Schorndorf

Die Alpenrosenhütte ist fertig

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Der Abriss und Neubau der Alpenrosenhütte. © Leonie Kuhn
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Die neue Alpenrosenhütte im Rohbau– inzwischen ist sie fertig. © Günther Pfeil / Werner Graß
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Am 10. Mai rückten die Bagger an und brachen die alte Hütte ab. © Günther Pfeil / Werner Graß
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Zuvor fanden zwei Ausräumaktionen statt, an denen Thomas Krüger, Günther Pfeil, Bettina Heinrich, Werner Graß, Werner Klingler, Karl (Charly) Scheer und Günther Berghold teilnahmen (von links). © Günther Pfeil / Werner Graß
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Der Abriss und Neubau der Alpenrosenhütte. © Leonie Kuhn
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Der Abriss und Neubau der Alpenrosenhütte. © Leonie Kuhn
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Der Abriss und Neubau der Alpenrosenhütte. © Leonie Kuhn
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Der Abriss und Neubau der Alpenrosenhütte. © Leonie Kuhn
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Der Abriss und Neubau der Alpenrosenhütte. © Leonie Kuhn
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Der Abriss und Neubau der Alpenrosenhütte. © Leonie Kuhn
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Der Abriss und Neubau der Alpenrosenhütte. © Leonie Kuhn
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Der Abriss und Neubau der Alpenrosenhütte. © Leonie Kuhn
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Der Abriss und Neubau der Alpenrosenhütte. © Leonie Kuhn
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Der Abriss und Neubau der Alpenrosenhütte. © Leonie Kuhn
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Der Abriss und Neubau der Alpenrosenhütte. © Leonie Kuhn
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Der Abriss und Neubau der Alpenrosenhütte. © Leonie Kuhn
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Der Abriss und Neubau der Alpenrosenhütte. © Leonie Kuhn
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Der Abriss und Neubau der Alpenrosenhütte. © Leonie Kuhn
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Der Abriss und Neubau der Alpenrosenhütte. © Leonie Kuhn
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Der Abriss und Neubau der Alpenrosenhütte. © Leonie Kuhn
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Der Abriss und Neubau der Alpenrosenhütte. © Leonie Kuhn
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Der Abriss und Neubau der Alpenrosenhütte. © Leonie Kuhn
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Der Abriss und Neubau der Alpenrosenhütte. © Leonie Kuhn
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Der Abriss und Neubau der Alpenrosenhütte. © Leonie Kuhn
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Der Abriss und Neubau der Alpenrosenhütte. © Leonie Kuhn
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Der Abriss und Neubau der Alpenrosenhütte. © Leonie Kuhn
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Der Abriss und Neubau der Alpenrosenhütte. © Leonie Kuhn
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Der Abriss und Neubau der Alpenrosenhütte. © Leonie Kuhn
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Der Abriss und Neubau der Alpenrosenhütte. © Leonie Kuhn
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Der Abriss und Neubau der Alpenrosenhütte. © Leonie Kuhn

Schorndorf. Der Plan war sehr, sehr ehrgeizig, fast schon verrückt: Innerhalb von nur fünf Monaten sollte die Alpenrosenhütte der Schorndorfer Alpenvereinssektion in den Kitzbüheler Alpen abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Am 10. Mai rückten die Bagger an, am 10. Oktober war Übergabe des Neubaus. Es hat also geklappt. Und das auf einer Höhe von exakt 1555 Metern.

Kein Wunder, dass Werner Graß, Vorsitzender der Alpenvereinssektion Schorndorf (zu ihr gehört auch die Bezirksgruppe Backnang, insgesamt sind es rund 2800 Mitglieder), von „großer Zufriedenheit“ spricht und „große Freude“ verspürt. Nicht ohne, zweifelsohne berechtigten, Stolz sagt er: „In fünf Monaten so ein Ding bauen, das ist schon sensationell.“ Zumal die Kosten weitestgehend im Rahmen blieben. Mit 1,5 Millionen Euro wurde gerechnet, 1,6 Millionen sind’s am Ende geworden. Von einer derartigen „Steigerung“ können andere bekanntlich nur träumen ...

Vorsitzender Graß: Bin nicht der alleinige Strippenzieher

14-mal war Werner Graß in den letzten fünf Monaten vor Ort. Er legt aber großen Wert auf die Feststellung, dass er nicht der alleinige Strippenzieher und Verantwortliche für das Alpenrosenhütte-Projekt ist. Vielmehr wurde er tatkräftig unterstützt von einem Team mit Günther Pfeil, Hüttenverwalter und unter anderem Organisator der Aus- und Einräumeinsätze. Mit zu diesem Team gehören auch Martin Spindler als Architekt und Fachmann, der laut Graß immer Zeit für alle anstehenden Fachfragen und Baustellentermine vor Ort hatte, sowie Thomas Landmesser und Martin Gütler, die bei allen wichtigen Entscheidungen zur Planung und zur Projektausführung ihre Zeit eingebracht haben, „um gute und wenn erforderlich auch kurzfristige Entscheidnungen zu treffen“ (Graß). Großen Anteil am termingerechten Gelingen des Großprojekts hatten auch die Mitglieder, die in den Kitzbüheler Alpen ehrenamtlich 682 Stunden gearbeitet haben.

Das Bauvorhaben lief zwar fristgerecht und ohne jeden Unfall (darüber ist Werner Graß auch „sehr froh“, denn eine Bergbaustelle sei „immer kritisch“), aber keineswegs problemlos ab. Die erste und größte Überraschung gab’s gleich am Anfang. Die Wand hinter der Hütte war nicht wie erwartet aus Stein, sondern aus Lehm. Sie musste betoniert werden – das war nicht vorgesehen und hat 60 000 Euro gekostet. Was einen Großteil der Mehrkosten erklärt. Zudem versanken die Arbeiter im Mai und Juni fast im Schlamm – das Wetter war schlecht. Das wiederum erklärt die „Verzögerung“ bei der Fertigstellung: Laut Terminplan hätte die Hütte am 30. September fix und fertig sein sollen. Sie war’s „erst“ am 10. Oktober.

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Unter dem Strich hat aber alles reibungslos geklappt (aus dem Bautagebuch geht hervor, dass beispielsweise am Mittwoch, 21. September, 37 Arbeiter aus 15 Gewerken auf der Baustelle in 1555 Meter Höhe waren – auch das ist sensationell). Und es ist eine Punktlandung geworden. Dies deshalb, weil’s nicht zu früh geschneit hat. Wäre das passiert, hätten die Fahrzeuge nicht mehr den Almweg hochfahren können, der auf Kosten (10 000 Euro) des Alpenvereins so ausgebaut worden ist, dass der Betonmischer raufkommt. Zur Freude der Almbauern übrigens, die jetzt mit ihren Schleppern samt Anhängern besser die Kurven meistern können und nicht mehr wie früher rangieren müssen. Der worst case, also der schlimmste Fall, wäre eine Verzögerung der Baustelle bis in den Winter hinein gewesen. Denn dann wären die Einnahmen aus der Skisaison futsch gewesen.

Als die Alpenvereinssektion am 30. November 2015 in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung den Neubau der Alpenrosenhütte beschlossen hat, stand die Finanzierung. Sie sah (und sieht) vor, dass die Sektion Schorndorf 810 000 Euro beisteuert. Das tut sie auch – mit 160 000 Euro an Eigenmitteln und mit 650 000 Euro über Kredite. Sie werden über die Verpachtung der Hütte zurückgezahlt, außerdem läuft jetzt im Oktober eine sektionsinterne Spendenaktion an. Vom Bundesverband des Deutschen Alpenvereins und vom Land Baden-Württemberg gibt es Fördermittel in Höhe von 690 000 Euro. Um die 100 000 Euro, die’s an Mehrkosten gibt, zahlen zu können, hat die Sektion ein finanzielles Polster.

Inzwischen hat Hüttenwirt Kemal Akcay, ein türkischstämmiger Österreicher, der unter seinem Vorgänger schon viele Jahre auf der Alpenrosenhütte als Kellner gearbeitet hat, zusammen mit seiner Frau Selma die Vorräte für die gesamte Wintersaison auf die Alpenrosenhütte (übrigens: Graß’ Vorgänger Erwin Laichinger hat sie als das „am höchsten gelegene Gebäude von Schorndorf“ bezeichnet, was ja bis zu einem gewissen Grad stimmt) gebracht. „Wintereindeckung“ nennt sich das. Es kann also losgehen. Termin ist der erste Advent – so Schnee liegt. Falls nicht, verschiebt sich die Saisoneröffnung immer um eine Woche. Denn nur wenn Frau Holle aktiv war, läuft die Seilbahn, die die Skifahrer nach oben bringt. Und ohne die geht im Winter auf der Alpenrosenhütte nichts. Im Sommer sieht das anders aus. Da kommen die Wanderer. Die brauchen die Seilbahn nicht unbedingt.

Die Einweihung

Wann die neue Alpenrosenhütte offiziell eingeweiht wird, steht noch nicht fest. Fest steht aber, dass am kommenden Wochenende dort eine Sitzung des Vorstands und Beirats der Alpenvereinssektion Schorndorf stattfindet. Mit Partnern, mit Übernachtung. Mehr als 40 Zusagen gibt es bereits – arg viel mehr dürfen es auch nicht werden, denn dann sind alle 56 Schlafplätze, die in der Hütte zur Verfügung stehen, belegt. Die Sitzung der Führungsgremien dient als Testbetrieb der neuen Hütte. Denn erstmals dürfte sie ausgebucht sein.

In besagter Sitzung soll der Termin für die Einweihungsfeier festgelegt werden. Ganz sicher wird am kommenden Wochenende auch die Geselligkeit auf der neuen Alpenrosenhütte nicht zu kurz kommen. Das eine oder andere Glas dürfte schon geleert werden. Schließlich haben die Alpenvereinler auch allen Grund zum Feiern.