Schorndorf

„Das ist ein Wahnsinn!": Freude im Tafelladen Schorndorf über Spende einer jungen Familie

TafelladenFinkspende
Helmut Topfstedt (links) und Renate Frank freuen sich über die großzügige Spende, die Andreas Fink mit seiner Familie in den Tafelladen gebracht hat. © Gaby Schneider

Lotte hat ein Lächeln im Gesicht. Die Dreijährige hat ein Päckchen Babywindeln in der Hand und streckt es Renate Frank entgegen: „Für dich.“ Das Mädchen strahlt, sie weiß, dass sie damit etwas Gutes tut.

Es ist mittlerweile zu einer Tradition geworden, dass Andreas Fink und seine Familie für den Tafelladen spenden – und zwar eigentlich immer zur Weihnachtszeit, denn da ist der Tafelladen meist mit einem Stand auf dem Weihnachtsmarkt vertreten, so dass sich diese Spendenaktion dort „sehr schön anbietet“. Da solch eine Übergabe aber im vergangenen Jahr pandemiebedingt nicht stattfinden konnte, wurde die Spendenübergabe verschoben.

Andreas Fink lacht: „Es hat sich einiges angesammelt und wir haben die Pakete erst mal gestapelt.“ Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Ines Ersing hat Andreas Fink größere Mengen an Drogerie- und Hygieneartikeln online bestellt und nach Hause liefern lassen. „Der Paketbote hasst uns mittlerweile bestimmt“, sagen die beiden mit einem Augenzwinkern.

Die Bestellungen habe man online getätigt, da die gewollten Mengen im Handel vor Ort so nicht hätten gekauft werden können. Zwischen zwölf und 15 Pakete sind zusammengekommen: „So könnte man im Laden nicht einkaufen, da das die haushaltsüblichen Mengen übertrifft“, erklärt der junge Vater. „Mit drei Kindern kann man gut nachvollziehen, was Familien benötigen“, ergänzt seine Partnerin. Mit dem Familienauto, einem kleinen Van, ist Andreas Fink vorgefahren. Im Wagen ist kein Platz mehr. Auch die letzte Ecke wurde logistisch genutzt, um alle Pakete und die vollgepackten Kisten unterzubekommen. Darin enthalten sind Produkte im Gesamtwert von knapp 600 Euro: Windelpakete für Babys und Kleinkinder, Duschgel, Zahnbürsten und Zahnpasta, Feuchttücher, Cremedosen, Damenhygieneartikel, Shampoo, Rasierer, Rasierschaum und, und, und.

Hohe Spendenbereitschaft der Schorndorfer

Groß ist die Freude bei Renate Frank und ihrem Team. Die 77-Jährige leitet gemeinsam mit Helmut Topfstedt seit gut zwölf Jahren den Tafelladen in Schorndorf. „Das ist ein Wahnsinn! So was bekommen wir ja sonst ganz selten. Das ist schon ein Highlight. Solche Artikel werden nur auf privater Basis gespendet.“ Lotte und ihr Bruder Fabian (3) rennen zwischen Auto und Tafelladen hin und her und packen fleißig mit an. Anton (1 Jahr alt) lässt sich von der Mama umhertragen und schaut bei der Auspackaktion freudig zu.

„Da habt ihr aber richtig zugeschlagen“ – Renate Frank ist begeistert. Schon ist ihr Team dabei, die Kisten zu verstauen oder einzuräumen. Aber es werde nicht alles gleich zum Verkauf im Tafelladen bereitgestellt: „Sonst ist das in null Komma nichts weg. Schließlich soll jeder, der kommt und diese Dinge benötigt, die Chance haben, sie auch zu erhalten. Das haben wir im Blick“, sagt Helmut Topfstedt.

Derzeit sei man gut mit Lebensmitteln im Tafelladen bestückt, und der Andrang der Geflüchteten aus der Ukraine habe sich etwas gelegt. Kurz schweift man zur Allgemeinsituation bei den Tafeln ab. Renate Frank: „Die Spendenbereitschaft ist hoch“, ein Umstand, der die Tafelladenbetreiberin beglückt, denn nicht jeder Tafelladen könne das derzeit behaupten.

„Die Schorndorfer sind schon ein spendables Völkchen“, lobt sie und erwähnt auch die gute Vernetzung, die sie und ihr Team pflegen. Dass sich immer mal wieder lange Schlangen vor dem Tafelladen bilden, ist nach wie vor so: Die Lebensmittelpreise steigen immer weiter und viele bedürftige Menschen in Schorndorf können sich nicht mehr alles leisten, um eine vernünftige Ernährung zu gewährleisten. Für viele ist der Tafelladen da eine wichtige Anlaufstelle. „Spenden sind uns immer willkommen“, wirft Helmut Topfstedt ein.

Renate Frank und Helmut Topfstedt suchen Nachfolger

Andreas Fink und Renate Frank haben überlegt, wo die Anfänge liegen, dass es zu diesem „traditionellen Spenden-Ereignis“ gekommen ist. „Wir machen diese Spende seit gut sieben Jahren“, sagt Fink. „Das kommt hin“, bestätigt Renate Frank. Durch Papa Ulrich Fink, den Helmut Topfstedt schon gute 50 Jahre kennt, sei man sich nie fremd gewesen. Von klein auf kenne er „den Andi“, sagt Topfstedt. Über Schorndorf Centro und über die Organisation für die „Lange Tafel“ sei man immer wieder ins engere Gespräch gekommen. „Und so haben wir dann irgendwie zusammengefunden“, sagt Andreas Fink.

Wie das im Hause Fink/Ersing abläuft, wenn es um die Aktion geht? Jeder überlege sich, was er spenden möchte, und bestelle dann, beschreibt die junge Mutter, wie sie das Vorhaben mit ihrem Partner umsetzt. Und was jetzt schon klar ist: Zu Weihnachten gibt es – wie es der Tradition entspricht – die nächste Familienspende.

Was Renate Frank und Helmut Topfstedt am Ende noch anfügen wollen: „Wir sind beide Ende 70, haben die Tafel nun zwölf Jahre geleitet. Wir werden älter – und suchen Nachfolger für uns.“ Ja, es müsse jetzt sein. Solch eine Aufgabe könne man nicht alleine machen, und es erledige sich schon gar nicht von alleine: „Das ist eine Herausforderung hier.“

Und in dieser Aufgabe muss man auch aufgehen – so wie es Renate Frank und Helmuth Topfstedt tun.

Lotte hat ein Lächeln im Gesicht. Die Dreijährige hat ein Päckchen Babywindeln in der Hand und streckt es Renate Frank entgegen: „Für dich.“ Das Mädchen strahlt, sie weiß, dass sie damit etwas Gutes tut.

Es ist mittlerweile zu einer Tradition geworden, dass Andreas Fink und seine Familie für den Tafelladen spenden – und zwar eigentlich immer zur Weihnachtszeit, denn da ist der Tafelladen meist mit einem Stand auf dem Weihnachtsmarkt vertreten, so dass sich diese Spendenaktion dort

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