Schorndorf

Busfahrer nehmen Schorndorfer Chip nicht mehr an

Schorndorf Chip_0
Fast drei Millionen Mal ist der Schorndorfer Chip seit seiner Einführung vor fast 30 Jahren ausgegeben worden. © Schneider / ZVW / Archiv

Schorndorf. Bis Ende Februar ist der Schorndorfer Chip noch gültig, dass er bereits vergangene Woche zwei Tage an Parkscheinautomaten nicht mehr funktionierte, hatte technische Ursachen, sagt Schorndorf-Centro-Geschäftsführer Ulrich Fink und bedauert, dass der Chip in seinen letzten Tagen auch nicht mehr in allen Bussen abgegeben werden kann. Doch: „Da haben wir keinen Einfluss, das war schon immer freiwillig.“

Der 28. Februar ist Stichtag, dann endet die fast 30-jährige Geschichte des Schorndorfer Chips. Im Lauf des Donnerstags werden die Parkscheinautomaten, in die die 25-Cent-Chips seit 1991 gerne geworfen wurden, umgestellt. Dass sämtliche Automaten die Chips schon vergangene Woche zwei Tage lang nicht mehr geschluckt haben, hatte eine technische Ursache. Die Störung ist mittlerweile behoben – allerdings auf absehbare Zeit.

Chips waren von Anfang an eine freiwillige Sache

Dass aber auch Busfahrer die Chips schon vor dem Stichtag nicht mehr annehmen, liegt nicht in der Hand von Schorndorf-Centro-Geschäftsführer Ulrich Fink: „Da haben wir keinen Einfluss drauf.“ Die Chips, die es seit 1991 ab einem Einkauf von erst 15 D-Mark und dann 15 Euro gab, waren von Anfang an eine freiwillige Sache: für den Einzelhandel und auch für das Busunternehmen Knauss. Dort hat Geschäftsführerin Elke Frank ihre Fahrer bereits Mitte Februar angewiesen, keine Chips mehr anzunehmen. Der Grund: Frank, die immer am Ende der Woche mit ihren Fahrern abrechnet, muss die eingenommenen Chips rechtzeitig vor dem Monatsende zu Schorndorf-Centro bringen – „damit ich nicht drauf sitzenbleibe“. Tatsächlich war aber der Anteil der insgesamt drei Millionen ausgegebenen Chips im öffentlichen Nahverkehr sowieso „sehr marginal“, sagt Fink und rekapituliert: Die meisten Chips sind in den Parkscheinautomaten und in den Parkhausautomaten gelandet.

Schorndorf-Card-Punkte und Brötchentaste als Ersatz

Und mag der sperrige Schorndorfer Chip als Zahlungsmittel an sich nicht mehr zeitgemäß erscheinen, Auslöser der Abschaffung war letztendlich eine kaputtgegangene Maschine in der Volksbank, die den Chip automatisch vom in die Parkautomaten eingeworfenen Hartgeld trennen konnte. Das manuell zu leisten, ist nach Ansicht von Schorndorf-Centro-Geschäftsführer Fink nicht drin. Doch an einer Ersatzlösung wird gearbeitet: „Wir sind dran, dass man die auf der Schorndorf-Card gesammelten Punkte an den neuen Parkscheinautomaten einsetzen kann.“ Und einen Trost gibt es aus seiner Sicht ja auch noch: Die Brötchentaste, die zum 1. März aktiviert wird, beschert Innenstadt-Kunden eine halbe Stunde freies Parken. Beim 25-Cent-Chip war die Umsonst-Zeit deutlich kürzer.

Chips können bei Schorndorf-Centro zurückgegeben werden

Wer über die Jahre gesammelte Schorndorfer Chips in den kommenden zwei Tagen nicht losbekommt, kann sie gerne bei Schorndorf-Centro zurückgeben. „Geld gibt’s aber keins“, sagt Fink und nennt steuerliche Gründe, die einem Ankauf entgegenstehen: Der Schorndorfer Chip war ein Geschenk der Geschäfte, eine mehrwertsteuerfreie Beigabe ab einem Einkaufswert von 15 Euro. Und ein Anrecht hatten die Kunden in den ganzen Jahren nie: „Das war schon immer freiwillig.“ Dass aber das Aus überraschend kommt, lässt Fink nicht gelten: Seit November ist die Neuregelung bekannt und wurde vor zweieinhalb Wochen bereits in dieser Zeitung ausführlich dargestellt. Und den Schorndorfer Chip gibt’s in den Einzelhandelsgeschäften schon seit drei Monaten nicht mehr.


Freiwillig

Fast drei Millionen Mal ist der Schorndorfer Chip seit seiner Einführung in Einzelhandelsgeschäften in der Innenstadt an Kunden ab einem Einkaufswert von 15 Euro ausgegeben worden. Eingeführt im Jahr 1991, ist der Chip das letzte Erinnerungsstück an „Schorndorf – Die Marktstadt“, die Vorgänger-Initiative des Citymarketing-Vereins Schorndorf-Centro.