Schorndorf

Corona hält die Sternsinger nicht auf: Segensboten in Winterbach-Weiler unterwegs

Sternsinger
Die Seelsorgeeinheit Rems-Mitte setzt sich aus den Gemeinden Schorndorf und Winterbach-Weiler zusammen – während in Schorndorf die Heiligen Drei Könige nicht persönlich unterwegs sind, klingeln die Kinder in Winterbach-Weiler an den Häusern und überbringen die Botschaft an der Tür. © Alexandra Palmizi

„Wir machen das, weil es uns großen Spaß macht“ – Yvonne (11), Clara (12), Henriette (9) und Ben (9) sind in diesen Tagen als Sternsinger in Winterbach unterwegs und freuen sich, den Segen persönlich überbringen zu dürfen. Denn nicht in allen Gemeinden ziehen die Heiligen Drei Könige coronakonform durch die Straßen. Während beispielsweise in Schorndorf die Sternsinger nicht an den Türen klingeln und den Segen verkünden, –die Abonnenten der kirchlichen Mitteilungen bekommen den Segenswunsch mit dem Aufkleber für die Tür in ihren Briefkasten –, sind „Caspar, Melchior und Balthasar“ in Winterbach-Weiler in diesen ersten Januartagen unterwegs.

2021 sind mehr als 12.000 Euro zusammengekommen

„Und endlich dürfen sie auch wieder singen“, so die Mama von Yvonne, die die vier Kinder begleitet. An diesem Tag regnet es: „Seit Sonntag war es annehmbar, wenn wir zwischen 13 und 18 Uhr unterwegs waren. Jetzt ist es nicht ganz so schön.“ Eigentlich hatte man gehofft, dass man – nach coronabedingten Ausfällen der letztjährigen Aktion – in diesem Jahr wieder unbesorgt von Haus zu Haus ziehen und den Segen überbringen könnte.

Doch die vierte Welle und die Omikronvariante sorgen wieder für Einschränkungen. „Die Kinder klingeln und singen vor der Türe. Bewohner von Mehrfamilienhäusern dürfen dann entweder vor die Türe kommen oder aus dem Fenster schauen“, erklärt Helena Ewersmeyer, die gemeinsam mit Julia Schuck für die Sternsinger-Organisation in Winterbach zuständig ist. In Weiler fungiert Johannes Früh als Ansprechpartner. Insgesamt sind in diesem Jahr in Winterbach-Weiler rund 65 Kinder und Jugendliche als Sternsinger unterwegs.

Außerdem wurden in verschiedenen Geschäften, wie unter anderem beim Bäcker, in Metzgereien und Apotheken Spendendosen aufgestellt. Ende Januar 2021 wurden in Winterbach und Weiler mehr als 12.000 Euro gesammelt. Im vergangenen Jahr sei das Geld in Schorndorf über die aufgestellten Kassen sowie einen Online-Spendenaccount auf der Sternsingerhomepage zusammengekommen. Nun werden die Boxen noch bis Mitte Januar 2022 stehen bleiben.

Vergleichbar mit den Beträgen aus den Vorjahren seien die Spenden verständlicherweise nicht - 2020 waren es rund 19.000 Euro. Nicht nur über die Dosen erreiche die Kirchengemeinde aber Geld. Auch über das Pfarrbüro oder die Internetseite des Missionswerks sammle die Kirche. Über die verschiedenen Kanäle versuche man, auf die Aktion aufmerksam zu machen. Das Ankreiden des Segens – oder in diesem Fall der Segensaufkleber – an die eigene Haus- oder Wohnungstür ist für viele Katholiken ein fester Bestandteil des Dreikönigsfestes. Wer nicht zu Hause ist, wenn die Sternsinger klingeln, bekommt einen Flyer in den Briefkasten geworfen.

„Darauf steht, dass die Sternsinger da waren, aber niemanden angetroffen haben“, so Ewersmeyer. Es sei möglich, sich bei den Ansprechpartnern zu melden, wenn man möchte, dass die Sternsinger nochmals vorbeikommen sollen, oder man den Segen als Aufkleber an der Tür haben möchte.

Große Freude über den Besuch der Segensboten in Corona-Zeiten

An diesem verregneten Tag ist es ungewöhnlich, dass die Kinder vergebens klingeln: „Keiner da“, sagt Ben und wirft den besagten Hinweis in die Briefkästen an einem Haus in der Schwalbenstraße. Wenn man Glück habe und die Tür wird geöffnet, merke man deutlich, dass sich „die Menschen durch Corona noch sehr viel mehr über den Besuch der Sternsinger freuen als sonst“, hat Helena Ewersmeyer beobachtet. „Ganz besonders freuen sich ältere Damen und Herren“, erzählt die Mama von Yvonne und lacht. An einem Tag sei man vor der Tür eines 96-Jährigen gestanden, der es sich nicht hatte nehmen lassen, dem Lied „Wollt ihr mit uns die Welt verändern“, welches die Segensboten vortragen, zu lauschen.

Applaus von den Bewohnern

Ob die Kinder viel auswendig lernen müssen? „Nein“, antwortet Henriette stellvertretend für alle: „Eigentlich nicht. Die Sprüche sind immer die gleichen, nur das Lied ist ein anderes.“ Für die vier ist es nicht neu, als Sternsinger unterwegs zu sein: Ben und Yvonne sind zum dritten Mal dabei, Clara bereits zum achten und Henriette zum fünften Mal. „Es ist schön zu sehen, mit welcher Begeisterung sie das machen“ – Yvonnes Mutter freut sich mit den Kindern, wenn diese sogar Applaus von Bewohnern erhalten, wie es in der Taubenstraße der Fall gewesen ist.

Mit ihrem aktuellen Motto „Gesund werden - gesund bleiben. Ein Kinderrecht weltweit“ machen die Sternsinger auf die Gesundheitsversorgung von Kindern in Afrika aufmerksam. In vielen Ländern des globalen Südens ist die Kindergesundheit aufgrund schwacher Gesundheitssysteme und fehlender sozialer Sicherung stark gefährdet. In Afrika sterben täglich Babys und Kleinkinder an Mangelernährung, Lungenentzündung, Malaria und anderen Krankheiten, die man vermeiden oder behandeln könnte.

Die Folgen des Klimawandels und der Pandemie stellen zusätzlich eine erhebliche Gefahr für die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen dar. Bei der 63. Aktion zum Jahresbeginn 2021 hatten die Mädchen und Jungen aus 8000 Pfarrgemeinden trotz der Corona-Situation rund 38,2 Millionen Euro gesammelt. Mit den Mitteln fördert die Aktion Dreikönigssingen weltweit Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung, soziale Integration und Nothilfe.

Weitere Infos gibt es im Internet unter https://se-rems-mitte.drs.de/aktuell/ansicht/article/detail/News/winterbach-weiler-die-sternsinger-kommen.html.

„Wir machen das, weil es uns großen Spaß macht“ – Yvonne (11), Clara (12), Henriette (9) und Ben (9) sind in diesen Tagen als Sternsinger in Winterbach unterwegs und freuen sich, den Segen persönlich überbringen zu dürfen. Denn nicht in allen Gemeinden ziehen die Heiligen Drei Könige coronakonform durch die Straßen. Während beispielsweise in Schorndorf die Sternsinger nicht an den Türen klingeln und den Segen verkünden, –die Abonnenten der kirchlichen Mitteilungen bekommen den Segenswunsch

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