Schorndorf

Der Plan für Rossmann und Netto steht

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Symbolbild. © Ramona Adolf

Winterbach. Bis zur Gartenschau, das heißt, bis Mitte Mai 2019, so das Ziel der Gemeinde Winterbach, sollen an der Schorndorfer Straße Netto und Rossmann stehen. Dazu geht es jetzt zügig ins Bebauungsplanverfahren, in dem auch die Anlieger Stellungnahmen abgeben können. Unzulässige Lärmwerte sind durch die neuen Märkte nicht zu erwarten, zu diesem Schluss kommt zumindest ein Fachgutachten.

Es ist ein echter Coup, den sich nach Meinung des Winterbacher Bauamtsleiters Rainer Blessing vor allem sein Chef und Bürgermeister Sven Müller auf die Fahne schreiben darf: Dass nicht nur die Umsiedlung und Vergrößerung des Netto-Markts endlich wahr wird, sondern mit Rossmann auch noch eine Drogerie nach Winterbach kommen will. Eine „klasse Leistung“, meinte Blessing dazu im Gemeinderat.

Müller habe neue Impulse in Sachen Drogeriemarkt gebracht, den Markt sondiert und bei verschiedenen Firmen angeklopft, führt Blessing im Gespräch mit unserer Zeitung aus. „Wir sind sonst im Spiel mit den Großen wie Schorndorf immer der Verlierer gewesen.“. Und wenn doch mal eine Firma Interesse gehabt habe, dann sei es immer an mangelndem Platz gescheitert. Hier habe Müller quergedacht und sich nicht von „Denkverboten“ wie dem Eingriff in den Pflegeheimpark abhalten lassen.

Rossmann mit Verkaufsfläche von 700 Quadratmetern, Netto mit 1100

Der Eingriff in den Park durch die Pläne der Rossmann-Ansiedlung an der Schorndorfer Straße ist kein großer. Rainer Blessing spricht von zwei bis drei Metern, die vom Park abgeschnitten werden müssten. Das im nun aufgelegten Bebauungsplan vorgesehene Baufenster für den Drogeriemarkt bietet Platz für eine Verkaufsfläche von 700 Quadratmetern. Das Gebäude soll eine Höhe von sieben Metern haben. Davor, an der Straße Bahnhofsplatz sind bis zu 20 Kundenparkplätze geplant. Das bisher noch auf dem Grundstück stehende Gebäude soll abgerissen werden. Es gehört der Gemeinde, die den drei dort bisher wohnenden Mietern laut Bauamtsleiter Blessing andere Wohnungen anbietet.

Der Netto-Markt auf dem Areal der bereits abgerissenen Traub-Gebäude soll eine Verkaufsfläche von 1100 Quadratmetern bekommen, das ist fast doppelt so viel wie die bisherigen 560 Quadratmeter etwas weiter westlich an der Schorndorfer Straße. Richtig frappierend ist der Sprung bei der Parkplatzzahl: von neun auf 72. Mit zum Netto-Markt gehört ein Bäcker mit Café, das auch Außensitzplätze bietet.

Fairer Umgang mit den Anwohnern: Keine zusätzliche Etage

Das Dach des Supermarkts hat eine gestaffelte Architektur, die höheren Teile sind maximal acht Meter hoch, plus einer möglichen Photovoltaikanlage oben drauf. Die Gemeinde hat darauf verzichtet mit dem Bebauungsplan ein höheres Gebäude zu ermöglichen, in dem dann über dem Markt noch Wohnungen hätten Platz finden können. Diese Möglichkeit sei durchaus diskutiert worden, sagt Bauamtsleiter Rainer Blessing. „Das ist aber eine Frage der Abwägung, was man der Nachbarschaft zumutet.“ Die Anwohner auf der anderen Seite der Schorndorfer Straße würden mit den vorgelegten Plänen auf eine 35 Meter breite und acht Meter hohe Gebäudefront blicken. Wenn man da noch ein Geschoss draufpacke, wäre das zu viel. „Wir wollen mit den Anwohnern fair umgehen“, so Blessing.

Keine Probleme sollte es wegen des Lärms geben, der durch das Verkehrsaufkommen rund um die beiden neuen Märkte entsteht, wie Rainer Blessing im Gemeinderat betonte. Ein Gutachter habe berechnet, dass die geltenden Grenzwerte eingehalten werden.

Beleuchtung der Firmenlogos soll nachts abgeschaltet werden

Mit Blick auf die Interessen der Nachbarn sprach Grünen-Gemeinderätin Heidemarie Vogel-Krüger den geplanten Werbepylon an, in dem die beleuchteten Firmenlogos von Netto und Rossmann zu sehen sein sollen. Sie bat darum, die Beleuchtung nachts ab 22 Uhr abzuschalten, damit die Anwohner davon nicht beeinträchtigt sind. Laut Rainer Blessing ist das auch die Meinung der Verwaltung. Der Netto-Markt werde voraussichtlich bis 21 Uhr geöffnet haben, dann müsse bis 22 Uhr die Beleuchtung aus sein, darauf werde man hinwirken.

Nachdem der Gemeinderat jetzt den Bebauungsplan einstimmig frei gegeben hat, wird das Planwerk vom 25. Mai bis 25. Juni öffentlich ausgelegt. Bürger und Behörden können dazu Stellungnahmen abgeben. Wenn alles gut laufe, wäre denkbar, dass der Plan noch vor der Sommerpause rechtskräftig werde, so Bauamtsleiter Blessing. Bürgermeister Sven Müller hofft auf ein schnelles Verfahren, denn das Ziel sei „ambitioniert“ vor der Remstal-Gartenschau, also vor 10. Mai 2019, beide Märkte zu eröffnen. Die beiden Investoren wollen laut Gemeindeverwaltung ihre Bauanträge schon in die nächste Sitzung des Bauausschusses einbringen und damit parallel zum Bebauungsplanverfahren bereits in die Genehmigung einsteigen.


Hohes Gut

Der Rewe-Markt Abramzik, der Nahkauf-Markt in der Falkenstraße, „sehr gute Metzger und Bäcker“, dazu der vergrößerte Netto und der Drogeriemarkt Rossmann – damit sieht Bauamtsleiter Rainer Blessing die Grundversorgung der Winterbacher gut aufgestellt und gesichert.

„Das ist ein hohes Gut“, sagte er im Gemeinderat. „Wenn die Bürger nicht alles am Ort kriegen, dann ist das Gefüge im Städtebau nicht gut.“