Schorndorf

Deponie in Schorndorf stellt sich auf Ansturm am 12. Juni ein

Deponienotbetrieb
Aus dem Archiv: Ende April vor der Deponie in Schorndorf. Sicherheitskräfte müssen verhindern, dass sich die Pkw-Warteschlange bis auf die Straße zwischen Schorndorf und Oberberken staut. © Gaby Schneider

Ihre Wochenenden und freien Tage nutzen derzeit viele, um mal wieder auszumisten, längst angedachte Umbaumaßnahmen umzusetzen oder im Garten die Büsche zu schneiden. Die Folge: ein massier Andrang auf die Deponien. Am Brückentag nach Christi Himmelfahrt sorgte der große Andrang auf den Schorndorfer Platz für ein Verkehrschaos. Weil der Wartebereich vor der Einfahrt recht kurz ist, kam es auf der Straße zwischen Schorndorf und Oberberken zu einem gefährlichen Rückstau. Vor dem nächsten Brückentag nach Fronleichnam hat Marcus Siegel, Vorstand der Abfallwirtschaft Rems-Murr (AWRM), daher zu einer neuen Maßnahme gegriffen.

Eine Analyse der vergangenen Wochen habe gezeigt, dass rund die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger wegen der Abgabe von Grüngut zur Deponie kommt. So sei man schließlich zur Entscheidung gekommen, die Öffnungszeiten der Häckselplätze rund um Schorndorf auszuweiten und gleichzeitig auf der Deponie selbst kein Grüngut von Privatpersonen am Freitag und Samstag anzunehmen. Normalerweise haben die Annahmestellen freitags geschlossen. Die zusätzlichen Öffnungen sollen ein Verkehrschaos am Freitag und Samstag verhindern.

Besonders groß ist der Andrang bei Öffnung der Deponie

„Besonders wenn wir öffnen, ist der Andrang groß“, erzählt Marcus Siegel. Bevorzugte Zeiten seien freitags um 13 Uhr und samstags um 8.30 Uhr, besonders bei gutem Wetter. Doch eine konkrete Uhrzeit, zu der die Situation besser sei, will er lieber nicht nennen. Der Manager befürchtet, dass sich dann zu diesem Zeitpunkt die Situation zuspitzen könnte.

„So etwas habe ich noch nie erlebt“, sagt Siegel über den derzeitigen Andrang. Bereits seit sieben Jahren ist er im Vorstand der Abfallwirtschaft Rems-Murr. Von Mitte April bis Mitte Mai seien 40 Prozent mehr Anlieferungen registriert worden. Zwischen 250 und 300 Anlieferungen kämen derzeit täglich. Mit dem enormen Andrang stehe der Rems-Murr-Kreis nicht alleine da, auch Kollegen aus angrenzenden Landkreisen berichteten Ähnliches. In den vergangenen Wochen sei es auch vorgekommen, dass etwa aus Lorch oder Ludwigsburg Menschen auf die Deponie nach Schorndorf kamen, um ihren Müll dort abzugeben. Doch das sei nicht erlaubt. Nur wer im Kreis wohne, könne auf den Deponien der AWRM auch Müll abgeben, erklärt Sigel.

Wartebereich in Schorndorf zu kurz für großen Ansturm

Besonders in Schorndorf sorge der Ansturm für Probleme, weil der Wartebereich vergleichsweise kurz sei. „Maximal 20 Autos können gleichzeitig warten“, erklärt Siegel. Eine Umleitung, wie es sie etwa in Winnenden gebe, sei nicht möglich, da die Umgehungsstraße für den normalen Verkehr zwischen Oberberken und Schorndorf zwingend freigehalten werden müsse.


Auch verlängerte Öffnungszeiten, wie es sie etwa kurz nach dem Lockdown gab, seien dauerhaft keine Lösung. „Unsere Personalkapazität ist bereits an der Grenze“, sagt Siegel. Erst kürzlich seien neue Mitarbeiter angestellt worden. Ausschließlich für die Zeit der Coronakrise und den großen Andrang Personal einzustellen, hält er nicht für sinnvoll, schließlich müssten die Mitarbeiter auch geschult werden. Lediglich für die längeren Öffnungszeiten auf den Häckselplätzen habe man auf zusätzliche Aushilfen zurückgegriffen. Siegel ist außerdem der Meinung, dass der große Andrang auch bei einer Ausweitung der Öffnungszeiten ein Problem bleibe.

Uneinsichtige sorgten für Einsatz des Ordnungsamtes

Seit einigen Wochen unterstützen Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma an besonders hochfrequentierten Tagen das Team des AWRM vor Ort. Das Ordnungsamt werde nur geholt, wenn der Verkehr auf der Straße vor der Deponie zum Problem werde. „Wir dürfen den Verkehr nicht regeln“, erklärt Siegel. Bevor sich die Schlange vor der Deponie bis auf die Straße staut, schicken die Sicherheitskräfte die Autofahrer weiter und bitten sie, später wiederzukommen. Einzelne hätten die Regelung in den vergangenen Wochen nicht akzeptiert, weshalb das Ordnungsamt zu Hilfe geholt werden musste, erklärt Siegel.

Es bleibt nicht nur bei wütenden Mails

„Es ist ein sehr emotionales Thema“, stellt der Vorstand fest. Die vergangenen Wochen seien für das Team vor Ort anstrengend gewesen. „Wir kämpfen, rudern und tun“, sagt Marcus Siegel. Da sei es besonders frustrierend, dass er und seine Mitarbeiter immer wieder angefeindet werden. Er verstehe zwar, dass Bürgerinnen und Bürger von den Wartezeiten genervt seien, doch von den vielen beleidigenden Mails sei er schockiert. Nicht nur schriftlich sei der Ton rau. Vor Ort sei sogar ein Pkw-Fahrer einem Sicherheitsmitarbeiter über den Fuß gefahren, erzählt Sigel. Trotz allem betont der Manager, dass eine Mehrheit Verständnis für die Herausforderungen zeige. Er hofft, dass die Herangehensweise am kommenden Brückentag insgesamt zu einer Verkürzung der Wartezeiten sorgt.

Ihre Wochenenden und freien Tage nutzen derzeit viele, um mal wieder auszumisten, längst angedachte Umbaumaßnahmen umzusetzen oder im Garten die Büsche zu schneiden. Die Folge: ein massier Andrang auf die Deponien. Am Brückentag nach Christi Himmelfahrt sorgte der große Andrang auf den Schorndorfer Platz für ein Verkehrschaos. Weil der Wartebereich vor der Einfahrt recht kurz ist, kam es auf der Straße zwischen Schorndorf und Oberberken zu einem gefährlichen Rückstau. Vor dem nächsten

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper