Schorndorf

Das künstlerische Ferienprogramm des Kulturforums

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Christiane Steiner (Mitte) freut sich über die selbstständige Kreativität ihrer Kursteilnehmerinnen Helene (l.) und Maximilian (r.) © Schneider / ZVW

Schorndorf. Träume im Weltall, Lieblingstiere in der Savanne, das Büro von Donald Trump – in gebastelten Guckkasten-Schuhkartons haben Kinder des Kinderferienprogramms Fantasien und Ideen geklebte Realität werden lassen. Künstlerin Christiane Steiner hat die Kinder darin angeleitet, sich von eigenen Gedankenblitzen leiten zu lassen.

Video: Die entstandenen Glückskästen

Vollauf beschäftigt ist Maximilian. Der Neunjährige ist für sein Leben gern kreativ. Sein Guckkasten ist eine Hommage an Star Wars. Der Hintergrund in weltall’schem Blau, die aus Weinflaschenkorken gebastelten Planeten in Gelb und Weiß. Aufgefädelt an dünnen Drähten scheinen sie tatsächlich durch den Raum zu fliegen. Dazwischen baumelt eine fliegende Untertasse.

Entdecken der eigenen Kreativität

Der Schuhkartondeckel wird von Löchern durchbrochen, die mit buntem Transparentpapier abgedeckt wurden, aber dennoch reichlich Licht in die Pappschachtel lassen. Wer den Deckel schließlich auflegt und durch das kleine Guckloch vorne an der Stirnseite der Schachtel hindurchlinst, wird überrascht. Was von oben betrachtet recht unspektakulär aussieht, erhält durch diese Perspektive echte Tiefe und Weite.

Aber längst ist Maximilian mit seinem Guckkasten fertig. Als Nächstes ist ein Fallschirm an der Reihe. Den lässt er nun von einer hohen Treppe aus herabsegeln. Noch nicht ganz optimal ist der erste Versuch. Also gibt’s eine kleine Modifikation — Gewicht muss weg. Der zweite Versuch gelingt. Der Fallschirm trudelt gemächlich in Richtung Boden.

Richtig gut, findet das Workshop-Leiterin Christiane Steiner. Schließlich ist die Entwicklung der eigenen Kreativität ihrer Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer ihr großes Ziel. Wie das gelingt? „Man muss schon eine Ursprungsidee liefern und etwas anbieten.“ So können die Kinder sich erst einmal orientieren, beginnen, sich sicher zu fühlen. Dann geht es los mit dem Blick auf Neues. Wichtig sei es dann aber auch, ausreichend Raum zu lassen. Das muss ein Kursleiter auch erst einmal aushalten. „Es ist schön zu beobachten, wie sich die Kinder gegenseitig animieren, etwas auszuprobieren.“ Schließlich kann nur im Entdecken einer neuen Idee Kunst entstehen. Und so findet sie es toll, dass die Kursteilnehmer nach ihren fertiggestellten Guckkästen allesamt noch weiterbasteln. „Es ist toll hier, dass alle möglichen Materialien zur Verfügung stehen“, findet der zwölfjährige Lion. Er hatte zunächst ein Bürozimmer gebastelt und wagt sich nun an ein noch nicht näher definiertes Objekt heran. Auch Helene (9) genießt es, die riesigen Tuben voller Acrylfarbe nutzen zu dürfen. Sie arbeitet gerade an einem Fantasieraum, der ein wenig wie eine Altarlandschaft aussieht.

Kursleiterin Christiane Steiner ist selbst Künstlerin. Sie erstellt Grafiken – darunter Linoldrucke, Zeichnungen und Tuschearbeiten. Sie arbeitet mit Keramik und Beton. Sie hat ihr Atelier in Schorndorf und ist Mitglied des Kunstvereins.