Schorndorf

Demo in Schorndorf gegen die Querdenker: „Es reicht“: Es geht um die Demokratie!

Gegendemo
SPD-Stadträtin Sabine Reichle sprach auf dem Unteren Marktplatz. © Gabriel Habermann

Corona-Hot-Spot Schorndorf. Nicht nur was die Fallzahlen angeht, sondern bezüglich der Hitze der Auseinandersetzung zwischen einer sogenannten Querdenker-Demo und nun auch einer zeitgleichen Gegenveranstaltung, getragen von einem vom SPD-Ortsverein initiierten breiten Bündnis, über Kirche, Parteien und Einzelpersonen hinweg, man möchte sagen „quer“ durch die (links-) bürgerliche Schorndorfer Stadtbevölkerung. „Es reicht jetzt!“, sagte SPD-Stadträtin Sabine Reichle, die den Aufruf gegen die sich immer mehr nach rechts bewegenden Querdenker verlas. Die Infektionen und Todesfälle durch das Virus in Deutschland sind auf einem Höchststand, dennoch wird die Zahl der Gegner der Maßnahmen, um Corona in den Griff zu bekommen, nicht kleiner. 450 Querdenker zählte die Polizei auf der Demo am Freitagabend auf dem Oberen Marktplatz und etwas mehr als 150 bei der Gegen-Demo, die unter dem Titel „Statt quer denken - solidarisch sein!“ auf dem Unteren Marktplatz stattfand. Was für eine unheimlich gespaltene Gesellschaft, mochte man denken. Bei diesmal wieder sehr großem Polizeieinsatz und erfreulich friedlichem Verlauf und Einhaltung von Abstands- und Maskenregeln.

Gleichsetzung des Infektionsschutz-mit Ermächtigungsgesetz der Nazis

Aber auch so viel wurde diesmal besonders deutlich: Hinter dem Streit um Corona und Masken geht es um weit mehr als das, was vorgegeben wird. Es geht um die schleichende Zersetzung oder um die vernünftige Verteidigung unserer Demokratie. „Das am 20. November 2020 in Kraft getretene Infektionsschutzgesetz mit dem Ermächtigungsgesetz vom März 1933 gleichzusetzen, ist ein historisch vollkommen unzulässiger Vergleich, der die Verbrechen der Nationalsozialisten relativiert und die Leiden der Opfer missachtet.“ So Sabine Reichle, die den Aufruf des Schorndorfer Bündnisses verlas. Maskenpflicht als diktatorischer Terror? So jedenfalls prustete nur etwas später ein nach dem Demo-Zug durch Schorndorf ziemlich erschöpft wirkender Querdenker ins Mikrofon: „ Die Eltern werden die Schulleiter und Lehrer, die unsere Kinder kaputt gemacht haben, vor den Kadi schleppen.“ Ist das nun nur eine versponnene Drohung oder schon eine Bürgerkriegsansage?

Dagegen Sabine Reichle: „Wir sehen das Tragen von Mund-Nasenschutz-Masken, die Einhaltung von Abstandsregeln, nicht als Einschränkung unserer Freiheit. Wenn wir Masken tragen, möchten wir andere Menschen schützen.“ Und dann deutlich sich vom rechts-schwiemelnden Hintergrund-Sound der Querdenker distanzierend: „Wer aber die Maske vergleicht mit dem Gelben Stern, den jüdische Bürgerinnen und Bürger nach dem Erlass der Nürnberger Rassengesetze von 1935 an tragen mussten, der spuckt auf die Gräber von Millionen von Menschen, der schlägt den Nachkommen der Opfer ins Gesicht und verhöhnt ihr Schicksal.“

„Wir müssen uns fragen: Wie rechts sind Teile dieser Bewegung?“

Müssen die „Querdenker“ zu einem Fall für den Verfassungsschutz werden, wie gerade diskutiert wird? Im Aufruf des Schorndorfer Bündnisses heißt es: „Wir müssen uns schon fragen, wie rechts, besser rechtsextrem, sind Teile dieser Bewegung?“ „Sich mit Grausen abzuwenden genügt nicht mehr“, sagte Sabine Reichle. „Wir zeigen, für welche Werte wir stehen!“ Nur: „Wer die Pandemie, die drängenden Sorgen und Fragen, die wir haben, dazu benutzt, unsere Demokratie in Frage zu stellen und sie zu gefährden, dem stellen wir uns entschlossen entgegen.“

Corona-Hot-Spot Schorndorf. Nicht nur was die Fallzahlen angeht, sondern bezüglich der Hitze der Auseinandersetzung zwischen einer sogenannten Querdenker-Demo und nun auch einer zeitgleichen Gegenveranstaltung, getragen von einem vom SPD-Ortsverein initiierten breiten Bündnis, über Kirche, Parteien und Einzelpersonen hinweg, man möchte sagen „quer“ durch die (links-) bürgerliche Schorndorfer Stadtbevölkerung. „Es reicht jetzt!“, sagte SPD-Stadträtin Sabine Reichle, die den Aufruf gegen die

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