Schorndorf

Bistro Lo Calo in Schorndorf: Mutiger Start in der Pandemie

LoCalo
Seit kurzem gibt es das Lo Calo. © ALEXANDRA PALMIZI

Es gehört viel Mut und Zuversicht dazu, im tiefsten Lockdown ein Lokal zu pachten und zu renovieren. Reiner und Susanne Fischer haben dies getan. Mitten in der Corona-Zwangspause haben die beiden das ehemalige Bistro Eclat an der Konstanzer-Hof-Gasse gepachtet und begonnen, neues Leben in die Räume zu bringen. Entstehen sollte ein gemütliches Café/Bistro, in dem sich Gäste jedes Alters wohlfühlen sollen. Vor der Neueröffnung wurden die Räume saniert, das Bistro bekam außer einem anderen Namen auch neue Möbel – und ein anderes Konzept. Wie bewerten die neuen Gastronomen ihre Entscheidung heute?

Personal zu finden ist ein Riesenproblem

Fakt ist: Der Plan, eine einfache, frische Küche mit Nudeln, Fisch und Salaten anzubieten, hat sich als schwerer rausgestellt als gedacht. Nicht etwa weil die Kücheneinrichtung nicht fertig geworden oder die Nachfrage nicht vorhanden wäre. Die gute Nachricht ist: Die Gäste kommen. Doch das Personal fehlt. „Es ist ein Riesenproblem, Leute für die Küche und den Service zu finden“, sagt Reiner Fischer, der in Buhlbronn auch Geschäftsführer des Fischers-Früchte- Großhandels ist. Die ersten Tage seit der Eröffnung am 5. Juni hätten gezeigt, dass die Leute gern ins Lo Calo kommen: „Das Frühstück wird gut angenommen“, sagt Fischer. Auch für Feiern seien schon Reservierungen eingegangen. Doch noch stehen nur wenige Gerichte auf der Tageskarte, weil es an Mitarbeitern fehle. In der Küche steht zwar ein gelernter Koch, doch angesichts der 43 Plätze im Innern und der 40 Plätze auf der Terrasse bräuchte es nach Fischers Rechnung mindestens drei Servicekräfte, um die Arbeit bewältigen zu können. „Man hat hier eine hohe Frequenz“, sagt der Wirt. Die Tische würden schnell wieder besetzt. In diesem Monat werde er mit einer roten Null abschließen: Mehr Umsatz sei ohne weiteres Personal nicht möglich.

Der Start verzögerte sich wegen Corona um Monate

Als im Januar der Pachtvertrag unterschrieben war, war’s klar, dass das Bistro wegen Corona nicht gleich an den Start gehen konnte. Im März, hofften sie, sollte die Eröffnung aber gefeiert werden, doch die Infektionszahlen verzögerten den Start um Monate. Immerhin: Der Start Anfang Juni verlief recht unproblematisch, was Fischer auf den Verkauf von Kaffee to go zurückführt, den sie zuvor samstags mehrere Wochen lang praktiziert hätten, um sich bekannt zu machen. Bei seinen Gästen komme das Essen an, zudem versucht er, mit selbst gemachten frischen Frucht-Cocktails zu punkten. „Die Rückmeldungen der Gäste sind sehr positiv“, sagt Susanne Fischer. Doch noch seien die Plätze im Lokal sehr wechselhaft belegt, was nach Ansicht des Wirts auch eine Folge der Fußball-EM ist: „Wenn Deutschland spielt, haben wir keine Chance.“

Eine Kraftprobe ist so ein Anfang allemal. Dass an manchen Abenden kaum Leute da seien, gehe schon an die Nerven, sagt der Buhlbronner, der auch noch in seinem Großhandel für Obst, Gemüse und Schnittsalaten arbeitet, und deshalb jede Nacht um drei Uhr aufsteht. Von vier bis 8.30 Uhr arbeitet er für Fischers Früchte, danach zusammen mit seiner Frau Susanne im Lo Calo. Bis Herbst, hofft er, sollte das dringend nötige Personal an Bord sein, der Betrieb sich eingespielt haben. Mit dem Bistro wollten sich Fischers einen Traum erfüllen, bereuen sie heute ihre Entscheidung? „Ich würde es wieder so machen“, sagt er. Seine Frau stimmt ihm zu: „Es ist anstrengend, aber ich würde mich auf jeden Fall wieder so entscheiden.“

Es gehört viel Mut und Zuversicht dazu, im tiefsten Lockdown ein Lokal zu pachten und zu renovieren. Reiner und Susanne Fischer haben dies getan. Mitten in der Corona-Zwangspause haben die beiden das ehemalige Bistro Eclat an der Konstanzer-Hof-Gasse gepachtet und begonnen, neues Leben in die Räume zu bringen. Entstehen sollte ein gemütliches Café/Bistro, in dem sich Gäste jedes Alters wohlfühlen sollen. Vor der Neueröffnung wurden die Räume saniert, das Bistro bekam außer einem anderen

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