Schorndorf

Corona-Lockerungen: Altenberger appelliert an die Vernunft

Altenberger
Der Schorndorfer Fachbereichsleiter für Sicherheit und Ordnung, Stefan Altenberger. © ZVW/Benjamin Büttner

Ziemlich ernüchtert ist ein Spaziergänger von seiner Tour durch die Weinberge im Bereich Grafenberg/Holzberg zurückgekehrt. „Ich war schockiert, wie es dort aussieht, trotz Versammlungsverbot seit Wochen. Leider scheint das eine Gruppe von Mitmenschen nicht zu interessieren“, hat der Betreffende seinem Ärger in einer an den Leiter des Fachbereichs „Sicherheit und Ordnung“ adressierten Mail, die auch der Redaktion zugegangen ist, Luft gemacht und seine Eindrücke von achtlos weggeworfenem Leergut, zerdepperten Flaschen und in der freien Landschaft entsorgten Grillschalen und Pizza-Kartons auch mit Fotos und einem kleinen Video dokumentiert. „Die armen Wengerter!“, hat sich besagter Spaziergänger gedacht und ans Ordnungsamt appelliert, dort oben mal öfters nach dem Rechten zu sehen – „vor allen nachts“.

Mit Müllsündern ins Gespräch kommen

Er habe diesen Hinweis aufgenommen, sagt Stefan Altenberger, der dem schockierten Spaziergänger bereits geantwortet und ihm zugesichert hat, dass er in nächster Zeit verstärkt Mitarbeiter des Vollzugsdienstes hoch auf den Holzberg und auf die dortige Aussichtsfläche schicken werde. Allerdings nicht unbedingt, um die, die sich dort aufhalten, zu vertreiben – zumindest dann nicht, wenn es sich nicht um unzulässig große Gruppen von Feiernden handelt –, sondern um mit den Verursachern solcher Umweltsünden ins Gespräch zu kommen und sie höflich, aber bestimmt darauf hinzuweisen, dass sie ihren Aufenthaltsort möglichst so wieder verlassen, wie sie ihn angetroffen haben.

In Schorndorf funktioniert vieles ganz gut

Seit Anfang dieser Woche dürfen auch Kneipen und Bars wieder geöffnet sein, und auch da haben sich Stefan Altenberger und sein Team schon ein Bild gemacht. „Wir haben jetzt fast alles durch, was wieder geöffnet ist“, sagt der Fachbereichsleiter, der bei seinen Kontrollgängen den Eindruck gewonnen hat, dass in Schorndorf vieles ganz gut funktioniert. Wobei er einräumt, dass auch er manchmal nicht mehr durchblickt, was gerade gilt und was unter welchen Bedingungen erlaubt ist. Weshalb es für ihn vor allem zwei Botschaften gibt, die er seiner Klientel gebetsmühlenartig ans Herz legt: „Abstand, Abstand, Abstand“ und „Hygiene, Hygiene, Hygiene“.

Kioskverkauf jetzt auch mit Tischen und Bänken

Das gilt auch für Kioskverkäufe, wie sie zum Beispiel der TSV Schornbach schon das eine oder andere Mal an Feiertagen durchgeführt hat und bei denen natürlich auch immer wieder die Frage auftaucht, ob und wie da Abstandsregeln eingehalten werden. Diese Kioskverkäufe seien erlaubt und nicht zu beanstanden, wenn die jeweiligen Veranstalter sicherstellen könnten, dass Abstandsregeln und Kontaktverbote eingehalten werden, was, so Stefan Altenberger, kein Problem sein sollte, wenn ein ganzes Sportgelände zur Verfügung stehe. Zumal der Verzehr von Speisen und Getränken bislang nur im Stehen erlaubt gewesen sei. Mittlerweile freilich dürften die Besucher solcher Kioskverkäufe aber auch auf Bänken und an Tischen platziert werden – ebenfalls unter Beachtung der für Familien und Einzelpersonen geltenden Regeln.

„Die Leute werden lascher“

Dass das zunehmend schwieriger ist, weiß auch der Fachbereichsleiter. „Die Leute werden lascher“, stellt er fest. Was wohl damit zu tun hat, dass die Fallzahlen zurückgegangen sind und sich immer mehr Menschen dem trügerischen Gefühl hingeben, Corona sei schon vorbei. Vernünftig wäre es aus Sicht von Stefan Altenberger, wenn sich die Menschen weiterhin an die Corona-Regeln halten würden – und nicht erst dann wieder vorsichtiger werden, wenn sie Fallzahlen wieder steigen und die Regeln womöglich wieder verschärft werden müssen.

Ziemlich ernüchtert ist ein Spaziergänger von seiner Tour durch die Weinberge im Bereich Grafenberg/Holzberg zurückgekehrt. „Ich war schockiert, wie es dort aussieht, trotz Versammlungsverbot seit Wochen. Leider scheint das eine Gruppe von Mitmenschen nicht zu interessieren“, hat der Betreffende seinem Ärger in einer an den Leiter des Fachbereichs „Sicherheit und Ordnung“ adressierten Mail, die auch der Redaktion zugegangen ist, Luft gemacht und seine Eindrücke von achtlos weggeworfenem

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