Schorndorf

Der Neue in der Mobilen Jugendarbeit in Schorndorf war früher selbst oft im Juze Hammerschlag

Mobile Jugendarbeit
David Weiglein arbeitet seit Juni bei der Mobilen Jugendarbeit in Schorndorf. Der Jugendsozialarbeiter lebt heute in Lorch. Foto: Palmizi © ALEXANDRA PALMIZI

Früher war David Weiglein mit seinem Skateboard im Jugendhaus Hammerschlag unterwegs, seit Juni gehört er selbst zum Team der Jugendarbeit in Schorndorf.

Aufgewachsen ist David Weiglein in Villingen-Schwenningen. Nach seinem Abitur zog er vor acht Jahren nach Stuttgart, um ein Freiwilliges Soziales Jahr beim Körperbehinderten-Verein zu machen. Der soziale Bereich hatte es ihm angetan, später folgte ein duales Studium der sozialen Arbeit.

Seine Freizeit verbrachte er vor allem auf dem Skateboard. „An manchen Tagen bin ich fünf Stunden am Tag gefahren“, erzählt David Weiglein. Die Skateboardhalle im Jugendhaus Hammerschlag hatte es ihm damals besonders angetan. Sie sei zwar nicht besonders groß, umso besser sei aber der Raum aufgeteilt, zum Skaten ideal, findet er. Es sei ein Vorzeigeprojekt, wenn es um die Einbindung von Jugendlichen bei städtischen Planungen gehe, erklärt er. Der Raum sei von ihnen mitgestaltet worden.

Im Jugendzentrum Hammerschlag lernte Weiglein die Sozialarbeiterin Simone Vestner kennen, die auch heute noch in der Einrichtung arbeitet. Von ihr hörte er kürzlich von der freien Stelle in der Mobilen Jugendarbeit und bewarb sich. Seit Juni gehört er nun zum Team in Schorndorf.

Kooperation zwischen den Einrichtungen ist üblich

Insgesamt hat die Mobile Jugendarbeit in Schorndorf zwei Mitarbeiter, doch Weigleins Kollegin ist derzeit in Elternzeit. Das heiße nicht, dass er nun alleine auf sich gestellt ist. Unterstützung bekommt er von Wolfgang Holzwarth, der 20 Jahre lang in der Mobilen Jugendarbeit tätig war und inzwischen im Juze Hammerschlag arbeitet. Generell kooperieren die beiden Häuser im Alltag viel miteinander, betont Holzwarth. Vor allem derzeit, wo das Jugendhaus wegen des Coronavirus geschlossen hat. Trotz allem versuche das Team, den Jugendlichen zu signalisieren, dass sie für sie da sind, betonen die Jugendsozialarbeiter im Gespräch mehrfach.

Eine enge Zusammenarbeit gebe es darüber hinaus auch mit dem Suchtberatungszentrum Horizont, etwa wenn Jugendliche Suchtprobleme hätten. Bei der Arbeit gehe es aber immer darum, den jungen Menschen in ihrem Sinne zu helfen. Mit den Sozialarbeitern könnten sie beispielsweise auch offen über den Konsum von illegalen Drogen sprechen. Die Informationen werden nicht an die Polizei weitergegeben, erklärten Weiglein und Holzwarth. Therapeuten seien sie aber nicht, ihre Aufgabe sei es, zwischen den verschiedenen Stellen zu vermitteln. Über seine Tätigkeit sagt Weiglein: „Nach dem Feierabend komme ich heim und weiß, dass ich etwas Sinnvolles getan habe.“

Bereiche der Jugendsozialarbeit

Zur Arbeit der Sozialarbeiter gehört die Gruppenarbeit, die Einzelfallhilfe, Streetwork und Gemeinwesenarbeit. „Ich arbeite nicht nur im Büro, sondern bin auch in der Straße unterwegs, diese Mischung ist toll“, sagt Weiglein. Bei der Einzelfallhilfe gehe es etwa darum, mit den Jugendlichen über ihre Zukunftsperspektiven zu sprechen und beispielsweise Bewerbungen zu schreiben. Aber auch die Vermittlung zwischen der Stadt und den Jugendlichen gehört zu Weigleins Beruf, etwa wenn es um die Gestaltung des öffentlichen Raums im Sinne von Jugendlichen geht. Bei der Streetwork-Arbeit gehe es darum, den Jugendlichen in ihrem Raum zu begegnen. „Das ist ein super Setting, um mit Jugendlichen zu arbeiten“, erklärt der 26-Jährige. Dabei seien die Sozialarbeiter meist zu zweit unterwegs. Auch hier wollen Weiglein und Holzwarth zusammenarbeiten. Typische Orte seien hier etwa Parks und Schulhöfe. Bei Gruppenarbeit gehe es beispielsweise um die Freizeitgestaltung. „Wir grillen oder spielen Tischtennis“, erklärt er.

Weiglein gehört selbst noch zur Zielgruppe

Zur Zielgruppe der Mobilen Jugendarbeit gehören junge Menschen von zwölf bis 27 Jahren. Weiglein sieht einen Vorteil darin, dass er mit seinen 26 Jahren altersmäßig nah an ihnen dran ist. „Ich kenne ihre Lebenswelt“, sagt er. Doch er trete im Kontakt als Sozialarbeiter auf, nicht als Freund. „Wir müssen gleichzeitig eine Beziehung aufbauen und Distanz wahren“, sagt er.

Skateboard fährt Weiglein nach wie vor, inzwischen schon seit 15 Jahren. Doch so intensiv wie früher betreibe er das Hobby nicht mehr. „Ich merke es langsam in den Knochen“, sagt er und lacht. Wenn die Räume und Hallen wieder geöffnet sind, könne er sich auch vorstellen, mit den Jugendlichen ein paar Runden zu fahren.

Früher war David Weiglein mit seinem Skateboard im Jugendhaus Hammerschlag unterwegs, seit Juni gehört er selbst zum Team der Jugendarbeit in Schorndorf.

Aufgewachsen ist David Weiglein in Villingen-Schwenningen. Nach seinem Abitur zog er vor acht Jahren nach Stuttgart, um ein Freiwilliges Soziales Jahr beim Körperbehinderten-Verein zu machen. Der soziale Bereich hatte es ihm angetan, später folgte ein duales Studium der sozialen Arbeit.

Seine Freizeit verbrachte er vor allem

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