Schorndorf

Das sagen Schorndorfer Gemeinderäte zu "Smart City"

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Aus Schorndorf soll eine "Smart City" werden © Benjamin Büttner

Was für die einen eine riesige Chance ist, kann andere durchaus ins Zweifeln bringen: So war es am Donnerstagabend bei der Frage, ob Schorndorf kurzfristig der Bewerbung für die „Modellprojekte Smart City 2021“ zustimmen soll. Ziemlich ratlos lasen weite Teile des Gemeinderats den Text in der Sitzungsvorlage, der ihnen Sinn und Zweck des Projekts erklären sollte. „Eine der größten Herausforderungen der nächsten Jahre ist der Klimawandel, der von Schorndorf sowohl eine Adaption an seine Folgen, als auch eine Mitigation, also ein Entgegenwirken, erfordert“, heißt es da zum Beispiel. Die Entwicklungs- wie Entscheidungssystematik sei hierbei komplex und werde durch Daten abgebildet.

Worüber soll man da bitte abstimmen?

Kein Wunder, dass sich da mancher fragte, worüber er abstimmen solle. „Ich bitte um eine verständlichere Vorlage und dringend um eine einfache Sprache“, sagte Gerhard Nickel (FDP/FW). „Man kann es nicht sofort erfassen“, sagte ganz vorsichtig auch Friederike Köstlin (Grüne). Vieles sei möglich, und das sei auch wünschenswert. Vor einem Rätsel stand laut Fraktionssprecher Hermann Beutel auch die CDU: „Wir werden nicht alle zustimmen können“, kündigte er an: „Die Geschichte ist mit einem Aber behaftet.“ Und FDP-Rat Peter Schwan wollte wissen, worüber der Gemeinderat abstimmen solle, wenn der Antrag der Städte doch schon gestellt sei. Oberbürgermeister Matthias Klopfer beruhigte: „Sie bleiben Herr des Verfahrens“, und wurde dabei vom Landtagsabgeordnetem und Aufsichtsratsmitglied der Baden-Württemberg-Stiftung Claus Paal unterstützt, der für das Projekt warb: Der Antrag sei obsolet, wenn der Gemeinderat nicht zustimme, so Paal. Für Schorndorf sei die Bewerbung eine ganz große Chance. Und: „Diese Gelder sind gut investiert.“

So sah das auch Hans-Ulrich Schmid (SPD): Es gehe um einen Zukunftspfad, um Digitalisierung für die Stadt und um konkrete Hilfen. Schorndorf sei in guter Gesellschaft. Und: „Wir bringen unsere Stadt in die Moderne.“ Dringend nötig ist dies offenbar auch aus Sicht Gerhards Nickels: Die Pandemie habe den Leuten vor Augen geführt, dass die Bundesrepublik bei der Digitalisierung ein Entwicklungsland ist. Auch Werner Neher (GLS) fand: „Auf Smart City warten wir schon lange genug.“

Und was ist mit der Gesundheit?

Keine Lust auf ein weiteres Zukunftsprojekt hatte dagegen Andreas Schneider. Schorndorf habe mit dem Klimaschutz und vielen anderen Aufgaben genügend Projekte, befand er und empfahl dringend, dieses weitere anderen Städten zu überlassen. Städten, „die personell besser aufgestellt sind und ihre Pflichtaufgaben besser machen“. „Ohne Smart City kein Klimaschutz“, behauptete indes Claus Paal, während Bürgermeister Thorsten Englert sagte, er verstehe schon, „dass der eine oder andere nicht mitkommt. Die Geschwindigkeit ist immens.“ Die Zukunft in Schorndorf solle smart, die Künstliche Intelligenz ausgebaut werden, um Personal einsparen zu können. Eine, die gern länger überlegt hätte, war Kirsten Katz (Grüne). Digitalisierung, sagte sie, bringe ja nicht nur Vorteile. Auch Julia Schilling (CDU) forderte mehr Zeit für die Entscheidung: „Ich fühle mich unter Druck.“ Auch der gesundheitliche Aspekt dürfe nicht außer Acht gelassen werden.

Am Ende wurde der Antrag mit 22 Stimmen angenommen. Wenn alles klappt, wird sich die Verwaltung nun ein Jahr lang mit möglichen Vorhaben beschäftigen.

Was für die einen eine riesige Chance ist, kann andere durchaus ins Zweifeln bringen: So war es am Donnerstagabend bei der Frage, ob Schorndorf kurzfristig der Bewerbung für die „Modellprojekte Smart City 2021“ zustimmen soll. Ziemlich ratlos lasen weite Teile des Gemeinderats den Text in der Sitzungsvorlage, der ihnen Sinn und Zweck des Projekts erklären sollte. „Eine der größten Herausforderungen der nächsten Jahre ist der Klimawandel, der von Schorndorf sowohl eine Adaption an seine

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