Schorndorf

Den Burger King direkt vor dem Schlafzimmer

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Nur die Hecke trennt künftig das Wohnhaus der Familie Laschczok und den Drive-in-Schalter des geplanten neuen Burger King auf dem Rösler-Areal in der Gmünder Straße. © privat

Schorndorf. Das Haus der Laschczoks ist nur wenige Meter vom künftigen Burger King entfernt. Deshalb ist ihnen auch die Aussage sauer aufgestoßen, es gebe, weil es sich um eingeschränktes Gewerbegebiet handle, „zwar einige im Gewerbegebiet Wohnende, aber keine direkten Nachbarn“. 

Peter und Regina Laschczok beklagen, dass eine Lärmschutzwand nicht geplant sei und von Seiten des Baurechtsamtes auch nicht gefordert werde: „Übrigens liegt die Zufahrt für den künftigen Drive-in-Schalter direkt vor unserer Hecke und der Autoschalter auf Höhe des Anbaus, in dem unser Schlafzimmer untergebracht ist, und nur vier Meter vom Schlafzimmer entfernt“, heißt es in einer Stellungnahme.

Stadtplaner: Lärmwerte werden eingehalten

Manfred Beier, Leiter des städtischen Fachbereichs Stadtplanung und Baurecht, bestätigt auf Nachfrage, dass keine Lärmschutzwand geplant sei. Er verweist auf ein vom Bauherrn Thomas Rösler auf Drängen der Stadt eingeholtes Lärmgutachten, demzufolge auch nach Inbetriebnahme des Burger King-Schnellrestaurants die für ein eingeschränktes Gewerbegebiet zulässigen Lärmwerte eingehalten seien.

Eigentlich sei das Wohnhaus der Laschczoks im eingeschränkten Gewerbegebiet und in der unmittelbaren Nachbarschaft der bis vor zwei Jahren an dieser Stelle betriebenen Druckerei Rösler deplatziert. Nachdem das pikanterweise früher von einem Vorvorgänger des heutigen Stadtplanungsamts-Leiters bewohnte Gebäude seinerzeit nun einmal genehmigt worden sei, habe es aber natürlich Bestandsschutz, sagt Manfred Beier, der die Vorbehalte der Laschczoks gegen den geplanten Burger King emotional durchaus verstehen kann. Baurechtlich aber sei gegen die Ansiedlung eines Schnellrestaurants nichts einzuwenden. Die Familie Laschczok habe auch nicht damit rechnen können, im eingeschränkten Gewerbegebiet immer einen Betrieb wie die Firma Rösler neben sich zu haben, bei dem abends Ruhe eingekehrt.

„Wir sind der Situation ausgeliefert“

Demgegenüber sind Peter und Regina Laschczok der Auffassung, dass in einem eingeschränkten Gewerbegebiet nur Gewerbe zulässig ist, das das Wohnen nicht stören darf. Davon könne bei einem Burger King, der an den Wochenenden bis um 3 Uhr morgens geöffnet habe, ja nun wahrlich nicht die Rede sein. „Sind wir also quasi selbst schuld, wenn wir in so einem Gebiet wohnen?“, fragen die beiden und verweisen darauf, dass sie ihr Wohnhaus mit viel Liebe und Geld renoviert hätten und es jetzt auch nicht mehr verkaufen könnten – es sei denn mit großem Verlust. „Wir sind der Situation ausgeliefert“, stellen die Nachbarn des geplanten Burger King fest und beschreiben die aus ihrer Einschätzung auf sie zukommenden Situation so: „Ein Gutachten über Abgase gibt es nicht. Den anfallenden Müll müssen wir dann wohl selbst entsorgen. Die Leuchtreklame wird unser ständiger Begleiter sein.“

„Unser Einspruch blieb ungehört“, kritisieren Peter und Regina Laschczok und wundern sich darüber umso mehr, als Manfred Beier im Pressegespräch zum geplanten Neubau des Schnellrestaurants selber davon gesprochen habe, dass so ein Bauvorhaben mit einer vermutlich doch sehr starken Publikums- und Vekehrsfrequenz im Umfeld natürlich keine Begeisterung auslöse. Der konkrete Nachbareinspruch freilich sei dem städtischen Fachbereichsleiter nicht einmal eine Erwähnung wert gewesen, monieren die Laschczoks.