Schorndorf

Das einfache Leben als Bereicherung

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Katharina Schmidt und eine Gruppe von Kindern, die sie während ihres Aufenthaltes in Peru in einem Kinderheim betreut hat und die mit ihr sichtlich viel Spaß hatten – genauso wie sie mit ihnen. „Im Grunde hätte man 24 Stunden mit den Kindern verbringen können“, sagt sie. © Katharina Schmidt
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Katharina Schmidt und eine Gruppe von Kindern, die sie während ihres Aufenthaltes in Peru in einem Kinderheim betreut hat und die mit ihr sichtlich viel Spaß hatten – genauso wie sie mit ihnen. „Im Grunde hätte man 24 Stunden mit den Kindern verbringen können“, sagt sie. © ZVW/Danny Galm
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Katharina Schmidt und eine Gruppe von Kindern, die sie während ihres Aufenthaltes in Peru in einem Kinderheim betreut hat und die mit ihr sichtlich viel Spaß hatten – genauso wie sie mit ihnen. „Im Grunde hätte man 24 Stunden mit den Kindern verbringen können“, sagt sie. © ZVW/Danny Galm
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Katharina Schmidt und eine Gruppe von Kindern, die sie während ihres Aufenthaltes in Peru in einem Kinderheim betreut hat und die mit ihr sichtlich viel Spaß hatten – genauso wie sie mit ihnen. „Im Grunde hätte man 24 Stunden mit den Kindern verbringen können“, sagt sie. © ZVW/Danny Galm
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Katharina Schmidt und eine Gruppe von Kindern, die sie während ihres Aufenthaltes in Peru in einem Kinderheim betreut hat und die mit ihr sichtlich viel Spaß hatten – genauso wie sie mit ihnen. „Im Grunde hätte man 24 Stunden mit den Kindern verbringen können“, sagt sie. © ZVW/Danny Galm
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Katharina Schmidt und eine Gruppe von Kindern, die sie während ihres Aufenthaltes in Peru in einem Kinderheim betreut hat und die mit ihr sichtlich viel Spaß hatten – genauso wie sie mit ihnen. „Im Grunde hätte man 24 Stunden mit den Kindern verbringen können“, sagt sie. © ZVW/Danny Galm
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Katharina Schmidt und eine Gruppe von Kindern, die sie während ihres Aufenthaltes in Peru in einem Kinderheim betreut hat und die mit ihr sichtlich viel Spaß hatten – genauso wie sie mit ihnen. „Im Grunde hätte man 24 Stunden mit den Kindern verbringen können“, sagt sie. © ZVW/Danny Galm
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Katharina Schmidt und eine Gruppe von Kindern, die sie während ihres Aufenthaltes in Peru in einem Kinderheim betreut hat und die mit ihr sichtlich viel Spaß hatten – genauso wie sie mit ihnen. „Im Grunde hätte man 24 Stunden mit den Kindern verbringen können“, sagt sie. © ZVW/Danny Galm
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Katharina Schmidt und eine Gruppe von Kindern, die sie während ihres Aufenthaltes in Peru in einem Kinderheim betreut hat und die mit ihr sichtlich viel Spaß hatten – genauso wie sie mit ihnen. „Im Grunde hätte man 24 Stunden mit den Kindern verbringen können“, sagt sie. © ZVW/Danny Galm
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Katharina Schmidt und eine Gruppe von Kindern, die sie während ihres Aufenthaltes in Peru in einem Kinderheim betreut hat und die mit ihr sichtlich viel Spaß hatten – genauso wie sie mit ihnen. „Im Grunde hätte man 24 Stunden mit den Kindern verbringen können“, sagt sie. © ZVW/Danny Galm
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Katharina Schmidt und eine Gruppe von Kindern, die sie während ihres Aufenthaltes in Peru in einem Kinderheim betreut hat und die mit ihr sichtlich viel Spaß hatten – genauso wie sie mit ihnen. „Im Grunde hätte man 24 Stunden mit den Kindern verbringen können“, sagt sie. © ZVW/Danny Galm
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Katharina Schmidt und eine Gruppe von Kindern, die sie während ihres Aufenthaltes in Peru in einem Kinderheim betreut hat und die mit ihr sichtlich viel Spaß hatten – genauso wie sie mit ihnen. „Im Grunde hätte man 24 Stunden mit den Kindern verbringen können“, sagt sie. © ZVW/Danny Galm
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Katharina Schmidt und eine Gruppe von Kindern, die sie während ihres Aufenthaltes in Peru in einem Kinderheim betreut hat und die mit ihr sichtlich viel Spaß hatten – genauso wie sie mit ihnen. „Im Grunde hätte man 24 Stunden mit den Kindern verbringen können“, sagt sie. © ZVW/Danny Galm
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Katharina Schmidt und eine Gruppe von Kindern, die sie während ihres Aufenthaltes in Peru in einem Kinderheim betreut hat und die mit ihr sichtlich viel Spaß hatten – genauso wie sie mit ihnen. „Im Grunde hätte man 24 Stunden mit den Kindern verbringen können“, sagt sie. © ZVW/Danny Galm
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Katharina Schmidt und eine Gruppe von Kindern, die sie während ihres Aufenthaltes in Peru in einem Kinderheim betreut hat und die mit ihr sichtlich viel Spaß hatten – genauso wie sie mit ihnen. „Im Grunde hätte man 24 Stunden mit den Kindern verbringen können“, sagt sie. © ZVW/Danny Galm
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Katharina Schmidt und eine Gruppe von Kindern, die sie während ihres Aufenthaltes in Peru in einem Kinderheim betreut hat und die mit ihr sichtlich viel Spaß hatten – genauso wie sie mit ihnen. „Im Grunde hätte man 24 Stunden mit den Kindern verbringen können“, sagt sie. © ZVW/Danny Galm
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Katharina Schmidt und eine Gruppe von Kindern, die sie während ihres Aufenthaltes in Peru in einem Kinderheim betreut hat und die mit ihr sichtlich viel Spaß hatten – genauso wie sie mit ihnen. „Im Grunde hätte man 24 Stunden mit den Kindern verbringen können“, sagt sie. © ZVW/Danny Galm
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Katharina Schmidt erzählt von ihren beeindruckenden Erfahrungen, die sie während ihres Einsatzes in einem peruanischen Kinderheim gemacht hat. © ALEXANDRA PALMIZI
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Laderas, ein Armenviertel am Rande der peruanischen Hauptstadt Lima.
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Katharina Schmidt und eine Gruppe von Kindern, die sie während ihres Aufenthaltes in Peru in einem Kinderheim betreut hat und die mit ihr sichtlich viel Spaß hatten – genauso wie sie mit ihnen. „Im Grunde hätte man 24 Stunden mit den Kindern verbringen können“, sagt sie.
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Katharina Schmidt und eine Gruppe von Kindern beim gemeinsamen Kochen.

Schorndorf. Ein Freiwilliges Soziales Jahr machen und nur jobben, das wollte Katharina Schmidt genauso wenig, wie sie nur reisen und fremde Länder und Kulturen kennenlernen wollte. Mit einem etwa halbjährigen Engagement in einem Kinderheim in einem Armenviertel am Rande der peruanischen Hauptstadt Lima, um das herum sie ihre verschiedenen Reisen gruppiert hat, hat die 23-Jährige einen erfüllenden und in vielerlei Hinsicht bereichernden Mittelweg gefunden.

„Es bringt einem sehr viel, mal ganz einfach und mit Menschen zu leben, bei denen es jeden Tag ums Überleben geht“, sagt Katharina Schmidt, die nach ihrem dualen Studium an der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen in Ludwigsburg und vor dem Einstieg ins Berufsleben noch einmal eine ganz andere Herausforderung gesucht hat.

Gestoßen ist sie, die in der Schule Spanisch gelernt hat, dann auf die Heubacher Peru-Gruppe (siehe Infokasten), die – wie auch eine zweite in diesem Armutsviertel engagierte Organisation – immer wieder Freiwillige für ein Kinderhaus in Laderas, einem Stadtteil von Lima, sucht, das mit Hilfe des Vereins, der dort weitere Projekte finanziell und ideell fördert, saniert und ausgebaut worden ist.

Erste Herausforderung: Essen in ein Überschwemmungsgebiet bringen

Als sie – nach einem dreiwöchigen Aufenthalt in Kuba – im März 2016 in Lima angekommen ist, war die 23-Jährige auf das Schlimmste vorbereitet, weil starke Regenfälle in den Anden die Hauptstadt teilweise überschwemmt hatten. Weil aber Laderas selber nicht betroffen war, ist Katharina Schmidt gleich einmal mit ein paar Frauen ins Überschwemmungsgebiet gefahren, um den notleidenden Menschen Essen zu bringen.

„Eine heftige Erfahrung und Zustände, wie man sie sonst nur aus dem Fernsehen kennt“, sagt die junge Frau, die bei diesem Einsatz eine anschließend immer wiederkehrende Erfahrung gemacht hat: „Man wird auch ein bisschen dreckresistent.“ Wobei die Regel nicht die ist, dass es zu viel, sondern dass es zu wenig Wasser gibt. Was dazu führt, dass immer mal wieder für einen Tag oder auch länger das Wasser ganz abgestellt wird.

Im Kinderheim selber, in dem Kinder aus Familien, in denen sich die Eltern oder die von den Vätern verlassenen Mütter nicht um sie kümmern können oder wollen, entweder die ganze Woche über leben oder nur tagsüber untergebracht sind, konnte sich Katharina Schmidt, die bei freier Kost und Logis auch selber in dem Haus gelebt hat, relativ frei entscheiden, wie und wo sie sich engagieren will.

Und sie hat so ziemlich alles mitgenommen, was sich an Möglichkeiten geboten hat. Morgens hat sie geholfen, die Kinder, die in die staatliche Schule gehen, schulfertig zu machen, tagsüber hat sie in der Küche geholfen, die Tagesmütter bei der Betreuung der Kleinen unterstützt, sich bei der Hausaufgabenbetreuung engagiert und mit den Kindern gespielt, und abends hat sie ihnen beim Zähneputzen geholfen und sie gemeinsam mit den Tagesmüttern ins Bett gebracht.

„Im Grunde hätte man 24 Stunden mit den Kindern verbringen können“, sagt Katharina Schmidt, die immer wieder die auch für sie selber beglückende Erfahrung gemacht hat, wie sehr sich die Kinder gefreut haben, wenn am Abend noch jemand da war, der ein bisschen mit ihnen gekuschelt oder ihnen noch etwas vorgelesen und mit ihnen gebetet hat.

Letzteres vor allem, denn in Peru ruhen viele Hoffnungen auf dem Glauben und auf der Kirche. Was die 23-Jährige aber, die selber einem gut katholischen Elternhaus entstammt, eher kritisch sieht, als dass es ihr einen Pusch zurück zur Kirche gegeben hätte.

„Wie groß die Probleme sind und wie wenig man bewirken kann“

Was sie aber auch gespürt hat und was sie wesentlich mehr beeindruckt hat, ist „eine unglaubliche Dankbarkeit der Menschen, dass wir da sind und dass sich jemand aus so einem reichen Land wie Deutschland für sie interessiert“. Umgekehrt hat es Katharina Schmidt als Glücksgefühl empfunden, den Kindern, mit denen sie es zu tun hatte, „ein bisschen ein Zuhause geben zu können und für sie so etwas wie eine Schwester oder Freundin zu sein“.

Gleichzeitig musste sie es aushalten, jeden Tag die Armut und ihre Folgen zu sehen – angefangen vom Müll und darin wühlenden streunenden Hunden bis hin zu den Kindern, die alle Läuse haben und erst einmal mit Zahnpflege vertraut gemacht werden müssen.

„Man merkt, wie groß die Probleme sind und wie klein man selber ist und wie wenig man letztendlich bewirken kann“, sagt die 23-Jährige, die ihren Aufenthalt im Armenviertel Laderas als ungemein horizonterweiternd empfunden hat. Und zwar nicht zuletzt deshalb, weil sie es noch einmal ein Stück mehr wertschätzen gelernt hat, „wie gut es uns geht“. Und dass es Menschen gibt, denen es an so vielem mangelt, was für uns selbstverständlich ist, und die mit dem Wenigen, das sie haben, zufrieden sind.

„Die Menschen verstehen nicht, dass man kein Fleisch essen kann“

Heimweh, sagt Katharina Schmidt, habe sie bei und trotz alledem nicht gehabt: „Es geht mir immer dort gut, wo ich gerade bin.“ Zumal es ja fast überall Internet gibt und so die Familie jederzeit erreichbar ist. Ein bisschen schwergetan, räumt die 23-Jährige ein, hat sie sich, zumal nachdem sie ganz auf vegetarisch umgestellt hat, mit dem Essen.

„Die Menschen dort verstehen nicht, dass man kein Fleisch essen kann“, sagt sie lachend. Statt frischem Gemüse, das vor allem auch den durchweg unter Vitaminmangel leidenden Kindern guttäte, gab es halt viel Nahrhaftes wie Reis – mit Hühnchen, das sie aussortiert hat – und Linsen oder Bohnen, weil es, wie Katharina Schmidt sagt, im Kinderheim nicht um richtige Ernährung geht, sondern nur darum, satt zu werden. Ganz davon abgesehen, dass es viele Kinder von daheim gar nicht kennen, dass regelmäßig für sie gekocht wird.

Wobei die 23-Jährige sich ihr Frühstück und ihr Abendessen selber zubereitet hat und auch auf ihren Reisen durch viele südamerikanische Länder, die sie während ihres Aufenthaltes in Peru oder danach unternommen hat, ausreichend Gelegenheit hatte, sich nach eigenem Gusto zu verpflegen – was aber auch nicht immer ganz einfach war.

Der Einstieg in den Beruf beim Landratsamt in Tübingen

Jetzt ist Katharina Schmidt, die nach ihrer Rückkehr gleich mal ein bisschen beim Skifahren war und dann noch einen Abstecher nach Lappland unternommen hat, wieder ganz zu Hause angekommen, hat aber durchaus im Hinterkopf, irgendwann einmal wieder nach Laderas zu reisen.

„Dort fehlt einem manchmal einiges von zu Hause, aber hier fehlt mir auch einiges, was ich dort gesehen und gefunden habe“, sagt die 23-Jährige und denkt dabei vor allem auch an die „unheimliche Gastfreundschaft“, die sie in Peru, aber auch in anderen südamerikanischen Ländern erlebt hat.

Zunächst einmal freilich begnügt sie sich damit, am Projekt aus der Ferne dranzubleiben und aktiv in der Heubacher Peru-Gruppe mitzuarbeiten, in der sie mittlerweile auch schon als Beirätin tätig ist. Und dann beginnt ja demnächst das, was manche Menschen gern als den Ernst des Lebens bezeichnen – der Einstieg in den Beruf. Katharina Schmidt hat eine Anstellung beim Landratsamt in Tübingen gefunden, wo sie sich um Leistungen für Asylbewerber kümmern wird - und eine Wohngemeinschaft, in die sie demnächst einziehen wird.


Peru-Gruppe

Auslöser für die Gründung der Peru-Gruppe Heubach war 1996 die Reise einer kleinen ökumenischen Gruppe aus Heubach unter der Leitung des damaligen Pfarrvikars Frank Esche und seiner aus Lima stammenden Frau nach Peru. Eines der Ziele war, Kontakte zu den Frauenorganisationen im Armenviertel in Laderas am Rande der Hauptstadt Lima zu knüpfen.

Die gewonnen Eindrücke waren so tief und bewegend, dass daraus eine bis heute lebendige Solidarität mit den Menschen in Laderas entstanden ist. Der Verein wird mittlerweile von rund 600 Freunden und Förderern unterstützt und hat in den letzten Jahren eine Vielzahl von Projekten realisiert.

Bei den Projekten geht es darum, den Hunger und andere Grundbedürfnisse zu stillen, Kinder und Jugendliche zu betreuen, zu begleiten und zu fördern und Arbeitsangebote zur Selbstversorgung aufzubauen. So ist unter anderem eine Kartenwerkstatt entstanden, in der kunsthandwerkliche Karten gefertigt werden, die von der Peru-Gruppe verkauf werden.