Schorndorf

Corona-Folgen: Fitnessstudio Clever Fit in Schorndorf fehlen die Neukunden

CleverFit
Norman Kreuter betreibt Clever-Fit-Studios in mehreren Städten, darunter auch in Schorndorf und Welzheim. © ALEXANDRA PALMIZI

Sei es das viele Essen über die Feiertage oder einfach nur das Ziel, etwas fitter werden zu wollen. Gute Neujahrsvorsätze können vielerlei Gründe haben. Normalerweise herrscht in Fitnessstudios zum Jahresbeginn deshalb Hochbetrieb und viele Leute schließen Verträge ab. Doch 2022 bleibt erneut die große Neukunden-Welle aus. Die Situation ist „recht verhalten“, wie Norman Kreuter, Inhaber des Clever Fit, erklärt.

Bestandskunden kommen in das Clever Fit

Wer in diesem Januar unter welchen Voraussetzungen in Fitnessstudios trainieren darf, ist ziemlich kompliziert. Denn die Regelungen ändern sich alle paar Wochen und manchmal sogar alle paar Tage, erklärt Norman Kreuter. Zunächst galt 2G plus für alle. Später kam dann die Regel hinzu, dass Geboosterte keinen negativen Test mehr vorlegen müssen. Ebenfalls ohne Test durfte trainieren, wessen letzte erforderliche Impfung nicht länger als sechs Monate zurücklag. Nach einer Anpassung über Nacht wurden daraus drei Monate. „Da hat man manchmal selber keinen Überblick mehr“, sagt Norman Kreuter. Um seinen Kunden entgegenzukommen, bietet der Betreiber des Clever Fit vor Ort Schnelltests zum Einkaufspreis an. Wer will, könne auch einen eigens gekauften Selbsttest mitbringen und diesen unter Aufsicht im Studio durchführen. Eine negative Bescheinigung aus einem Testzentrum gilt sowieso.

Zu Beginn der Pandemie waren die Fitnessstudios im gesamten Land menschenleer. Das sei trotz sehr hoher Infektionszahlen nicht mehr der Fall. Die meisten Bestandskunden trainieren vor Ort, wie Norman Kreuter erzählt. Nach dem Jahreswechsel sei sogar wieder mehr los als noch im Dezember. Circa zehn Prozent der Kunden hätten ihren Vertrag aktuell stillgelegt, also pausiert. Was dem Clever Fit aber fehlt, sind die Neukunden. Im Vergleich zum Niveau vor Corona habe das Studio 30 bis 40 Prozent weniger Mitglieder. Das sei branchenweit der Fall, erklärt der Fitnessstudio-Inhaber.

In der gesamten Branche herrscht Personalmangel

Und noch ein weiteres Problem hat die Corona-Pandemie mit sich gebracht: Ähnlich wie in der Gastronomie ist in der gesamten Branche ein Personalmangel entstanden. Laut dem Deutschen Industrieverband für Fitness und Gesundheit sind deutschlandweit noch 190.000 Menschen in der Branche angestellt. Das sind 40.000 weniger als noch im Vorjahr. Gerade die 450-Euro-Kräfte haben sich in der Lockdown-Zeit, als die Studios lange schließen mussten, einen anderen Job gesucht und kehren nicht mehr in die Fitness-Branche zurück. „Wir können neues Personal nicht einfach von der Straße holen und einstellen. Jeder muss entsprechend eingelernt werden“, sagt Norman Kreuter. Helfende Hände seien zwar knapp, langsam bessere sich die Situation aber wieder.

„Wir konnten auch viele Angestellte halten und sind langsam wieder im Aufbau.“ Trotzdem seien die Aufgaben seiner Beschäftigten durch Impfkontrollen und verwalterischen Aufwand nicht einfacher geworden. „Wir versuchen, dass der Kunde so wenig wie möglich davon spürt“, sagt Norman Kreuter.

Denn es sei auch wichtig, dass sich die Sportler in ihrem Studio sicher fühlen und ein Vertrauen aufbauen. Dafür habe er im Clever Fit ein entsprechendes Hygienekonzept mit Tests, Desinfektionsmittel und Schutzwänden erstellt. Außerdem, betont der Inhaber, könne man immer mit genügend Abstand zu den anderen Kunden trainieren.

Verträge können im Falle einer Schließung stillgelegt werden

Zu Beginn der Pandemie hat auch Norman Kreuter, wie viele Unternehmer, die Corona-Soforthilfen des Landes in Anspruch genommen. „Es war damals relativ schnell klar, dass das Geld nicht reicht.“ Er habe, im Gegensatz zu vielen Einzelhändlern und Gastronomen, aber kein Problem mit Rückzahlungsforderungen. „Das ist gar kein Thema, weil wir ja wirklich drei Monate lang zu hatten.“ Trotzdem findet er den Rückzahlungsprozess nicht fair geregelt. Denn die dreimonatige Hilfe gilt offiziell erst ab dem Tag der Beantragung. Unternehmen, die ein paar Wochen abgewartet haben, ob sie vielleicht auch ohne Hilfen auskommen, werden seiner Meinung nach dafür bestraft. Denn wenn man in den drei Monaten des Hilfsanspruchs ein paar Tage öffnen durfte, muss ein Teil der Unterstützung zurückgezahlt werden. Und das, obwohl die betroffenen Unternehmen oft zuerst die eigenen Rücklagen aufgebraucht hätten.

Das größte Problem für die Fitnessstudios im Land sei jedoch, dass einmal mehr das Neukunden-Geschäft der wichtigsten Monate fehlt. „Die kommenden zwei Jahre werden hart für die Branche.“ Norman Kreuter erzählt, dass Kunden teilweise ihre Beiträge zurückfordern. Andere wiederum unterstützen ihr Studio gerne finanziell. Trotzdem ermutigt er die Leute, weiterhin Sport zu treiben. „Fitness ist wichtig und regelmäßiges Sporttreiben stärkt das Immunsystem.“

Er spricht dabei explizit die Leute an, die sich aufgrund der unsicheren Pandemielage nicht trauen, einen Vertrag zu unterschreiben. Denn man könne diese „relativ gefahrlos“ abschließen. Wenn ein Lockdown, oder eine Schließung der Sportstätten kommen sollte, kann man Verträge jederzeit stilllegen, erklärt der Clever-Fit-Inhaber.

Sei es das viele Essen über die Feiertage oder einfach nur das Ziel, etwas fitter werden zu wollen. Gute Neujahrsvorsätze können vielerlei Gründe haben. Normalerweise herrscht in Fitnessstudios zum Jahresbeginn deshalb Hochbetrieb und viele Leute schließen Verträge ab. Doch 2022 bleibt erneut die große Neukunden-Welle aus. Die Situation ist „recht verhalten“, wie Norman Kreuter, Inhaber des Clever Fit, erklärt.

Bestandskunden kommen in das Clever Fit

Wer in diesem Januar

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