Schorndorf

Corona-Lockerungen machen Kita-Alltag in Schorndorf leichter

Büchner Coronatest
Kindergartenkinder werden weiterhin mit zwei Schnelltests pro Woche ausgestattet. © Gabriel Habermann

Das Land Baden-Württemberg hat die Hygienemaßnahmen nicht nur für Schulen, sondern auch für Kindergärten und Kitas gelockert. Denn die 7-Tage-Inzidenz ist schon seit dem Beschluss vom 28. August kein Maßstab mehr. Für Kitas geht daraus konkret hervor, dass die Quarantäne auch bei einem Corona-Fall in der Betreuungsgruppe nicht zwingend für alle ist. Die anderen Kinder müssen lediglich einmal negativ getestet sein. Anfang der Woche haben sich dann die Gesundheitsminister aller Länder auf eine bundesweite Regelung geeinigt, die sich am Beispiel des Südwestens orientiert. Doch die Lockerungen stoßen auch immer wieder auf Kritik. Viele Politiker, wie der CDU-Landtagsfraktionschef Manuel Hagel befürchten dadurch einen Anstieg der Infektionszahlen an Schulen und Kitas, wo die meisten Kinder noch gar nicht geimpft sein können. Doch was sagt eigentlich die Stadt Schorndorf als Träger zu den Beschlüssen?

Erzieherinnen und Erzieher müssen sich weiterhin testen

Ob Kinder in Bildungs- und Betreuungseinrichtungen verpflichtend getestet werden müssen, entscheidet grundsätzlich der Kita-Träger. Der Fachbereichsleiter Kindertagesstätten Markus Weiß erklärt, dass Corona-Tests für Kindergartenkinder in Schorndorf zu keinem Zeitpunkt der Pandemie verpflichtend, sondern freiwillig waren. „Dennoch haben fast alle Eltern das Angebot zur freiwilligen Testung angenommen. Von daher hat sich für uns nichts geändert.“ Das freiwillige Angebot bleibe weiterhin bestehen. Wie schon in den vergangenen Monaten dürfen die Familien die Selbsttests mit nach Hause nehmen, statt sich vor Ort testen zu lassen. „Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht. Die Akzeptanz für die Tests ist so deutlich besser.“ Zweimal in der Woche haben die Kinder dazu die Möglichkeit. „Daher verfügen wir über ein gutes Kontrollmittel“, sagt Markus Weiß.

Wer sich allerdings nicht nur auf freiwilliger Basis testen muss, sind die Erzieherinnen und Erzieher. Die Beschäftigten in Kitas und Kindergärten, die weder geimpft noch genesen sind, müssen sich täglich vor Arbeitsbeginn testen. So sieht es die Landesverordnung vor.

Die gelockerten Quarantänebestimmungen und das „Freitesten“ begrüßt der Fachbereichsleiter. Aus der Perspektive des Kindeswohls betrachtet, halte er dies für „gut und sinnvoll.“ Die Familien würden aber trotz des einmalig benötigten negativen Testergebnisses weiterhin zwei Schnelltests pro Woche von der Stadt gestellt bekommen. Somit sei „gute Sicherheit“ im Kitabetrieb gewährleistet. Im Zuge dieser Recherche wurde auch der Gesamtelternbeirat der Schorndorfer Kindergärten zu den Lockerungen befragt. Leider haben wir bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Antworten erhalten.

Das Land setzt in seiner Verordnung weiterhin auf „möglichst konstant zusammengesetzte Gruppen.“ Eine Durchmischung soll zwar weitestgehend vermieden werden, allerdings ist sie nicht mehr vollständig untersagt. Markus Weiß teilt mit: „Die Lockerungen machen uns den Umgang in der Kita mit den Kindern einfacher.“ Denn viele Kinder können dadurch endlich wieder mehr Bildungsangebote wahrnehmen als zuvor. Das ist aber auch vom Konzept der Einrichtung abhängig. So gibt es in manchen Kindergärten und Kitas beispielsweise mehrere Gruppen, aber nur eine „Puppenecke“. Diese darf laut der neuen Verordnung wieder von mehr als einer Gruppe genutzt werden. Natürlich trotzdem mit der nötigen Vorsicht, wie Markus Weiß betont.

Schorndorf bleibt noch vom Personalmangel verschont

Die Diskussion, ob Luftfilter in die Räume eingebaut werden sollen, haben Schulen beinahe exklusiv für sich beansprucht. In den städtischen Kindergärten werden die Geräte laut Markus Weiß auch nach der Sommerzeit nicht eingesetzt. Auch schon vor der Pandemie habe man die Kita-Räume regelmäßig gelüftet und gehe mit den Kindern auch bei schlechtem Wetter an die frische Luft.

Womit die Kindergärten und Kitas im ganzen Land neben Corona noch zu kämpfen haben, ist der akute Personalmangel. Wie eine Verdi-Studie im Juni offengelegt hat, fehlen in Baden-Württemberg knapp 27 000 Erzieherinnen und Erzieher. Wie Markus Weiß erzählt, ist Schorndorf davon aktuell noch nicht akut betroffen. „Das ist aber auch immer eine Frage der Definition von Personalmangel“, sagt er. Momentan seien alle Stellen in den Kitas der Stadt besetzt. Trotzdem sei der Mangel an Personal längerfristig absehbar.

In anderen Landkreisen habe man deshalb zwar teilweise ganze Gruppen schließen müssen, in Schorndorf sei man davon bislang verschont geblieben - zum Glück. Um dem Problem vorbeugend entgegenzuwirken, sei auch Schorndorf Teil der landesweiten „Ausbildungsoffensive.“ Dabei sollen auch städtische Einrichtungen dabei unterstützt werden, mehr Azubis zu finden. „Auch die müssen erst einmal jemanden finden“, merkt der Fachbereichsleiter an. „Aber natürlich müssen wir diesem Problem rechtzeitig gegensteuern.“

Das Land Baden-Württemberg hat die Hygienemaßnahmen nicht nur für Schulen, sondern auch für Kindergärten und Kitas gelockert. Denn die 7-Tage-Inzidenz ist schon seit dem Beschluss vom 28. August kein Maßstab mehr. Für Kitas geht daraus konkret hervor, dass die Quarantäne auch bei einem Corona-Fall in der Betreuungsgruppe nicht zwingend für alle ist. Die anderen Kinder müssen lediglich einmal negativ getestet sein. Anfang der Woche haben sich dann die Gesundheitsminister aller Länder auf eine

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