Schorndorf

Der neue Mietspiegel für Schorndorf und Umgebung

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Symbolbild. © Ramona Adolf

Schorndorf. Die gute Nachricht: Der Anstieg der Mieten wurde in Schorndorf etwas gebremst. Um durchschnittlich 4,5 Prozent sind die Nettokaltmieten in Schorndorf seit 2016 gestiegen. Die schlechte Nachricht: Noch immer mangelt es an bezahlbarem Wohnraum – auch wenn die Stadtbau diesen in den nächsten Jahren vermehrt schaffen will.



Ein wichtiger Kompass für Mieter und Vermieter ist der regelmäßig erscheinende Mietspiegel. Dieser wurde zuletzt 2016 erstellt. Gemeinsam mit dem Mieterverein Waiblingen und Umgebung sowie dem Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümerverein Schorndorf und Umgebung hat die Stadt diesen nun fortgeschrieben. In, wie alle Beteiligten berichten, guter Zusammenarbeit seien dabei die unterschiedlichen Interessen berücksichtigt worden.

Der Mietspiegel soll keine sozial lenkende Wirkung haben, sondern lediglich die tatsächliche Situation bestmöglich widerspiegeln. Bei der Neuberechnung habe man sich an der Entwicklung der Verbraucherpreise sowie der Mietpreisentwicklung in den Nachbargemeinden orientiert, sagte Bertin von Heintschel-Heinegg, Immobilienmanager bei der Stadt, der erstmals mit dem Mietspiegel befasst war.

Die durchschnittliche Steigerung der Nettokaltmieten seit 2016 beläuft sich demnach auf 4,5 Prozent. Die geringste Steigerung gibt es mit 1,5 Prozent bei neueren Wohnungen. Am stärksten stiegen die Mieten bei Wohnungen, die vor 50 oder mehr Jahren gebaut wurden.

Von drei bis zehn Euro reicht Preis pro Quadratmeter Wohnraum

Die Quadratmeterpreise liegen zwischen etwa drei bis vier Euro für Wohnungen mit einfacher Ausstattung im Altbau. Spitzenwerte von neun bis zehn Euro erreichen Neubauwohnungen in guter Lage und mit guter Ausstattung.

Modernisierungen sind mit einer der wichtigsten Gründe für Mietsteigerungen. Sie können aber nur dann berücksichtigt werden, wenn die Kosten bei mindestens einem Drittel der Kosten eines Neubaus liegen. Auch die Mindestbaukosten wurden deshalb im neuen Mietspiegel, der Anfang Juli in Kraft getreten ist, fortgeführt. Zwischen 2014 und 2016 sind diese demnach um rund zwölf Prozent gestiegen.

„Schorndorf ist sehr begehrt, das wissen wir alle“, sagte Bürgermeister Thorsten Englert bei der Vorstellung des neuen Mietspiegels. Bezahlbarer Wohnraum sei das „Top-Thema innerhalb der Stadt – und das nicht mehr nur für die unteren Lohngruppen“. Die Gründe dafür lägen auf der Hand: Der große Bevölkerungszuwachs und die seit vielen Jahren anhaltende Hochkonjunktur würden den Wohnungsmarkt unter Druck setzen. Das bekämen auch die Firmen in und um Schorndorf zu spüren, für die es deshalb oft schwer sei, qualifiziertes Personal zu finden.

Stadtbau will in den nächsten Jahren 200 neue Wohneinheiten bauen

Die Lösung könne daher nur lauten, mehr zu bauen und ja, auch mehr zu verdichten. Die Stadt habe laut Englert darauf reagiert, indem sie bei Baumaßnahmen vermehrt auf beschleunigte Bauverfahren nach § 13 b setze. Außerdem werde die Stadtbau in den nächsten Jahren 200 neue Wohneinheiten schaffen. Vermehrt kleinere Wohnung von 50 Quadratmeter und weniger sollen dabei entstehen, da hier der Bedarf besonders groß sei – Zielgruppe sind nicht nur Jüngere, sondern auch und gerade Senioren.

„Der wichtigste Investor sind aber nach wie vor die privaten Bauherren“, betonte Jörg Woltering als Vertreter der Haus- und Grundbesitzer. Für diese müsse sich das Bauen auch lohnen. Die Lage am Wohnungsmarkt habe sich zwar wieder ein wenig entspannt. Aktuell müsste aber viel mehr gebaut werden. Doch das liege nicht alleine in der Hand privater Investoren.

Mieter-Vertreter: Es muss auch in den Altbau investiert werden

Der fehlende Wohnraum ist auch aus Sicht der Mieter-Vertreter die größte Herausforderung. Wichtig sei deshalb auch die Aktivierung vorhandenen Wohnraums, betonte Ulrike Schwäble von der Schorndorfer Beratungsstelle. Und das zu einem bezahlbaren Preis – „auch Alleinerziehende müssen sich wieder eine Wohnung leisten können“. Deshalb könne die Lösung nicht nur darin bestehen, neue, hochpreisige Wohnungen zu bauen. Es müsse auch vermehrt in den Altbau investiert werden.

In den letzten dreißig Jahren habe es auf Seiten des Staates viele Versäumnisse gegeben, ergänzte ihre Waiblinger Kollegin Roswitha Stahl. Dass sich das Land und leider auch viele Gemeinden quasi komplett aus dem sozialen Wohnungsbau verabschiedet haben, sei einer der Hauptgründe für die schwierige Marktlage. „Das war zu kurzfristig gedacht“.


Der Mietspiegel

gilt für die Stadt Schorndorf sowie die Gemeinden Plüderhausen, Remshalden, Urbach, Winterbach (ohne Abschläge), die Gemeinde Rudersberg (mit Abschlag bis zu fünf Prozent) sowie die Gemeinden Alfdorf, Althütte, Kaisersbach und Welzheim (mit Abschlägen bis zu zehn Prozent).

ist auf der Homepage der Stadt als pdf-Datei mit den Kontakten aller Beteiligten verfügbar unter der Adresse: www.schorndorf.de/mietspiegel