Schorndorf

Das Smartphone als Stadtführer

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QR-Codes geben Auskunft über 35 Stationen wie die Gaupp‘sche Apotheke. © Habermann / ZVW
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QR-Codes geben Auskunft über 35 Stationen wie die Gaupp‘sche Apotheke. © Stadt Schorndorf

Schorndorf. Auf einmal erscheint Gottlieb Daimler auf dem Smartphone-Display und erzählt seine Geschichte. Auch die Kirchturmbläser legen los. Mit Bildern, Videos und Textinformationen will die Stadt ab sofort Besucher und Bewohner auf einen interaktiven Stadtrundgang einladen. Wer will, kann mit der Schorndorf-App vom Sofa aus die Daimlerstadt erkunden. Halt, sagt OB Matthias Klopfer: Am besten geht man immer noch zu Fuß.

Am Dienstagnachmittag hat die Stadt Schorndorf ihre angekündigte Erweiterung der Schorndorf-App vorgestellt. Mit dem virtuellen Stadtrundgang sollen nicht nur Touristen angesprochen werden, sondern auch die vielen (Neu-)Bürger der Stadt, die vielleicht von vielen Höhepunkten, aber noch nicht von allen Sehenswürdigkeit ihrer Stadt gehört haben. 35 Stationen gibt es, die der Internetnutzer digital und der Besucher mit den Füßen ansteuern kann. Vom Ackerbürgerhaus bis zum Wohnhaus der Barbara Walch-Künkelin erfährt der Neugierige etwas über die Geschichte der Stadt. Der Clou: Die Informationen stehen zum einen auf den 35 Tafeln, das Angebot wurde um vier Tafeln erweitert, an den städtischen Sehenswürdigkeiten. Verknüpft sind die Infos zum anderen mit der Internetseite und der App der Stadt. Als neues Angebot können direkt vor Ort QR-Codes mit dem Smartphone abgelesen werden. Sofort erhält der Besucher Infos in Form von Texten, Bildern – auch historische – und zu manchen Objekten auch Videos. Und so erklärt Gottlieb Daimler, alias Karl-Otto Völker, wie er den Motor erfunden hat. 15 000 Euro hat das Projekt die Stadt gekostet.

Verknüpfung: Infos auf den Schildern werden digital angereichert

Wer die Schorndorf-App (wir haben berichtet) installiert hat, siehe Kasten rechts, kann in Zukunft weitere Dienste nutzen. Mit der jetzigen Neuerung kommen vor allem Kultur- und Geschichtsinteressierte auf ihre Kosten. Das betrifft die Innenstadt, deren Sehenswürdigkeiten einheitlich beschildert wurden. Das Wissen wurde nun auch digital und interaktiv erweitert. Wem der Text auf den Schildern reicht, der geht weiter seiner Wege. Wer nachhaken will, zückt das Smartphone, scannt mit der Kamera den QR-Code ein oder tippt die jeweilige Internetadresse ein. Im Netz findet der Nutzer historische Aufnahmen, beispielsweise vom Rathaus. Bisher wurden außerdem vier kurze Videos gedreht, über das Burgschloss, die Gaupp‘sche Apotheke, das Gottlieb-Daimler-Haus und die Stadtkirche. Das Angebot könne laufend ergänzt werden. „Wir wollen den Touristen einen tieferen Einblick geben“, erklärt Julia Geiger, Leiterin des Fachbereichs Kommunales, Öffentlichkeitsarbeit, Kultur und Tourismus. Die Videos zeigen unter anderem auch den Gaupp‘schen Apothekenkeller, Einblicke, die man sonst nicht so einfach erhalten könne. Im Zuge des digitalen Fußmarsches durch die Stadthistorie hat das Team um Museumsleiterin Dr. Andrea Bergler auch noch einmal die Geschichte Schorndorfs durchleuchtet. Auch der Kenner der hiesigen Historie könnte etwas Neues erfahren, deutet sie an, habe man doch noch einmal das Archiv der Stadt durchforstet und mehr Details, unter anderem in puncto bauliche Entwicklung, erhalten.

Klopfer: Der Tourismus hat eine große Bedeutung für die Stadt

„Der Tourismus hat eine große Bedeutung für die Stadt“, führt Oberbürgermeister Matthias Klopfer aus. Tages- und Mehrtagestouristen seien ein Wirtschaftsfaktor. Jeder Euro, den die Stadt hier investiere, komme den Bürgern zugute. Die können die Angebote ebenfalls nutzen. Die Visitenkarte der Stadt, in Form von Broschüren, Internetauftritt und App, wurde ergänzt. „Wir wollen die Menschen auf die Geschichte und das kulturelle Angebot aufmerksam machen“, so Klopfer, der es begrüßt, das sein Team neue digitale Wege geht.

Mitgewirkt haben unter anderem der Internetbeauftragte der Stadt, Patrick Bellon, und Nicole Steeger, Sachgebietsleiterin Tourismus, Stadtinfo und Kultur. Die Videos hat der junge Foto- und Filmemacher Daniel Grbic gemacht. Das Angebot könne, so Julia Geiger auch im Hinblick auf die Remstal-Gartenschau, laufend angepasst und erweitert werden. Nicole Steeger verrät, was die modifizierte App und der interaktive Stadtrundgang noch bieten.

„Die Informationen sind auch außerhalb der Stadtinfo-Öffnungszeiten zugänglich“, listet sie auf. Was nicht jede Stadt biete, seien individuelle Touren für die Tagestouristen: Wer wenig Zeit hat, kann beispielsweise lediglich die Gottlieb-Daimler-Tour oder die Fachwerkshäuser-Tour machen. Weitere sind in Planung. Über GPS kann das Smartphone den Standort orten und anzeigen, wie man vom Bahnhof zum Burgschloss kommt oder welche Schmuckstücke in der Nähe sind. Wer dort angekommen ist und die Tafel findet, kann mit seinem Smartphone den QR-Code ablesen (Funktion ist in der App enthalten), und egal, wie spät es ist, einen Blick in den Burgschlosskeller werfen. Auch dazu gibt es ein Video.

Das Angebot ist sofort nutzbar. Das öffentliche WLAN hilft. Das hat OB Matthias Klopfer direkt ausprobiert. „Es funktioniert“, sagt er auf dem Marktplatz stehend, „ein kleines, feines Projekt.“

Wer die richtigen Schlüsse zieht, erkennt: Wer in Zukunft Schorndorf besuchen will, muss gar nicht mehr das Haus verlassen. Das komplette Angebot findet der Nutzer auf www.tour.schorndorf.de. Dort taucht eine Karte mit den Sehenswürdigkeiten auf, die Stationen können einzeln angesteuert werden. Doch wer die Daimlerstadt kennt, weiß, dass sich ein Besuch vor Ort immer lohnt. Da ist die erneuerte App ein schönes Bonbon, das man aber am besten in Schorndorf direkt genießt – und nicht am Computer.

@ Video auf www.zvw.de

Die Schorndorf-App

Ein Restaurant oder ein Parkhaus in der Nähe suchen oder einen Termin im Rathaus vereinbaren oder ein Schlagloch melden. Diese Funktionen bietet die App der Stadt Schorndorf für alle Bürger und Besucher der Daimlerstadt.

Die App kann mit dem Suchbegriff „Schorndorf“ kostenlos oder über diesen Link im App-Store heruntergeladen werden. Ab sofort gibt es nicht nur eine Version für iPhone und den iPod touch, sondern auch für das Betriebssystem Android.