Schorndorf

Der Müll, die Stadt und ein Problem

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In der Stadt sind immer wieder überfüllte Mülleimer wie dieser zu sehen, kürzlich aufgenommen von einem Leser auf dem Spielplatz in der Nähe des Aldi in Schorndorf-Nord. © Bachhoffer

Schorndorf. Pizzaschachteln, Kaffeebecher oder Eisbecher, die neben einem Mülleimer stehen, sind in Schorndorf kein seltener Anblick. In den sozialen Medien sorgt das regelmäßig für Aufregung. Der Vorwurf an die Stadt: Die Mülleimer seien zu klein und würden zu selten geleert. Doch die sieht eher die Einstellung mancher Bürger als Ursache.

„Im Moment ist es ärgerlich“, sagt Andreas Seufer, kaufmännischer Werkleiter der Zentralen Dienste. Die müssen in letzter Zeit vermehrt ausrücken, um überfüllte Mülleimer zu leeren. Im Grunde sei das Problem dann immer das gleiche: Jemand kaufe eine Pizzaschachtel, stopfe sie in den Mülleimer rein – und blockiere diesen damit für alle anderen. Das halte nachfolgende Entsorger dann aber keineswegs davon ab, noch Müll obendrauf zu legen – und dann beginne das Problem.

Sind die Mülleimer zu klein?

Dann beginnen auch die Vorwürfe an die Stadt: Die Mülleimer seien zu klein, es werde zu selten geleert – oder es gebe schlichtweg zu wenig Mülleimer. In den sozialen Medien führt das regelmäßig zu hitzigen Diskussionen: In der Schorndorfer Facebook-Gruppe gehen da die Meinungen auseinander. Auch wenn mehr Mülleimer vorhanden wären, würde es genauso aussehen, mutmaßen die einen. Die Mülleimer sind einfach zu winzig und die Stadt zu selten vor Ort, die anderen. Ein Leser hat sich per E-Mail bei uns kürzlich dazu gemeldet und auch obiges Bild geschickt. Der Nord-Schorndorfer Tobias Bachhofer schreibt: „Kernproblem ist, dass im gesamten Stadtgebiet einfach viel zu wenig Mülleimer aufgestellt sind. Dadurch sind die wenigen vorhandenen natürlich auch der Menge, die sie aufnehmen müssten, nicht gewachsen.“

Täglich zweimal geleert

Dem widerspricht Seufer deutlich. Zweimal am Tag würden die Mülleimer in der Innenstadt geleert. Manchmal auch öfter. „Wir versuchen, das bedarfsgerecht zu machen.“ Außerhalb der Innenstadt variieren die Zyklen zwischen zwei- und fünfmal pro Woche. Mit dem „Sauberle“ - einem E-Fahrzeug, das als mobile Einsatztruppe dient - sei die Stadtreinigung täglich unterwegs auf der Suche nach überquellendem Müll. Ganz klar gebe es da Problemstellen: Zum Aichenbach müsste das Fahrzeug zum Beispiel öfter ausrücken.

Immer häufiger würde über die öffentlichen Mülleimer aber nicht nur unterwegs anfallende Abfälle, sondern der ganz normale Hausmüll entsorgt. Einen kuriosen Fall hatte die Zentralen Dienste kürzlich, als sie über die Stadt verteilt tagelang Steine aus den Eimern fischten. Das Problem sieht Seufer deshalb auch nicht bei der Stadt: „Das Empfinden für Müll ist bei vielen einfach nicht mehr vorhanden.“

Ein falsches Müllbewusstsein

Es müsse wieder stärker ins Bewusstsein dringen, was eigentlich in den Mülleimern entsorgt werden darf. Und dass man, wenn die Behälter voll sind, nicht einfach sein Zeug danebenwirft. Da helfe es auch nichts, die Mülleimer zu vergrößern. Dann würde, so die Prognose von Seufer, am Ende nur noch mehr Müll wild entsorgt. Denn leider würden diese Müllsünder ja nur in den seltensten Fällen erwischt und belangt.

Von den sieben Mitarbeitern bei der Stadtreinigung sind drei mit der Leerung beschäftigt. Da könne es durchaus vorkommen, dass überfüllte Mülleimer für ein, zwei Tage übersehen werden. Darum sei man auch dankbar für jeden Hinweis darauf, wo akuter Einsatzbedarf bestehe. Fast täglich würden sich Bürger an die Zentralen Dienste wenden. Zudem gebe es die Online-Plattform sags.schorndorf.de. Auch darüber könne man seinen Bedarf anmelden.

Ein kurzer Blick auf die Seite zeigt, dass dieser definitiv vorhanden ist: Restmüll, der auf dem Gehweg verteilt ist, oder Mülltüten, die in einer Unterführung liegen, werden dort beklagt. Das Müllbewusstsein ist bei den meisten Bürgern der Stadt also durchaus noch intakt.