Schorndorf

Dem Zeltspektakel droht das Aus

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Uriah Heep in Winterbach, 2007. © Ramona Adolf
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2011 traten Gentleman and the Evolution beim Zeltspektakel auf. © Ramona Adolf
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BAP beim Zeltspektakel 2004. © Ramona Adolf
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Fulminanter Start - Madsen lässt es krachen (2013). © Gabriel Habermann
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Cocker Winterbach Zeltspektakel Auftitt von Joe Cocker
Joe Cocker in Winterbach – er war da, ehrlich wahr! Und zwar 2013. © Norman Mummert (Online Praktikant)
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Madsen ließ es 2013 krachen. © Gabriel Habermann
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Petti Smith bei ihrem sagenhaften Auftritt beim Winterbacher Zeltspektakel anno 2015. © Marc Rivoir (Online-Praktikant)
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Der ewige Junge mit der Lagerfeuergitarre: Clueso alias Thomas Hübner 2015 im Winterbacher Zelt. © Benjamin Büttner
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Aufbau des Zeltspektakels in Winterbach 2015. Das Zelt steht, es läuft der "Innnenausbau". © Gabriel Habermann
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Foreigner Winterbach Zelt bei Peter Hahn. Auftritt der 80er-Jahre Band Foreigner
Foreigner 2013 beim Winterbacher Zeltspektakel. © Ramona Adolf
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Das Zeltspekatel mit Procol Harum und Jethro Tull._10
Beim Zeltspektakel 2015 spielten auch Ian Anderson und Jethro Tull. © Benjamin Büttner
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Hubert von Goisern 2011 beim Zeltspektakel. © Mathias Ellwanger
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Fulminanter Start 2013: Madsen lässt es krachen. © Gabriel Habermann
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Flower Power und Brusthaartoupet: Dieter Thomas Kuhn bei seinem Auftritt auf dem Zeltspektakel 2013. © Ramona Adolf
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Eröffnung des Zeltspektakels 2013. © Ramona Adolf
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Das Zeltspekatel mit Procol Harum und Jethro Tull._15
Das Zeltspekatel 2015 mit Procol Harum. © Benjamin Büttner
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Das Zeltspektatel 2015 startete mit Status Quo. © Benjamin Büttner
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2009 war Steve Winwood zu Gast. © Ramona Adolf
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Sang mit spektakulärer Stimme die Schluss-Arie des Winterbacher Zeltspektakels 2015: Beth Hart. © Benjamin Büttner
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Die letzten Vorbereitungen zum Zeltspektakel 2011: Große Plakate werden gefertigt. © Ramona Adolf
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Winterbacher Zeltspektakel, Auftaktkonzert "Simple Minds", Portrait Saenger Jim Kerr.
Ganz-Arm-Winkvariante mit V-Zeichen und Lächeln: Jim Kerr von den Simple Minds anno 2011. © Steinemann / ZVW
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Da schwoft nicht nur die Sonnenblume, da wippt auch das Brusthaartoupet: Dieter Thomas Kuhn-Fans beim Zeltspektakel 2015. © Gabriel Habermann
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Fulminanter Start - Madsen lässt es krachen. © Gabriel Habermann
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Auch Gianna Nanini trat 2004 beim Zeltspektakel auf. © Ramona Adolf
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Lachen ist im Eintrittspreis inklusive bei Auftritten der Biermösl Blosn und Gerhard Polt (rechts). Beide waren mehrfach beim Zeltspektakel zu Gast. © Habermann / ZVW
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Blick auf das Festgelände. © Jacquelin Wehaus
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Trat regelmäßig beim Zeltspektakel auf: der bayerische Kabarretist Gerhard Polt. © Mathias Ellwanger

Winterbach. Schlechte Nachrichten für alle Fans des Winterbacher Zeltspektakels: Nächstes Jahr könnte es keine Neuauflage des Musik-Festes geben. Der Grund: Es fehlt ein Platz, wo das Spektakel stattfinden kann. Peter Hahn will am bisherigen Standort seine Logistik erweitern und im Mai 2017 bauen. Alternativen sind sehr schwer zu finden.

Es wäre ein Debakel für Winterbach, für die Musikfans in der Region und für die Kulturinitiative Rock sowieso, die das Festival jedes Jahr aufs Neue zu etwas Besonderem macht. Doch derzeit sieht es nicht gut aus für das Zeltspektakel, zumindest nicht für 2017.

Im kommenden Jahr sollte es zum zehnten Mal stattfinden. Zum zehnten Mal auf dem Gelände südlich der B 29 neben Peter Hahn. Es findet dort alle zwei Jahre mit großzügiger Unterstützung des Bekleidungsherstellers statt. Die Kulti konnte den Platz mit Hilfe der Gemeinde Jahr für Jahr ein bisschen mehr für ihre Zwecke ausbauen und zum Beispiel Flächen einschottern und wetterfest machen. Außerdem stellte Peter Hahn Strom, Wasser und einen Anschluss fürs Abwasser zur Verfügung, ohne je eine Rechnung zu stellen.

Peter Hahn hat den Platz vor Jahren von der Gemeinde erworben. Seitdem schwebt im Hintergrund drohend die Aussicht über dem Zeltspektakel, dass die Firma die Fläche irgendwann braucht, um dort zu bauen. Kulti-Chef Steffen Clauss sagt: „So richtig dran geglaubt hat eigentlich niemand.“ Doch jetzt ist der Ernstfall eingetreten. Peter Hahn bestätigt auf Anfrage unserer Zeitung: „Nach derzeitigem Stand ist eine Erweiterung der Logistik am Standort Winterbach geplant.“ Und: „Die Planung sieht einen Baubeginn im Frühjahr 2017 (voraussichtlich Mai) vor.“

Peter Hahn bittet um Verständnis für „unternehmensstrategische Ziele“

Bis zuletzt hatte die Kulti die Hoffnung, dass Peter Hahn den Baubeginn wenigstens etwas nach hinten schieben kann, damit das Zeltspektakel einmal noch an bewährter Stelle stattfinden kann, um dann in Ruhe nach einem neuen Veranstaltungsort zu suchen. Das ist aber, wie das Unternehmen mitteilt, nicht möglich. Peter Hahn bittet um Verständnis dafür, „dass in diesem Fall unternehmensstrategischen Zielen Priorität eingeräumt wird“. Genehmigt ist der Bau noch nicht, aber das Landratsamt hat nach Vorgesprächen wohl bereits signalisiert, dass der Antrag von Peter Hahn genehmigungsfähig ist.

Das Unternehmen schreibt zur Sache außerdem: Man schätze die Arbeit des Vereins sehr, deshalb habe man die Arbeit der Kulti über viele Jahre sehr gerne unterstützt. „Wir sehen im Zeltspektakel ein kulturelles Highlight in Winterbach und in der Region. Wir hoffen, dass gemeinsam mit der Gemeinde ein anderer geeigneter Standort gefunden wird.“

Seit Wochen läuft die Suche nach diesem anderen geeigneten Standort in Winterbach, an der sich auch die Gemeindeverwaltung, namentlich Bürgermeister Albrecht Ulrich, aktiv beteiligt. Allein: Bisher mussten alle Ideen schnell wieder begraben werden. Eine Chance gibt es derzeit noch: eine Wiese südlich des eigentlichen Geländes an der Ortsumfahrung, nahe dem Kreisverkehr an der Bahnunterführung Richtung Weiler. Diese Wiese steht sonst als Parkplatz für die Festival-Gäste zur Verfügung. Doch die Fläche hat gleich mehrere Haken: Sie liegt unmittelbar neben dem Wohngebiet, was den Bewohnern eine direkte Beschallung verschaffen würde, über die sich sicher nicht alle freuen. Außerdem fehlt die Infrastruktur, es gibt keine befestigten Wege.

„Ob der Platz überhaupt taugt, ist nicht so klar“, sagt Steffen Clauss von der Kulti. Demnächst soll es eine Ortsbegehung mit Gemeindevertretern geben. Bürgermeister Albrecht Ulrich hat noch die Idee, das Winterbacher Sportgelände mit einer Unterkonstruktion so zu präparieren, dass die Kulti dort ihr Zelt aufstellen kann. Steffen Clauss gibt dem aber wenig Chancen. Für das Zelt müsste man eineinhalb Meter lange Pflöcke in die Erde rammen. Damit wäre der Rasen der VfL-Fußballer nachhaltig zerstört.

Auch eine der beiden örtlichen Hallen als Not-Veranstaltungsort kommt für die Kulti eigentlich nicht infrage. „Da gibt es kein Festival-Feeling“, sagt Steffen Clauss. Außerdem böten die Winterbacher Hallen nicht mal annähernd so viel Platz für Zuschauer wie das achtmastige Zelt, in das 3500 Menschen passen. Und die Zahl der zahlenden Zuschauer macht es eben erst möglich, die ganz Großen der Rock-und-Pop-Branche nach Winterbach zu holen.

Ist das also wirklich das Aus für das Zeltspektakel? Bei der Kulti herrscht Ratlosigkeit. Möglichkeiten, das Festival in der Nachbarschaft, also außerhalb Winterbachs stattfinden zu lassen, wurden bisher noch nicht konkret geprüft. Doch die Zeit rennt davon. Es wäre jetzt höchste Eisenbahn, Nägel mit Köpfen zu machen und die Künstler für die acht Festivaltage zu buchen. Verhandlungen haben schon längst stattgefunden. Aber ohne Gewissheit über den Standort kann die Kulti keine Zusagen machen. Dabei, so verrät Steffen Clauss, hätte unter anderem der große Dieter Thomas Kuhn wieder Lust zu kommen.

Kulti und das Zeltspektakel

Die Kulturinitiative Rock hat sich in Winterbach vor 25 Jahren gegründet und seitdem eine unwahrscheinliche Erfolgsgeschichte geschrieben. Was mit einem Konzert von Steve Gibbons 1991 vor 430 zahlenden Zuschauern in der Lehenbachhalle begann, wuchs zu einem gigantischen Rock-Monster mit einer Reihe von Konzerten jedes Jahr und alle zwei Jahre mehreren 10 000 Besuchern beim Zeltspektakel. Und das alles auch heute noch gestemmt von einem Verein mit 520 musik- und festivalverrückten Mitgliedern und einer Schar von Helfern, die für das Spektakel einen großen Teil ihres Jahresurlaubs nehmen.

Diese „Verrückten aus Winterbach“, wie sie ein Konzertveranstalter aus Stuttgart liebevoll nennt, haben es geschafft, Größen wie Joe Cocker ins Remstal zu holen, und machten damit Winterbach zu einer Marke, die Musikfans in weitem Umkreis kennen. Und in Winterbach ist das Spektakel sowieso eine Institution, an der das halbe Dorf beteiligt ist.