Schorndorf

Brigitte Aldinger will als Schorndorfer OB-Kandidatin standhaft bleiben

Brigitte Aldinger,
Brigitte Aldinger wünscht sich, dass auch andere Meinungen respektiert werden © Gabriel Habermann

Auch wenn sie aus dem ersten Wahlgang als Vorletzte – mit gerade mal 3,5 Prozent und 477 Stimmen – herausgegangen ist, zurückziehen und eine Wahlempfehlung für einen anderen Kandidaten abgeben, das wollte Brigitte Aldinger auf keinen Fall: „Es ist eine freie Wahl“, sagt die 56-jährige Diplom-Finanzwirtin und findet, dass grundsätzlich alle Kandidatinnen und Kandidaten eine Chance haben sollten: „Es muss eine echte Option geben.“ Im Übrigen wollte sie als Frau ein Statement für Standhaftigkeit geben – gerade in einer Stadt wie Schorndorf, wo alle zwei Jahre der Barbara-Künkelin-Preis an couragierte Frauen vergeben wird. Und noch ein Motiv hat sie fürs Weitermachen: Weil nicht alle wissen, dass es bei OB-Wahlen die Möglichkeit gibt, auf dem Stimmzettel weitere Namen einzutragen, bleibt sie ganz offiziell dabei.

Vielleicht auch, weil sie den Wahlkampf in den vergangenen Wochen als fair erlebt hat – „von der Stadt und der Zeitung aus“. Aus Facebook-Diskussionen hat sie sich bewusst herausgehalten, weil sie lieber auf Dialog und persönlichen Austausch setzt. Außerdem, sagt Brigitte Aldinger, habe sie es abgelehnt, dass Unterstützer Empfehlungsleserbriefe für sie schreiben, weil sie nicht glaubt, dass das „zielführend ist“. Stattdessen will sie sich lieber auf die Sachebene konzentrieren und sich weiter starkmachen für ihr Hauptanliegen: für Basisdemokratie und Bürgerbeteiligung. Beides ist für sie gleichbedeutend: „Wer Basisdemokratie verurteilt und Bürgerbeteiligung gutheißt, weiß nicht, was Basisdemokratie bedeutet.“ Das Bürgervotum – wie zuletzt bei der Frage nach der Umgestaltung der Archiv- und Johann-Philipp-Palm-Straße – müsse auch vom Gemeinderat ernstgenommen und in der Entscheidung berücksichtigt werden.

Andere Meinungen respektieren

Standhaft bleiben, „auch wenn der Wind ziemlich streng um die Nase weht“, diese Erfahrung nimmt Brigitte Aldinger aus dem Schorndorfer OB-Wahlkampf für sich mit. Ganz grundsätzlich wünscht sie sich aber, dass in der öffentlichen Debatte auch andere Meinungen respektiert werden. „Wir brauchen wieder ein Wir“, fordert die 56-Jährige und plädiert für weniger hierarchische Strukturen und einen Paradigmenwechsel. Eine Lösung, sagt Aldinger, habe sie auch nicht immer parat, „aber wir sprechen oder diskutieren nicht“.

Vor einem Jahr hat sie noch Querdenker-Demonstrationen in Schorndorf organisiert, vielen Maßnahmen steht sie nach wie vor kritisch gegenüber, als Corona-Leugnerin sieht sich Brigitte Aldinger aber nicht. Sie selbst hat einen ärztlich bestätigten Antikörper-Nachweis im Blut, ist damit aus ihrer Sicht genesen und gut vor einer Infektion geschützt. Eine Corona-Impfung schließt sie für sich dennoch nicht aus – allerdings will sie noch auf einen Totimpfstoff warten.

Wie es – nach ihrer Kandidatur bei der Landtags-, Bundestags- und bei der OB-Wahl – politisch für sie weitergehen wird, das weiß sie noch nicht: „Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht.“

Auch wenn sie aus dem ersten Wahlgang als Vorletzte – mit gerade mal 3,5 Prozent und 477 Stimmen – herausgegangen ist, zurückziehen und eine Wahlempfehlung für einen anderen Kandidaten abgeben, das wollte Brigitte Aldinger auf keinen Fall: „Es ist eine freie Wahl“, sagt die 56-jährige Diplom-Finanzwirtin und findet, dass grundsätzlich alle Kandidatinnen und Kandidaten eine Chance haben sollten: „Es muss eine echte Option geben.“ Im Übrigen wollte sie als Frau ein Statement für

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