Schorndorf

Das Parkleitsystem wird dynamisch

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Bislang gibt es in Schorndorf nur ein statisches Parkleitsystem, das lediglich die Gesamtzahl der theoretisch zur Verfügung stehenden Parkplätze anzeigt. Das künftige dynamische System zeigt dem Autofahrer jeweils ganz aktuell die Anzahl der tatsächlich verfügbaren Parkplätze an. © Schneider / ZVW
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Die Frage, ob auch der zunächst eigentlich nur als Provisorium gedachte Parkplatz auf dem ehemaligen Maier-am-Tor-Gelände ins Parkleitsystem miteinbezogen werden soll, hat der Gemeinderat mit klarer Mehrheit mit Ja beantwortet. © Benjamin Büttner

Schorndorf. Spätestens die Remstal-Gartenschau macht’s erforderlich und auch möglich: Die Stadt Schorndorf leistet sich ein dynamisches Parkleitsystem und bekommt die mit 686 000 Euro veranschlagte Maßnahme vom Land mit 324 000 Euro bezuschusst. Zusätzlich werden die drei Parkplätze „An der Mauer“, „Spitalhof“ und „Maier am Tor“ mit Schrankenanlagen aus- und aufgerüstet und ebenfalls ins Parkleitsystem miteinbezogen.

Diese sogenannten „zusätzlichen Parkierungseinrichtungen“, die jeweils mit Ein- und Ausfahrtskontrollgeräten und Kassenautomaten versehen sein sollen, schlagen im Fall des Spitalhofs und des Parkplatzes „An der Mauer“ mit jeweils rund 165 000 und im Fall des Parkplatzes „Maier am Tor“ mit knapp 130 000 Euro zu Buche. Wobei strittig nur die Einbeziehung des Parkplatzes „Maier am Tor“ war – aus zweierlei Gründen: Zum einen, weil er, gelegen an der Ecke Rosen-/Künkelinstraße, auf einem für eine Bebauung vorgesehenen Areal liegt und eigentlich nur als Provisorium gedacht war. Zum andern, weil er aktuell und auch im kommenden Gartenschaujahr den Landesbediensteten, die ihre Parkplätze beim Schloss räumen mussten, als Ausweichparkplätze zugewiesen sind. Gleichwohl stimmte der Gemeinderat mit überwältigender Mehrheit dafür, dass auch dieser Parkplatz aufgerüstet und ins Parkleitsystem einbezogen wird, nachdem Oberbürgermeister Matthias Klopfer deutlich gemacht hatte, dass es dann eben für die Landesbediensteten bis zum Ende des Gartenschaujahres an den Werktagen eine Sonderregelung braucht und dass er, Klopfer, nicht davon ausgeht, dass das Gelände gleich im Anschluss an diese Sondernutzung bebaut wird.

Frequenz über Bepreisung oder Höchstparkdauer sicherstellen

„Ein persönliches Problem“ damit, alle verfügbaren größeren Parkflächen in der erweiterten Innenstadt einzuschränken, hat Grünen-Stadträtin Nadia Pagano. Sie war der Meinung, dass wenigstens eine Parkfläche außer dem Unteren Marktplatz – und der wird während der Gartenschau ohnehin anderweitig genutzt, unbeschrankt bleiben sollte. „Alle zu beschranken, ist gefühlt nicht für alle Verkehrsteilnehmer tauglich“, meinte die Grünen-Stadträtin. CDU-Fraktionschef Hermann Beutel gab zu bedenken, dass der Parkplatz Archivplatz (Spitalhof) von einer hohen Frequenz und einem regelmäßigen Umschlag lebt, weshalb es nicht wünschenswert sei, dass dort in Zukunft fünf Stunden lang geparkt werden könne. Das lasse sich, hieß es dazu von Seiten der Verwaltung, entweder über eine Höchstparkdauer oder über eine entsprechende Bepreisung, die zum Beispiel das Parken von der dritten Stunde an, deutlich teurer machen, regeln. Klar ist, dass es für diejenigen, die über den Spitalhof die im hinteren Bereich (Beim Brünnele) liegenden Anwohner- und Firmenparkplätze anfahren, eine Sondergenehmigung braucht.

Auch Parkhäuser werden ins Parkleitsystem eingebunden

Ziel des neuen dynamischen Parkleitsystems ist es, einerseits die grundlegenden Ein- und Ausfahrtsrouten beizubehalten, gleichzeitig jedoch die Verkehrsteilnehmer durch die dynamischen Anzeigen gezielt und effizient auf dem kürzesten Weg zur nächsten freie Plätze aufweisenden Parkierungsanlage zu lenken. Was zur Entlastung der Innenstadt vom Individualverkehr und zur Vermeidung von unnötigem Parksuchverkehr führen soll. Die frühzeitige Erkennung von freien Parkplätzen oder von „Überlastungszuständen“ und die verständliche, schnelle und kontinuierliche Zielführung soll der Verwaltung zufolge auch zu einer Verstetigung des Verkehrsflusses und zu weniger Staus und Wartezeiten, zu einer Verringerung der verkehrsbedingten Emissionen und zu einer gleichmäßigen Auslastung der vorhandenen Kapazitäten führen. Eingebunden ins Parkleitsystem werden, wie der Erste Bürgermeister Edgar Hemmerich auf Nachfrage aus dem Gemeinderat bestätigte auch alle derzeit vorhandenen Parkhäuser (auch Bantel und Arnold) und auch alle, die möglicherweise in Zukunft noch dazukommen.

CDU-Fraktion: Wichtig ist, dass das neue System online-fähig ist

Für CDU-Stadtrat Klaus Dobler ist wichtig, dass es sich bei dem neuen Parkleitsystem um eine App-basierte Version handelt, die auch in die jeweiligen Navigationssysteme einfließen muss – und um ein modulares System, in das auch alle künftig dazukommenden Parkplätze eingerechnet werden können. Es sei eine Grundvoraussetzung für den Erfolg des dynamischen Parkleitsystems, dass es online-fähig sei, fasste Doblers Fraktionskollege Ingo Sombrutzki die Erwartungen seiner Fraktion zusammen. Grünen-Stadtrat Wilhelm Pesch propagierte auch in diesem Zusammenhang wieder „die menschenfreundliche und nicht autogerechte Stadt“ und forderte, ebenfalls nicht zum ersten Mal, die Aufgabe der Einbahnregelung von der Burg- in die Schlichtener Straße, um den Autofahrer die Zufahrt zum Parkhaus Künkelin zu erleichtern.

Umsetzung noch in diesem Jahr

Mit der Vergabe und Durchführung der (Bau)maßnahmen zur Einrichtung eines Verkehrsleitsystems hat der Gemeinderat die Stadtwerke beauftragt. Denen ist zur Auflage gemacht worden, dass sie die Ausschreibungsergebnisse und eine aktuelle Kostenübersicht in der jeweils nächsten Sitzung des Technischen Ausschusses oder des Gemeinderats vorstellen. Auch der Parkleitrechner soll in einer Immobilie der Stadtwerke untergebracht werden. Umgesetzt werden soll das Parkleitsystem noch in diesem Jahr, so dass die zur Remstal-Gartenschau mit dem Pkw anreisenden Besucher entsprechend dynamisch zu freien Parkplätzen gelenkt werden können.


Parkkonzepte

Während das Parkraumkonzept für die Innenstadt in der Juni-Sitzungsrunde beraten und beschlossen werden soll, ist das Parkraumkonzept für das Klinikumfeld zunächst einmal zurückgestellt.

Zunächst einmal soll die Parkraumsituation „rund ums Krankenhaus“, wo sich Klinikbedienstete, Beschäftigte im Gesundheitszentrum und Anwohner den Parkraum mehr oder weniger friedlich-schiedlich teilen, im Juni noch einmal mit allen Beteiligten erörtert werden.

Dann, so hat’s der Oberbürgermeister zu Beginn der letzten Gemeinderatssitzung bekanntgegeben, wird entschieden, ob nach der Sommerpause noch einmal über eine neue Parkregelung fürs Klinikumfeld beraten oder ob darauf verzichtet wird. Was bedeuten würde, dass alles so bleibt, wie es ist.