Schorndorf

Bunk-Leute streifen wieder durch die Altstadt

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Symbolbild. © ZVW/Danny Galm

Schorndorf. Mittlerweile im vierten Jahr hintereinander sorgen Mitarbeiter des privaten Sicherheitsdienstes Bunk von jetzt an wieder dafür, dass sich in der Innen- und in der Weststadt Lärmbelästigungen und Ruhestörungen in für die Anwohner erträglichen Grenzen halten. Der Vergleich der Jahre 2016 und 2017 zeigt, dass sich der Einsatz der sogenannten City-Streifen und der dafür investierten rund 20 000 Euro lohnen.

Die Mitarbeiter der Firma Bunk waren einer von der Verwaltung vorgelegten Aufstellung zufolge im vergangenen Jahr im Zeitraum von Anfang April bis Ende November an 43 Wochenendtagen beziehungsweise -nächten – weil sich die jeweils vierstündigen Dienstzeiten der Doppelstreifen auf den Zeitraum zwischen 0 und 5.30 Uhr konzentrieren – insgesamt 358 Stunden im Einsatz.

Die Zahl der registrierten Vorkommnisse ist eklatant zurückgegangen

Im Rahmen dieser City-Streifen wurde auf 129 Vorkommnisse reagiert, in sieben Fällen musste der Polizeivollzugsdienst hinzugezogen werden. Gegenüber dem Jahr zuvor ist die Zahl registrierten Vorkommnisse eklatant zurückgegangen, waren doch 2016 noch 292 Vorfälle registriert worden.

Auffällig ist vor allem der Rückgang beim Falschparken (von 129 auf 40), bei Lärm auf der Straße (von 45 auf 13) und bei Lärm, der direkt einer Gaststätte oder Bar zugeordnet werden konnte (von 49 auf 13). Leicht rückläufig im Vergleich der Jahre 2016 und 2017 war auch das Urinieren im öffentlichen Bereich (von 11 auf neun), während beim Aufenthalt auf öffentlichen Plätzen und da vor allem im Bereich von Schulen eine Zunahme von 25 auf 31 Vorkommnisse festgestellt worden ist.

Tendenz gleich bleibend heißt es bei Sonstigem, worunter aggressives Verhalten, überhöhte Geschwindigkeit, alkoholisierte Personen, schlafende Obdachlose und Sachbeschädigung fallen, mit jeweils 19 Fällen. Bezogen auf den Einsatztag bedeutet das, dass sich die Zahl der Vorkommnisse im Durchschnitt von sech auf drei reduziert hat.

Was sich natürlich auch auf die städtischen Einnahmen auswirkt: Hatten die von der Ortspolizeibehörde nach Berichterstattung durch die Firma Bunk eingeleiteten Ordnungswidrigkeitsverfahren 2016 Einnahmen von knapp 2400 Euro generiert, so waren es 2017 nur noch rund 930 Euro. Von den 38 Verfahren, die eingeleitet wurden, bezogen sich 31 auf Parkverstöße und sieben auf Urinieren im öffentlichen Bereich.

2019 macht’s der neue KOD

„Die Präsenz der uniformierten Bunk-Mitarbeiter zahlt sich aus“, konstatierte im Verwaltungsausschuss der Erste Bürgermeister Edgar Hemmerich, für den sich der Erfolg der City-Streifen vor allem auch daran bemisst, dass die Klagen aus der Weststadt weniger werden. Beschwerden aus der Weststadt und eine entsprechende Anregung des Weststadtvereins hatten überhaupt erst dazu geführt, dass sich der Gemeinderat mit dem Einsatz eines Sicherheitsdienstes befasst hatte, der dann im Jahr 2014 erstmals regelmäßig die gesamte Altstadt bestreift hat.

Von 2019 an soll die Firma Bunk allenfalls noch punktuell eingesetzt werden, weil bis dahin der als Pendant zum Kommunalen Vollzugsdienst neu aufgebaute Kommunale Ordnungsdienst (KOD) so weit sein soll, dass er mit der Aufgabe, in der Altstadt für Sicherheit und Ordnung zu sorgen, betraut werden kann.

Was im Verwaltungsausschuss von Seiten der Fraktionsvertreter durchaus positiv gesehen wurde. So sehr er die Arbeit der Firma Bunk schätze, so sehr sei ihm daran gelegen, dass in diesem Bereich die Stadt selber aktiv sei, meinte der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Berger, der den objektiv und subjektiv zu registrierenden Rückgang der beobachteten und gemeldeten Vorkommnisse so kommentierte: „So einen Rückgang würde sich die Polizei auch wünschen.“

Ebenfalls sehr zufrieden mit der Arbeit der Firma Bunk zeigt sich der CDU-Fraktionsvorsitzende Hermann Beutel, der erwartet, dass der Kommunale Ordnungsdienst von 2019 an „genauso unterwegs“ ist, „damit der Kontrolldruck nicht nachlässt“.

„Do sen Se g’fordert, Herr Hemmerich“, sagte Beutel an die Adresse des Ersten Bürgermeisters, in dessen Dezernat der Fachbereich „Sicherheit und Ordnung“ angesiedelt ist. Wichtig sei dieser Kontrollruck nicht zuletzt auch im Hinblick auf die Anlagen der Gartenschau, meinte FDP/FW-Stadtrat Kurt Mächtlen, ehe sich der Verwaltungs- und Sozialausschuss einstimmig für die Verlängerung des Überwachungsauftrags um ein weiteres Jahr aussprach.