Schorndorf

Bus fährt nicht mehr - Schüler auf Elterntaxi angewiesen

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An der Haltestelle am Buocher Gemeindehaus kommt um 14.15 Uhr kein Bus mehr für die Schüler aus dem Remshaldener Ortsteil: Sie müssen mit dem Elterntaxi zum Nachmittagsunterricht in der Grundschule Grunbach gebracht werden – aber nicht mehr lange. © Habermann/ZVW

Remshalden. Die neuen Busfahrpläne haben auch für Remshalden ab 1. Januar einige Veränderungen gebracht. Kurios und für die Betroffenen ärgerlich ist ein Detail: Weil die Linie 217 um 14.15 Uhr nicht mehr von Buoch nach Grunbach fährt, kommen die Schüler von dort nicht mehr ohne Fahrdienst der Eltern zum Nachmittagsunterricht. Ein Fehler, den der Landkreis schnell beheben will.

Im Moment bleibt den Buocher Eltern nichts anders übrig, als sich selbst zu helfen und in Fahrgemeinschaften ihre Kinder jeden Donnerstagnachmittag zur Grundschule nach Grunbach zu bringen. Bisher konnten die Schüler um 14.15 Uhr den Bus vom Gemeindehaus aus nehmen und waren rechtzeitig an der Schule, wo um 14.30 Uhr donnerstags der Nachmittagsunterricht beginnt. Doch mit der Neuordnung des öffentlichen Nahverkehrs durch den Landkreis ist diese Fahrt der Linie 217 plötzlich aus dem Fahrplan gefallen. Es musste also etwas herhalten, das man eigentlich gar nicht mehr haben will, weil es die Straßen vor den Schulen verstopft: das Elterntaxi.

Das Ganze sei ziemlich kontraproduktiv, meint Nicole Stockburger. Die Buocher Mutter findet an dem Vorgang zudem „etwas bedenklich“, dass bei der Neufassung der Fahrpläne niemand an die Schüler aus dem Remshaldener Teilort gedacht hat. 13 Kinder sind laut ihr betroffen. Hat man die Buocher wirklich vergessen? Oder wie kam es zu der ungeschickten Lücke im Fahrplan?

Kinder können über Mittag nicht so einfach in der Schule bleiben

Peter Zaar, der zuständige Dezernatsleiter im Landratsamt, erklärt auf Anfrage: „Der Landkreis geht grundsätzlich davon aus, dass die Schüler in der Regel die Mittagspause in der Schule verbringen können.“ Sprich: Dass sie zwischen Vormittags- und Nachmittagsunterricht nicht nach Hause fahren. Nicole Stockburger fragt sich allerdings, wie das gehen soll. Denn die Grundschüler dürfen nur über Mittag in der Schule bleiben, wenn sie beaufsichtigt sind. Dazu gibt es die Kernzeitbetreuung, die aber hoffnungslos überfüllt ist. „Mir steht so ein Platz nicht zu als teilzeitbeschäftigte Mutter“, sagt Nicole Stockburger.

Gemeinde und Landratsamt widersprechen sich in ihren Aussagen. Aus dem Rathaus kommt die Auskunft, es habe keine Abstimmung mit der Gemeinde gegeben. Peter Zaar vom Landratsamt sagt dagegen, die Fahrpläne seien „x-fach“ mit den beteiligten Kommunen abgestimmt. Alle Fahrplanänderungen hat der Gemeinderat beschlossen. Der Weinstädter Busunternehmer Markus Dannenmann, der sich auf die neu ausgeschriebenen Nahverkehrsangebote bewarb und unter anderem den Zuschlag für die Linie 217 bekam, hat nach eigener Aussage beim Landkreis rückgefragt, ob die wegfallenden Fahrten in dem Fall wirklich nicht mehr nötig seien. Das sei mit einem Ja beantwortet worden, sagt er.

Problem fiel erst auf, als die Änderung schon stand

Peter Zaar sagt, es sei erst durch den Wegfall der Fahrten klar geworden, dass diese Zeiten von Schülern benötigt würden, um zur Schule zu kommen. Das Landratsamt habe inzwischen auch von der Grundschule erfahren, dass es für die Schüler nicht genügend Betreuungsplätze gibt. „Aus diesem Grund versuchen wir nun unser Bestes, um die alte Fahrt um 14.15 Uhr wiederherzustellen“, so der Dezernent. Stattdessen soll die Fahrt um 15.15 Uhr wegfallen, um die Nachbesserung kostenneutral und gemäß Lenkzeitenvorschrift für die Busfahrer hinzubekommen. Dazu müsse allerdings erst geprüft werden, wie viele Fahrgäste die Fahrt um 15.15 Uhr nutzen, und eine mindestens einwöchige Zählung durchgeführt werden. „Je nach Auslastung können wir die beiden Fahrten tauschen“, sagt Zaar. „Damit wäre dann auch das Problem für die Realschüler gelöst.“

Eine Lösung für ein anderes Problem des neuen Fahrplans soll es auch geben. Der Bus um 16.07 Uhr, mit dem die Grundschüler nach dem Nachmittagsunterricht immer von Grunbach zurück nach Buoch gefahren sind, fährt nämlich nach dem neuen Fahrplan nicht mehr an der Grundschule vorbei. Das heißt, die Schüler müssen um 16 Uhr, wenn der Unterricht endet, zum Reinhold-Maier-Platz hetzen. Auch hier reagiert das Landratsamt. Peter Zaar sagt, der Bus werde donnerstags nun wieder über die Schule geführt. Nicole Stockburger und die anderen Buocher Eltern freut das. Was die fehlende Busfahrt angeht, meint Stockburger: „Ich bin guter Hoffnung, dass das nach den Faschingsferien wieder alles normal läuft.“

Weitere Veränderungen in Remshalden

Die Gemeinde Remshalden hat sich aufgrund des entsprechenden Gemeinderatsvotums für die Basisvarianten der neuen Linienbündel im Busverkehr entschieden, die keine zusätzlichen Kosten für die Kommune verursachen. Das hieß, dass teilweise Fahrten entfielen, teilweise welche dazukamen.

Zwischen Buoch und Grunbach entfielen zwar unter der Woche zwei Fahrtenpaare, dafür kamen samstags sechs und sonntags fünf Fahrtenpaare dazu.

Verbesserungen gab es auf der Linie 245, die Rohrbronn und Hebsack bedient. Montags bis freitags sowie sonntags kamen hier drei Fahrtenpaare hinzu, samstags wurde eines gekürzt. Ab 2019 werde sich laut Landratsamt der Busverkehr in und um Remshalden „am Wochenende wesentlich verbessern“.

Reduziert wurden ab 2018 die Fahrten des Ruftaxis.

Entfallen ist die Linie 227, wobei alle Fahrten, die für den Schülerverkehr wichtig seien, in der Linie 217a erhalten blieben, so Peter Zaar, der zuständige Dezernatsleiter im Landratsamt. Auch diese Änderung im Nahverkehr sei mit allen beteiligten Kommunen abgestimmt und aufgrund der geringen Fahrgastzahlen sogar vom VVS empfohlen.

„Die Implementierung neuer Busfahrpläne ist eine äußerst komplexe Angelegenheit“, sagt Peter Zaar. „Wir sind bestrebt, möglichst alle Interessen im Blick zu behalten. Dass das nicht immer gelingen kann, ist fast unvermeidlich.“ Wo es „Schwachstellen“ im neuen Fahrplan gebe, wie im Buocher Fall, werde man zeitnah nachbessern.