Schorndorf

Der TV Weiler geht mit viel Optimismus durch die Corona-Krise

TVWeiler
Mit Corona-Abstand, aber nicht in Corona-Depression auf der Terrasse des TV-Vereinsheims: Bettina Wieler, Alexander Sperl, Wolfram Vogel und Martina Schütt (von links nach rechts). Foto: Steinemann © Ralph Steinemann Pressefoto

Der 30. April ist so etwas wie der Tag der Wahrheit für den TV Weiler, denn da werden die Mitgliedsbeiträge eingezogen. Da es aber im Vorfeld dieses Termins keine Kündigungen von Mitgliedschaften und auch nur eine einzige Anfrage zum Beitragseinzug gegeben hat, sind der Vereinsvorsitzende Wolfram Vogel und seine Geschäftsführerin Bettina Wieler optimistisch davon ausgegangen, dass die Mitglieder dem Vereine auch in der Coronakrise, in der seitens des Vereins keine Leistungen erbracht werden können, die Treue halten. „Alle sehen ein, dass der Verein auf Unterstützung angewiesen ist“, glaubt auch der 2. Vorsitzende Alexander Sperl und verweist darauf, dass es in so einer Zeit nicht schaden kann, fast die günstigsten Vereinsbeiträge im ganzen Sportkreis zu haben. Optimismus wird großgeschrieben beim mit 1241 Mitgliedern drittgrößten Verein in Schorndorf, der sich, weil in der Vergangenheit gut und vorausschauend gewirtschaftet worden ist, finanziell so gut aufgestellt sieht, dass er die Krise gut meistern und überstehen und dann mit neuem Elan durchstarten kann. Und wenn sich sogar in diesen schwierigen Zeiten ein paar neue Mitglieder anmelden, dann ist auch das ein gutes Zeichen. Endlos freilich, so die Einschätzung von Schriftführerin und Pressewartin Martina Schütt, sollte sich der aktuelle Zustand nicht hinziehen, weil sonst auch die Mitglieder ungeduldig und im einen oder anderen Fall doch Konsequenzen gezogen werden könnten. Zumal, es, so Alexander Sperl, auch Familien gebe, die finanziell nicht so gut aufgestellt seien, dass sie es sich auf lange Sicht leisten könnten, für etwas zu bezahlen, was es in Form einer Gegenleistung gar nicht gibt. Dementsprechend häufig sind auch die An- und Nachfragen, wann’s denn wieder losgeht mit Sportangeboten. Im Moment kann Wolfram Vogel dazu nur so viel sagen: „Je früher, desto besser.“

Wünsche: Bezirksligaaufstieg und neues Kunstrasenspielfeld

Hart trifft den Verein beziehungsweise trifft vor allem die Fußballabteilung und den Fußball-Förderverein der Ausfall der SchoWo – zumal auch andere Einnahmequellen wie der Tanz in den Mai und das Siechenfeldfest weggefallen sind und der Weilermer Weihnachtsmarkt, so er denn stattfindet, nur ein ganz schwaches Trostpflaster wäre. Für Wolfram Vogel und seine Vorstandskollegen, die in ganz engem Austausch mit der Fußballabteilung stehen, ist klar, dass finanziell der Hauptverein in die Bresche springen muss, wenn irgendwann der Trainings- und Spielbetrieb wieder aufgenommen wird und dann auch wieder Anschaffungen getätigt und Trainer bezahlt werden müssen. Ausgaben, die der Verein natürlich noch lieber übernehmen würde, wenn es in dieser Saison, von der noch niemand weiß, ob sie abgebrochen und dann in irgendeiner Form gewertet oder ob sie irgendwann fortgesetzt wird, mit dem Aufstieg der aktuell die Kreisliga-A-Tabelle mit deutlichem Abstand anführenden 1. Mannschaft in die Bezirksliga klappen würde. Wobei sich dann, so Wolfram Vogel, erst recht die Frage stellen würde, wie der Wettbewerbsnachteil, dass die Spieler kein Geld bekommen, ausgeglichen werden könnte, wenn es um das Halten und Anwerben von ligatauglichen Spielern geht. Da könnte es schon helfen, wenn endlich die seit Jahren geforderte und auch schon mehrmals seitens der Stadt zugesagte Sanierung des Kunstrasenspielfeldes realisiert und auch noch der auf einer Spielfeldseite ziemlich abtrainierte Rasenplatz aufgepäppelt würde. An eine dritte, vom Verein zu erledigende Baustelle, den Neubau eines Vereinsheims nämlich, wagt vorläufig niemand mehr zu denken. Dazu muss erst einmal das normale Vereinsleben wieder hochgefahren werden und in Gang kommen. Denn derzeit läuft außer Online-Zumba, für das sich Alexander Sperl als Kameramann verdingt hat, nichts. Die Probleme der Fußballer haben in abgeschwächter Form auch die Handballer, bei denen, nachdem sie in einer Spielgemeinschaft mit dem VfL Winterbach organisiert sind, das Brunnenfest als Einnahmequelle wegfällt. Um Genaueres zu wissen, müssten aber erst noch Gespräche mit den Winterbachern geführt werden, sagt Vogel.

Kinderturnen: Viele Anfragen, wann es wieder losgeht

Was den Verein in diesen Coronazeiten besonders hart trifft, ist aus Sicht des Vorsitzenden der Wegfall des Kinderturnens, der immerhin rund 260 Kinder betrifft – wobei es da, so Wolfram Vogel, ja nicht nur um die sportliche Betätigung, sondern auch um das Sozial- und Gruppenverhalten gehe, das derzeit weitgehend oder nahezu vollständig eingeschränkt sei. Und gerade in diesem Bereich gebe es von Elternseite viele Fragen, wann es denn endlich wieder losgehe. Aber auch die Beachvolleyballer, deren kleines Betätigungsfeld ebenfalls gesperrt ist, scharrten schon mit den Hufen, und ein paar Hobbybasketballer, die laut Alexander Sperl schon Interesse an der Gründung einer Abteilung signalisiert hätten, müssten sich auch noch gedulden – zumal in diesem Falle auch noch die Frage der Hallenkapazitäten zu klären wäre. „Alle wollen ihren Verein wiederhaben“, weiß Wolfram Vogel, der aber wie sein „Vize“ Sperl nicht die Hoffnung hat, dass in nächster Zeit alle Sportarten auf einmal wieder hochgefahren werden können. Am ehesten vorstellbar erscheint ihnen im Moment, dass Hallen wieder für Sportarten geöffnet werden, bei denen es relativ leicht fällt, Abstand zu halten. Das könnte zum Beispiel alles sein, was mit Gymnastik zu tun hat. Und aufs gemeinsame Duschen könne ja vorerst noch verzichtet werden.

Es reicht, um den Verein finanziell über Wasser zu halten

Finanziell kommt dem TV Weiler aktuell zugute, dass er, von der teilzeitbeschäftigten Bettina Wieler abgesehen, im Verwaltungsbereich ohne bezahlte Kräfte auskommt und dass auch die Übungsleiter ihre Pauschale erst wieder bekommen, wenn der Sportbetrieb wieder beginnt. Umgekehrt fällt auf der Einnahmeseite auch die Pacht fürs Vereinsheim weg, die zunächst einmal ausgesetzt worden ist, und natürlich laufen auch gewisse Fixkosten weiter. „Es reicht, um den Verein über Wasser zu halten, aber wir hätten aktuell keine Spielräume, ihn weiterzuentwickeln“, fasst Wolfram Vogel die coronabedingte finanzielle Situation des Vereins zusammen, die sich für ihn aber bei weitem nicht so kritisch darstellt, als dass es der Verein für erforderlich halten würde, einen Antrag auf Gelder aus dem städtischen Hilfsfonds für Vereine zu stellen. „Es ist richtig gut, dass die Stadt so etwas macht, aber es gibt sicher Vereine, die auf das Geld dringender angewiesen sind als wir“, sagt Alexander Sperl – allerdings noch zu einem Zeitpunkt, da noch nicht klar war, dass der ausgeschüttete Maximalbetrag bei 2000 und nicht nur bei 1000 Euro liegt. Was die mentale Seite der Krise angeht, so hat Wolfram Vogel sogar die Hoffnung, dass manchen die Bedeutung des Ehrenamtes noch bewusster wird und dass sich auf diese Weise vielleicht sogar jemand findet, der, nachdem der Vorsitzendenposten wieder besetzt ist, bereit ist, das Amt eines zweiten stellvertretenden Vorsitzenden zu übernehmen, das beim TV Weiler noch immer verwaist ist.

Der 30. April ist so etwas wie der Tag der Wahrheit für den TV Weiler, denn da werden die Mitgliedsbeiträge eingezogen. Da es aber im Vorfeld dieses Termins keine Kündigungen von Mitgliedschaften und auch nur eine einzige Anfrage zum Beitragseinzug gegeben hat, sind der Vereinsvorsitzende Wolfram Vogel und seine Geschäftsführerin Bettina Wieler optimistisch davon ausgegangen, dass die Mitglieder dem Vereine auch in der Coronakrise, in der seitens des Vereins keine Leistungen erbracht werden

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