Schorndorf

Demo in Schorndorf: Keine Plattform für Rassisten und Verschwörer

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Der Tod von George Floyd wurde bei der von etwa 40 Teilnehmern besuchten Demonstration des Rems-Murr-Bündnisses „Zusammenstehen gegen Rechts“ auch thematisiert. © Ralph Steinemann Pressefoto

„Die Musik ist auf jeden Fall besser als letzte Woche“, stellte der Leiter des Sachgebiets für Ordnungsangelegenheiten, Jörn Rieg, fest, der diesmal gemeinsam mit seinem Team und Vertretern der Polizei mit Revierchef Markus Jatzko an der Spitze gefordert war, eine gegen Rassismus und rechte Vereinnahmung der Corona-Krise gerichtete Demonstration des Rems-Murr-Bündnisses „Zusammen gegen Rechts“ zu schützen – und nicht wie vor einer Woche eine Anti-Corona-Demo mit dem musikalischen Zeremonienmeister Thomas Hornauer mittendrin. Laute Töne gab’s am Montagabend nicht, genauso wenig wie Störungen durch eine Gegendemonstration, wie das vor Wochenfrist der Fall gewesen war, als eine jugendliche Antifa-Gruppe für Aufruhr gesorgt hatte. Dieser antifaschistische Protest habe bewirkt, dass die Rechten diesmal erst gar keine eigene Demonstration angemeldet hätten, sagte der Pressesprecher des Bündnisses zu den etwa 40 Demonstranten, die trotz Dauerregens auf den Marktplatz gekommen waren.

Ein Hoch auf die internationale Solidarität

„Schorndorf sagt Nein zu Rassismus und Verschwörungstheorien“, lautete die Botschaft, die von dieser vor allem von der IG Metall, den Linken und den antifaschistischen Bündnissen Rems-Murr und Stuttgart getragenen Demonstration ausgehen sollte. Ganz bewusst, so Tim Neumann, sei für diese Kundgebung der Platz gewählt worden, an dem eine diffuse, aber eindeutig von Rechten dominierte Gruppe eine Woche zuvor einen „absurden und teilweise peinlichen Auftritt“ hingelegt habe. Den Rechten sei also mit dieser Gegendemonstration im wahrsten Sinn des Wortes die Plattform entzogen worden, freute sich Neumann, der seinen Redebeitrag mit einem dreifach kräftigen „Hoch auf die internationale Solidarität“ beendete, die es gerade in einer Corona- und Wirtschaftskrise brauche.