Schorndorf

Das Corona-Abi hat begonnen

Abiturburggymnasium
In diesem Jahr sitzen nicht mehr als zehn Schülerinnen und Schüler pro Klassenraum – oder 20 in Doppelzimmern – an den Abi-Prüfungen. © Gaby Schneider

In diesem Corona-Jahr ist alles anders, da soll zumindest das Abi sein, wie es immer war: In Berlin haben unlängst Schülerinnen und Schüler gegen die Abiturprüfungen und für ein Durchschnitts-Abi gestreikt, in Schorndorf, „ist es für die allermeisten Schüler wichtig, die Prüfungen zu schreiben“, so schätzt Michael Krauß als stellvertretender Schulleiter des Burg-Gymnasiums die Lage ein. Die Abiprüfungen sind Abschluss und Höhepunkt von zwölf oder mehr Jahren Schule – und so ist auch draußen auf dem Schulhof nach fast fünf Stunden Deutschprüfung am Mittwochnachmittag die Stimmung eindeutig.

„Wir sind froh, dass es stattgefunden hat“, sagen Tamina, Annina und Carla, die sich für einen Werkvergleich zwischen E. T. A. Hoffmanns „Goldenem Topf“ und Hermann Hesses „Steppenwolf“ entschieden haben. Andernfalls hätten sie sich, so vermuten die drei, immer anhören müssen, dass sie als Durchschnittsjahrgang das Abi geschenkt bekommen hätten. Sie fanden’s schon gut genug, dass sie einen Monat länger lernen konnten – trotz allem Hin und Her zu Beginn der Corona-Krise, als unklar war, ob die Prüfungen stattfinden werden oder nicht. Auch Daniel und Pashalis wollten das Abi auf jeden Fall schreiben: „Wir haben ja auch einige Zeit drauf gelernt.“ So hat sich Daniel zum Start in die Prüfungen für den Werkvergleich entschieden, Pashalis saß an einem Essay über „Meine Handschrift – meine Visitenkarte“. Auch Amelie und Louisa, die beide Johannes Bobrowskis Kurzgeschichte „Im Verfolg städtebaulicher Erwägungen“ interpretiert haben, sind sich sicher: Mit Durchschnitts-Abi – „da fehlt einem was“.

Abi-Ball und Motto-Woche: Beides kann nicht stattfinden

Und es fehlt in diesem Jahr ja noch mehr: Dass der Abi-Ball und die Motto-Woche coronabedingt ausfallen müssen, das, sagen die Abiturienten, ist „sehr, sehr traurig“, „super-schade“, „voll schade“. Manche wollten auf Reisen gehen – auch das bleibt ungewiss. Andere hoffen, dass sie ihren Praktikumsplatz und Bundesfreiwilligendienst antreten können oder wollen, weil sie noch nicht volljährig sind, erst mal Geld verdienen und sich dann im kommenden Jahr um ihre berufliche Zukunft kümmern. Manche freuen sich – wie auch immer es sich gestalten wird – auf ihr Studium. Und optimistisch sind sie eigentlich alle, „dass es weitergeht“.

Doch jetzt haben die Abiturprüfungen am Mittwoch am Burg-Gymnasium erst mal für insgesamt 99 Schülerinnen und Schüler begonnen, zehn haben sich für die Nachtermine im Anschluss an die Pfingstferien entschieden. Im Max-Planck-Gymnasium gibt es im 2020er-Jahrgang 61 Abiturientinnen und Abiturienten, zwei werden den Nachtermin wahrnehmen. In Kleingruppen von zehn Schülern verteilt auf die Klassenräume finden die Prüfungen statt. Massenprüfungen, wie es sie in den vergangenen Jahren in der Johann-Philipp-Palm-Halle gab, hatten die Schulen schon vor der Corona-Krise gar nicht geplant. Zwei Wochen lang die Sporthalle für die Prüfungszeit zu blockieren, sagt Michael Krauß vom Burg-Gymnasium, das wäre nicht gegangen. Dafür sind jetzt doppelt so viele Lehrerinnen und Lehrer als Aufsicht eingeteilt.

Wie überhaupt Schule im Moment nur mit deutlich mehr Aufwand organisiert werden kann: „Die Herausforderung im weiteren Jahr“, so MPG-Schulleiter Markus Wasserfall, „wird – neben der Organisation des Wiedereinstiegs in den Unterricht mit halben Klassen – darin liegen, den Abiturjahrgang 2021 so auf das nächstjährige Abitur vorzubereiten, dass die Schülerinnen und Schüler mit einem guten Gefühl und dem nötigen Wissen die Prüfungen werden ablegen können“.

In diesem Corona-Jahr ist alles anders, da soll zumindest das Abi sein, wie es immer war: In Berlin haben unlängst Schülerinnen und Schüler gegen die Abiturprüfungen und für ein Durchschnitts-Abi gestreikt, in Schorndorf, „ist es für die allermeisten Schüler wichtig, die Prüfungen zu schreiben“, so schätzt Michael Krauß als stellvertretender Schulleiter des Burg-Gymnasiums die Lage ein. Die Abiprüfungen sind Abschluss und Höhepunkt von zwölf oder mehr Jahren Schule – und so ist auch draußen

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