Schorndorf

Darum hat die Suche nach Klimareportern in Schorndorf für Empörung gesorgt

Symbolfoto Solaranlage
Symbolfoto. © Benjamin Büttner

Bis 2035 will Schorndorf klimaneutral sein. Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, gibt es aus Sicht von Diana Gallego Carrera, Leiterin der Stabsstelle Klimaschutz und Mobilität, drei Möglichkeiten und drei zentrale Stellschrauben: der Einsatz verbesserter Technik zur Effizienzsteigerung, der Ausbau eneuerbarer Energien und eine Bewusstseinsbildung mit Verhaltensänderung. Letzteres will die Stadt auch mit dem neuen Projekt „Klima-Reporter“ erreichen.

Auf spielerische und praxisorientierte Art und Weise führte Diana Gallego Carrera im Technischen Ausschuss aus, sollen Zehn- bis 16-Jährigen Klimaschutz-Themen nahegebracht werden, indem sie sich erst mit selbst gewählten Aspekten des Klimaschutzes auseinandersetzen und diese dann mit Hilfe der Stabs- und der Pressestelle im Rathaus journalistisch für Artikel in „Schorndorf Aktuell“ und den Social-Media-Kanälen der Stadt aufarbeiten. In regelmäßigen Redaktionssitzungen sollen die Nachwuchsjournalisten nicht nur Einblicke in die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Schorndorf bekommen, sondern das Schreiben von Texten, Tricks und Kniffe gelungener Fotoaufnahmen und das Handwerkszeug für spannende Interviews erlernen. Mögliche Themen für die Kinderreporter, führte Diana Gallego Carrera aus, könnten sein: Woher kommt der Strom in Schorndorf? Was macht ein Klimaschutzmanager? Wie wird ein Radweg geplant? Wie funktioniert E-Mobilität oder der Klimaschutz zu Hause?

Kritik: Indoktrination von Kindern

Stieß die Idee bei SPD-Rätin Silke Olbrich noch auf Begeisterung, kritisierte CDU-Rat Manfred Bantel den Aspekt, dass die Stadt mit dem Projekt „wesentlich zur Bewusstseinsbildung beitragen“ möchte: Genau bei dieser Altersgruppe, führte Bantel aus, sei schon in vielen Systemen angesetzt worden, um Heranwachsende zu indoktrinieren. Bekam Bantel für diesen Einwurf von den AfD-Räten Lars Haise und Ulrich Bußler noch etwas Applaus, löste er in weiten Teilen des Ausschusses Empörung aus: Für GLS-Rat Werner Neher war Bantels Wortmeldung nicht nur „der Hammer“, sondern letztendlich auch eine Entgleisung, die von der Verwaltungsspitze hätte gerügt werden müssen. Als „absurd“ bezeichnete Grünen-Rätin Friederike Köstlin Bantels Einlassung: Schließlich gebe es keine Erziehung ohne Bewusstseinsbildung. Schorndorf, so Köstlin weiter, wolle bis 2035 klimaneutral werden und dürfe Kindern dieses Ziel vermitteln und auch dafür werben.

„Völlig daneben“ fand auch SPD-Rat Marcel Kühnert den Bezug zur Vergangenheit und forderte Bantel auf, sich davon zu distanzieren. Das wiederum kam bei CDU-Fraktionsvorsitzendem Hermann Beutel gar nicht gut an, der zwar forderte, die Luft aus dem Thema zu nehmen, aber auch kritisierte, dass man, sobald man über Klimaschutz diskutieren wolle, von der SPD gleich als Klimaleugner beschimpft werde. Derlei Maßregelungen stören offenbar auch Alleinstadtrat Andreas Schneider, der erst empfahl, locker zu bleiben, und dann „Teilen der SPD“ nahelegte, anderen nicht immer zu sagen, was sie tun sollen. Sichtlich irritiert über die ideologisch aufgeheizte Diskussion war am Ende nicht nur Erster Bürgermeister Thorsten Englert, der nach der Diskussion feststellte: „Es geht doch um eine ganz wichtige Sache“ – und dass man junge Leute an den Klimaschutz heranführt.

Info

Wer zwischen zehn und 16 Jahren alt ist und Klimareporter werden möchte, kann am Freitag, 1. April, von 17 bis 18 Uhr zur Informationsveranstaltung ins Rathaus am Marktplatz kommen. Im Anschluss können sich interessierte Schülerinnen und Schüler mit einem kurzen Motivationsschreiben bei der Stadtverwaltung bewerben. Unter allen Bewerbern werden zwölf Klimareporter ausgewählt, die ab 6. Mai an monatlichen Redaktionssitzungen teilnehmen und regelmäßig über Klimaschutzthemen berichten können.

Bis 2035 will Schorndorf klimaneutral sein. Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, gibt es aus Sicht von Diana Gallego Carrera, Leiterin der Stabsstelle Klimaschutz und Mobilität, drei Möglichkeiten und drei zentrale Stellschrauben: der Einsatz verbesserter Technik zur Effizienzsteigerung, der Ausbau eneuerbarer Energien und eine Bewusstseinsbildung mit Verhaltensänderung. Letzteres will die Stadt auch mit dem neuen Projekt „Klima-Reporter“ erreichen.

Auf spielerische und

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper