Schorndorf

CO²-Spar-Ziel schon fast erreicht

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CO²-Ausstoß der Gemeinde Winterbach © ZVW

Winterbach. 40 Prozent weniger CO²-Ausstoß als noch 1990, das war das Klimaziel, das sich die Gemeinde Winterbach im Jahr 2010 vornahm. Damals hat sich die Gemeinde an der Zielsetzung der Bundesregierung orientiert. Doch während Deutschland insgesamt droht, den angestrebten Wert knapp zu verfehlen, hat Winterbach schon jetzt seine Hausaufgaben fast erledigt.

Nur noch zwei Prozent fehlen, dann ist das Sparziel erfüllt, im Vergleich zu 1990 40 Prozent weniger vom klimaschädlichen Treibhausgas Kohlenstoffdioxid zu produzieren. Noch besser sieht die Entwicklung aus, die die Gemeinde Winterbach genommen hat, wenn man das Jahr 2002 als Vergleichsgröße nimmt: Vom damaligen Höchststand von mehr als 1000 Tonnen CO² ist der Ausstoß mittlerweile halbiert. Die Zahlen hat die Gemeinde jetzt mit dem Energiebericht veröffentlicht, den sie alle zwei Jahre auflegt. Der aktuelle Bericht fasst die Jahre 2013/14 zusammen. Seitdem dürfte durch weitere Sparmaßnahmen sogar noch ein besserer Wert erreicht sein.

Besser als Bund und Land

War das Ziel womöglich etwas zu tief gesteckt? Man habe sich da eben an Bund und Land orientiert, sagt Bürgermeister Albrecht Ulrich dazu. „In der Kommune kann man daran vielleicht effizienter arbeiten“, vermutet er.

Die effiziente Entwicklung hat Winterbach geschafft, weil die Gemeinde konsequent versucht hat, Gebäude und Einrichtungen bei Sanierungen energetisch zu verbessern. Die Vorschläge für die Schritte zum Sparziel kamen 2010 aus dem Arbeitskreis Energie der Gemeinde, in dem auch der sehr aktive Förderverein für Erneuerbare Energien Impulse setzt. Straßenbeleuchtung, Kläranlage, Freibad und Lehenbachschule machte der Arbeitskreis zum Beispiel als Handlungsfelder aus.

Steht noch an: Die Umrüstung der Straßenbeleuchtung

Die Kläranlage hat inzwischen ein Blockheizkraftwerk bekommen. Die Heizung für das Freibadwasser ist umgerüstet, mit neuen Pumpen und Solaranlage auf dem Dach. Und die Lehenbachschule steht jetzt ebenfalls kurz vor der Sanierung – wobei hier die Gemeinde aus anderen Gründen kaum darum herumkommt. Das zeigt auch: Der Gemeinderat tut sich nicht immer leicht, einfach so das Geld für Investitionen in die Energieeffizienz locker zu machen.

Bei der Straßenbeleuchtung – nach der Kläranlage der größte Energieverbraucher und damit wichtiger CO²-Produzent – hat sich noch nicht viel getan. Das soll jetzt aber kommen, wenn das von Winterbach mitgegründete Remstalwerk hier wie geplant in Aktion tritt. Insgesamt könnte eine komplette Umrüstung der Staßenbeleuchtung auf LED-Technik 45 bis 50 Prozent CO²-Ersparnis bringen.

Mit Fotovoltaik und LED noch mehr sparen

Auch in der Tiefgarage könnten die Leuchtstoffröhren durch LED-Röhren ersetzt werden. Hierzu gibt es im aktuell vorgelegten Energiebericht der Gemeinde ein Rechenbeispiel, das zeigt, wie einfach sich mit kleinen Maßnahmen langfristig Geld sparen lässt: Mit einer Investition in LED-Technik für die Tiefgarage von rund 8800 Euro könnte die Gemeinde über die Lebenszeit der Leuchten rund 17 800 Euro sparen, so heißt es dort.

Potenzial liegt zum Beispiel auch weiterhin auf den Dächern der gemeindeeigenen Gebäude. Auf Lehenbachhalle, Feuerwehrgerätehaus, Bauhof, Museum, dem Jugendhaus und dem Bahnhof wäre noch Platz für Fotovoltaik-Anlagen.

„Das ist eine konstante, langsame Entwicklung, die zeigt: Wenn man die Hausaufgaben macht, dann kommt man zu besseren Ergebnissen“, sagt Bürgermeister Albrecht Ulrich. Nachdem das gesteckte Ziel jetzt schon erreicht ist, denkt er darüber nach, ob man sich nicht schon frühzeitig eine neue Marke setzen sollte, um die Entwicklung fortzuschreiben.

CO², Kohlenstoffdioxid, ist ein Treibhausgas, das natürlicher Bestandteil der Luft ist. Es entsteht bei der Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Substanzen, also zum Beispiel Öl oder Erdgas. Auch alle Erdbewohner vom Einzeller bis zum Menschen produzieren durch ihren Stoffwechsel CO².

Seine Bedeutung für das Klima hat CO² durch seine Wirkung für den Treibhauseffekt. Vereinfacht gesagt, wirkt das CO² wie eine reflektierende Hülle, die die Sonnenwärme in der Atmosphäre hält.

Ohne natürlichen Treibhauseffekt wäre die Erdatmosphäre so kalt, dass kaum Leben möglich wäre. Andererseits bedroht der vor allem durch Menschen verursachte Treibhauseffekt eben dieses Gleichgewicht.

CO²ist durch seine Eigenschaften für einen großen Teil des Treibhauseffektes verantwortlich. Dadurch gilt seine Zunahme als wichtiger Faktor für die globale Erwärmung.