Schorndorf

Bezirkssynode Schorndorf: Wohin steuern die Kirchengemeinden?

Bezirkssynode
Vorsitzender Matthias Eisenhardt und Dekanin Juliane Baur. © Ute Ott

Noch liegen die neusten Zahlen nicht auf dem Tisch, doch im zweiten Lockdown haben bereits viele der Kirche den Rücken gekehrt. „Wenn Menschen Kurzarbeit haben, sehen sie die Kirchensteuer möglicherweise als etwas, das sie einsparen können“, sagt Dekanin Juliane Baur. Auch wenn noch keiner weiß, wie stark die Kirchensteuer tatsächlich einbrechen wird: Juliane Baur geht davon aus, dass auf die Evangelische Kirche spürbare Einschränkungen zukommen werden. Die Auswirkung der Pandemie auf die Kirche zeigt sich auch an der Zahl der Taufen. Diese ist Baur zufolge deutlich zurückgegangen, weil die Menschen derzeit nicht feiern dürfen. „Wenn sich das fortsetzt, ist es schwierig“, sagt sie. Eine Taufe bedeute die Aufnahme in die Kirche. In der Grundschule besuchten normalerweise noch alle Kinder den Religionsunterricht, in den weiterführenden Schulen gingen dann aber viele in den Ethik-Unterricht. „Irgendwann, weiß Juliane Baur, „gehen sie verloren.“

Dekanin Juliane Baur warnt vor Überforderung

Die Frage, wie in Zeiten der Pandemie die Zukunft der Kirche aussieht, hat auch die Frühjahrs-Bezirkssynode umgetrieben. „Wie wird es weitergehen in den Kirchengemeinden vor Ort, mit der Gemeindearbeit, mit Angeboten für bestimmte Zielgruppen, in der Sorge für die Randgruppen der Gesellschaft?“, so die Dekanin in ihrer Ansprache. Wie wird es finanziell und inhaltlich in der Landeskirche weitergehen und wie im Kirchenbezirk? Ende Februar habe dazu digital bereits eine erste Klausurtagung des Kirchenbezirksausschusses stattgefunden, weitere würden folgen. Für die Kirche im Kirchenbezirk solle eine positive Vision für Kirche entwickelt werden. „Positiv und zugleich realistisch“, betonte sie. Die Dekanin warnte allerdings davor, sich selbst immer nur noch weiter unter Druck zu setzen, alles selbst leisten, jeden Anspruch verwirklichen zu müssen, jeder Erwartung nachzugeben. „Das wäre Überforderung und sogar Überheblichkeit“, sagte sie. Zum Glauben gehöre, die eigenen Grenzen wahrzunehmen und anzuerkennen, seine Gaben anzunehmen und den entlastenden Zuspruch zu hören an den Stellen, an denen es nicht weitergeht.

Der Schwerpunkt der Bezirkssynode lag in diesem Jahr auf dem Bericht von Schuldekan Martin Hinderer, der im Sommer in den Ruhestand geht. In seiner Rede gab der scheidene Schuldekan einen Rückblick auf die vergangenen Jahre seiner Arbeit und unterstrich die Bedeutung des konfessionellen Religionsunterrichts. Zuletzt war der Religionsunterricht aufgrund von Corona in den Schulen häufig weggefallen. Wenn Religion unterrichtet wurde, dann meist konfessionsübergreifend. Für Schuldekan Martin Hinderer ist der Bildungsauftrag eine wichtige Aufgabe der Kirche, die bereits in den Kindergärten beginnt.

Entschieden hat die Bezirkssynode, einen Bezirksarbeitskreis für Senioren einzurichten und das Projekt Konfi 3 einzuführen. Dabei handelt es sich in einer Art Vorgriff auf den Kofirmationsunterricht um ein Konzept für Drittklässler. In kleinen Gruppen, die von Müttern und Vätern zu Hause betreut werden, sollen sich die Kinder kennenlernen, zusammen basteln und über christliche Themen wie Taufe und Abendmahl miteinander ins Gespräch kommen.

Noch liegen die neusten Zahlen nicht auf dem Tisch, doch im zweiten Lockdown haben bereits viele der Kirche den Rücken gekehrt. „Wenn Menschen Kurzarbeit haben, sehen sie die Kirchensteuer möglicherweise als etwas, das sie einsparen können“, sagt Dekanin Juliane Baur. Auch wenn noch keiner weiß, wie stark die Kirchensteuer tatsächlich einbrechen wird: Juliane Baur geht davon aus, dass auf die Evangelische Kirche spürbare Einschränkungen zukommen werden. Die Auswirkung der Pandemie auf die

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