Schorndorf

Das ändert sich im 51. SchoWo-Jahr

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Viele können es kaum mehr erwarten, dass die SchoWo 2019 beginnt. Am Freitag ist’s so weit, und der Marktplatz wird wieder voll sein. © ZVW/Alexandra Palmizi

Schorndorf. Unabhängig vom 50+1-SchoWo-Jubiläumstag hat die am Freitag beginnende SchoWo auch schon während ihrer regulären fünf Tage einiges an Neuerungen im Gepäck – und auch eine ganz besondere Reminiszenz. Für eine Talente-ans-Mikrofon-Sonderveranstaltung sind sieben ehemalige Siegerinnen und Sieger ausfindig gemacht worden, die am Samstagnachmittag auf der großen SchoWo-Bühne zu einem Best-of-Konzert zusammenkommen.

2015 gab es den Talente-ans-Mikrofon-Wettbewerb mit der Endausscheidung auf der SchoWo-Bühne nach 28 Jahren zum letzten Mal, jetzt kommt es zu einer Neuauflage. Sieben ehemalige Siegerinnen und Sieger, darunter die aus Berlin anreisende Sibel Aras, geben jeweils den Titel zum Besten, mit dem sie seinerzeit gewonnen haben, und außerdem mit einem zweiten Lied einen Einblick in ihr heutiges musikalisches Schaffen.

Ein Jubiläumsgeschenk für Menschen, die Blasmusik lieben

Womit wir schon beim musikalischen Programm und bei einigen Beförderungen und Neueinsteigern wären. So kriegen Cassandra and the Boyz in diesem Jahr die große SchoWo-Bühne, bestehend aus der noch größeren Gartenschau-Bühne, am Samstagabend und somit sozusagen zur besten Sendezeit und in direkter Nachfolge des Hofbräu-Regiments, das die Party auch in diesem Jahr wieder eröffnet – und einen zweiten Auftritt am Montagabend auch in diesem Jahr wieder nutzt, um einen Teil der Gage für die Durchführung des Seniorennachmittags am Dienstag zu spenden. Der Abschluss auf der Marktplatzbühne bleibt in diesem Jahr der VIP’S-Partyband vorbehalten.

Befördert worden – und zwar von der kleineren Bühne auf dem Archivplatz auf die große auf dem Marktplatz - ist auch die Backnanger Schulamtsband, die den Sonntagabend gestaltet. Ganz neu auf der Archivplatz-Bühne sind die Takanaka Club Band (am Samstagabend) und die Bangbags (am Dienstagabend). Und einen ganz besonders langen und zweigeteilten Auftritt hat in diesem Jahr die Blaskapelle Charivari. Die nämlich spielt am Sonntagnachmittag auf dem Archivplatz von 16 bis 18 Uhr böhmische Blasmusik und anschließend von 19 Uhr an ihr Volksfest-Partymusikprogramm. „Das ist unser Jubiläumsgeschenk für Menschen, die die Blasmusik lieben“, sagt der Vorsitzende der SchoWo-Vereinsgemeinschaft, Jürgen Dobler.

„Platzhirsch“ füllt den Platz der Schornbacher Fußballer

Apropos Vereinsgemeinschaft: Die hat in diesem Jahr den Verlust der Fußballer des TSV Schornbach zu beklagen, die aus der SchoWo ausgestiegen sind, um sich ganz auf das Schornbacher Salzkuchenfest konzentrieren zu können. Den frei- und durch die große Gartenschaubühne etwas kleiner gewordenen Platz vor dem Café Mack nimmt zumindest für dieses Mal die SG-Vereinsgaststätte „Platzhirsch“ ein. Ansonsten bleibt, was die Stände angeht, alles beim Alten und Bewährten, auch weil sich das Land auch in diesem Jahr wieder geweigert hat, Flächen am Ochsenberg für eine Bewirtung freizugeben.

Auch beim sonstigen Kultur- und Veranstaltungsprogramm bleibt alles so, wie es schon im vergangenen Jahr wegen der Baumaßnahmen für die Gartenschau eingerichtet werden musste: So verbleibt etwa die Veteranenschau auf den Parkplätzen bei der Stadtmauer (Rosenstraße) und der Adventure-Park der Evangelischen Allianz auf dem Schulhof der Schlosswallschule – organisiert im Übrigen zum letzten Mal vom ehemaligen Pastor der Scala, Frank Schünemann. Und werbetechnisch ein bisschen mehr investiert worden ist in diesem Jahr in die in der Barbara-Künkelin-Halle stattfindende Hobbyschau, die laut Jürgen Dobler mal wieder einen Schub gebraucht hat – sowohl was die Aussteller und hoffentlich auch, was die Besucher angeht.

Mit Blick auf die Zukunft stellen sich ein paar Fragen

Insgesamt aber lebt sie, die SchoWo – auch in ihrem 51. Jahr. Und die immer wieder aufgeworfene Frage, ob so ein Stadtfest noch zeitgemäß ist, erübrigt sich aus Sicht der Organisatoren, solange die Stadt fünf Tage hintereinander überquillt. Gleichwohl stellen sich mit Blick auf die nächsten Jahre auch einige Fragen. Eine davon ist die, ob und wie lange einzelne Vereine, die schon länger über einen Ausstieg nachdenken wie etwa die Radler oder die Kolpingfamilie, der SchoWo noch die Treue halten. Was natürlich im Falle Kolping – und das wäre dann die nächste Frage – auch davon abhängt, wie lange der Archivplatz, an dem ja bekanntlich die neue Stadtbücherei gebaut werden soll, noch zur Verfügung steht. Jürgen Dobler geht aus seiner heutigen Sicht davon aus, dass das zumindest 2020 noch der Fall ist.

Und so weit sind auch die personellen Weichen gestellt, weil Jürgen Dobler und seine beiden Stellvertreter Sylvia Güntner und Heinz Olschewski noch so lange gewählt sind. Und zumindest bei Dobler gibt es schon eine Tendenz zum Weitermachen – ungeachtet manchen Ärgers, den es bei so einem nerven- und zeitraubenden Ehrenamt natürlich auch gibt. „Das ist das Salz in der Suppe“, meint Dobler, der auf die diesjährige SchoWo „so richtig Lust“ hat. Auch wenn sich die Zeiten, die Anforderungen und der eigene Anspruch in Bezug auf Professionalität gravierend geändert haben. Sich selber auch mal irgendwo hinzusetzen und ein bisschen mitzufeiern, das ist für das ganze Team der SchoWo-Macher schon lange nicht mehr drin– Jubiläums-SchoWo hin oder her.