Schorndorf

Covid-Impfung: Was denken Jugendliche in Schorndorf?

Juze Hammerschlag
Jugendliche im Jugendzentrum Hammerschlag © Gabriel Habermann

Sollen Kinder und Jugendliche gegen Corona geimpft werden? Seit Ende Mai gibt es von Biontech einen Impfstoff, der für Kinder ab zwölf Jahren zugelassen ist. Andere Impfstoffe für Kinder und Jugendliche verschiedener Altersgruppen befinden sich derzeit noch in der klinischen Prüfung. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Impfung aktuell nicht für alle Kinder und Jugendlichen, sondern nur für Kinder mit bestimmten Vorerkrankungen oder besonderen Voraussetzungen. Politiker wie Karl Lauterbach (SPD), der ohne die breite Impfung im Herbst schon eine Riesen-Infektionswelle bei Kindern befürchtet, sprechen sich dagegen klar für die Impfung aus. Während Politiker und Experten über Nutzen und Notwendigkeit der Impfung bei Kindern streiten, kommen diejenigen, die es vor allem betrifft, eher selten zu Wort. Was sagen Jugendliche und junge Erwachsene selbst zur Impfung?

Sorgen wegen Nebenwirkungen

Morgens in einer achten Klasse am Burg-Gymnasium. Eigentlich wäre jetzt Unterricht bei Mathelehrer Christoph Warth, doch spontan sind die Achtklässler bereit, ihre Meinung zur Impfung zu sagen. Schnell zeigt sich: Sie sind gut informiert - und sie haben sich viele Gedanken gemacht zu diesem Thema. Manche wünschen sich wieder mehr Freiheiten und Normalität, Sorgen gibt es aber wegen möglicher Nebenwirkungen und Spätfolgen der Covid-Impfung. „Es ist wichtig, dass die Möglichkeit für Kinder und Jugendliche da ist“, findet Louise, meint aber auch, dass sie eine Corona-Infektion auch ohne eine Impfung gut überstehen würde. Maya und Rafael wollen sich sofort impfen lassen. „Ich will andere schützen“, sagt Maya. Schutz für andere und mehr Freiheit für sich selbst erhofft sich Rafael von der Impfung. Anders seine Klassenkameradin Anna, die sich gegen die Impfung ausspricht: „Viele wollen Freiheiten zurück“, meint sie. Sie könne aber gut damit leben, zu Hause zu sein. Zudem seien Jugendliche von den Auswirkungen einer Infektion nicht so sehr betroffen. Auch ihre Mitschülerin Hannah findet die Möglichkeit der Impfung grundsätzlich gut, will wegen der wenig erforschten Langzeitfolgen aber lieber noch warten, bevor sie sich selbst impfen lässt. Ähnlich sehen es Oliver und Feli, die sich mit der Impfung erst mal Zeit lassen wollen.

Menschen mit Vorerkrankung den Vortritt lassen

„Ich finde es wichtig, dass es die Möglichkeit gibt, würde aber Älteren und vorerkrankten Menschen den Vortritt lassen“, sagt Sophia. Ähnlich denken auch Lina und Anna: Erst sollten Kinder mit Vorerkrankungen geimpft werden – „dann würde ich es aber machen“, sagt Anna. Timo und Eric sorgen sich wegen möglicher Nebenwirkungen. „Ich würde mich nicht impfen lassen, außer man braucht es, um reisen zu können“, erklärt Eric. Das meint auch Mia: „Für eine Reise würde ich mich schon impfen lassen, sonst eher nicht.“ Ein Stück Normalität wünscht sich Paula zurück: „Ich würde mich impfen lassen“, sagt sie. Auch Emilia hätte gern den kleinen Piks, da sie ihre Familie im Ausland besuchen will. Ihre Mitschülerin Jette möchte sich rasch impfen lassen, da schon fast alle in ihrer Familie geimpft seien.

Nico (24) vertraut auf das Karma

Ortswechsel ins Jugendzentrum Hammerschlag. Jugendliche und junge Erwachsene treffen sich dort zum Skaten und Chillen. Was denken sie über die Corona-Impfungen? Nico ist 24 und er hätte die Möglichkeit bereits gehabt, sich impfen zu lassen. „Aber ich mache es nicht“, sagt er. „Ich vertraue auf das Schicksal und das Karma.“ Viele Menschen, glaubt er, machten sich viel zu sehr Angst. Eine Angst, die auch in den Medien hochgetrieben werde. Ganz anders sieht das Daniel (21), der sich bisher vergeblich um einen Impftermin bemüht hat. „Ich finde es prinzipiell wichtig, sich aus Solidarität mit anderen impfen zu lassen“, sagt der 21-Jährige. Was ihn stört: Die Industrieländer hätten sich die Impfdosen gesichert, für ärmere Länder sei nichts übrig: „Aber das ist nicht nachhaltig gedacht“, kritisiert er: „Es ist eine Pandemie, keine Epidemie. Man sollte es global sehen.“

Mohamed (16), Gogi (18) und Sokrates (21) haben dagegen kein Vertrauen in den Impfstoff, der ihrer Meinung nicht ausreichend getestet wurde. „Ein Risiko gibt es immer – bei jedem Medikament“, meint dagegen Joshua. Der 21-Jährige findet die Impfung wichtig und hat sich dafür auf eine Warteliste setzen lassen. Erik (20) will noch warten: „Früher oder später werde ich mich impfen lassen. Aber ich bin kein Risikopatient und lasse anderen den Vortritt.“

Sollen Kinder und Jugendliche gegen Corona geimpft werden? Seit Ende Mai gibt es von Biontech einen Impfstoff, der für Kinder ab zwölf Jahren zugelassen ist. Andere Impfstoffe für Kinder und Jugendliche verschiedener Altersgruppen befinden sich derzeit noch in der klinischen Prüfung. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Impfung aktuell nicht für alle Kinder und Jugendlichen, sondern nur für Kinder mit bestimmten Vorerkrankungen oder besonderen Voraussetzungen. Politiker wie Karl

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