieser und die Umkleidekabinen für das Stadion werden baulich vom Kindergartenbereich getrennt. Die 160 Quadratmeter große Bewegungswelt soll hauptsächlich für den täglichen Betreuungsbetrieb zugänglich sein, später am Tag für Vereine. Als Ergänzung wird es die Gymnastikwelt mit 200 Quadratmetern geben – und im Kindergarten selbst Ganztagsgruppen für unter und über Dreijährige sowie Gruppen mit verlängerten Öffnungszeiten.

Im Erdgeschoss entsteht ein großer Bereich für die 65 Ü-3-Kinder. Große Glasfenster sorgen für genügend Tageslicht. Auch der zentrale Essbereich liegt unten. Vor den Fenstern erstreckt sich der Außenbereich, geplant ist hier unter anderem ein Kletterseilgarten. Gucklöcher in der Decke sorgen für Verbindungen zwischen Kleinen und ganz Kleinen. Im ersten Stock werden die U-3-Gruppen (30 Kinder) untergebracht.

Die Räume habe man nun so konzipiert, dass dort bei Bedarf alle Altersstufen untergebracht werden können. Oberlichter sorgen für Tageslicht. Nebenan entsteht die Gymnastikwelt, die nachmittags und abends für Vereine offen steht. Eine Dachterrasse gibt es ebenfalls. Auf dem Dach wird es eine Fotovoltaikanlage geben.

Klettern und Sitzen

Der Deutsche Alpenverein, Sektion Schorndorf, plant auf dem Gelände der ehemaligen SG-Vereinsgaststätte den Bau einer Kletter- und Boulderhalle (wir haben berichtet). Allerdings gibt es noch keinen fixen Termin.

Für rund 300 000 Euro plant die Stadt bis August/September, die Stadiontribüne zu überdachen, teilt Thorsten Englert mit.