Schorndorf

Die Hölle: Zwei Wochen Quarantäne mit vier Kindern

Familie Quarantäne
Zwei Wochen eingesperrt, weil fast die ganze Familie positiv auf das Coronavirus getestet wurde – das war schrecklich für eine Familie aus Schorndorf. Krank fühlten sich alle nicht, aber die Langeweile war groß und die Kinder drängten nach draußen. © Adobestock/ Julia Raneva

Das möchte – nennen wir sie Denise K. – nie mehr erleben: Zwei Wochen lang war sie, nachdem bei ihrem Mann bei einem Zufallstest eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt wurde, mit ihm und den vier Kindern in Quarantäne. Die Drei-Zimmer-Wohnung, in der die Familie lebt, durfte sie in den ersten beiden Dezemberwochen mit ihren sieben-, sechs-, vier- und einjährigen Kindern nicht verlassen. Bis auf eine Tochter waren alle positiv getestet. Symptome hatten sie aber alle nicht, kein Schnupfen, kein Halsweh, nichts. Doch was dann kam, „war schrecklich“, sagt die 36-Jährige.

Die drei größeren Kinder, die sich ein Zimmer in der 80-Quadratmeter-Wohnung teilen, drängten spätestens in der zweiten Woche nach draußen – und durften nicht. Stattdessen haben sie sich gelangweilt, natürlich gestritten. Irgendwann waren alle Spiele gespielt. Doch es half alles nichts: Selbst Spaziergänge waren der Familie nicht erlaubt. Und beim Einkaufen waren sie auf die Nachbarin angewiesen.

Home-Schooling ohne Laptop und Drucker

Und dabei ist seit Beginn der Corona-Pandemie das Leben der Familie sowieso schon schwer genug. Die älteste Tochter war gerade im zweiten Halbjahr der ersten Grundschulklasse angekommen, als die Schulen geschlossen wurden. Da die Familie keinen eigenen Computer hat, musste die Mutter ihr die Aufgaben, die per E-Mail von den Lehrerinnen kamen, am Handy zeigen. Immer, wenn das Telefon klingelte, war’s wieder vorbei mit dem Home-Schooling, auf das die Siebenjährige irgendwann sowieso keine Lust mehr hatte.

Und da es im Haushalt damals auch keinen Drucker gab, blieb Denise K. nichts anderes übrig, als Eltern aus der Klasse zu bitten, ihr die Aufgabenseiten auszudrucken. „Das war anstrengend“, sagt sie und hat in ihrer Verzweiflung sogar immer wieder bei Beate Härer vom Fachbereich Familie und Soziales angerufen. Doch von jetzt auf nachher ging das natürlich auch dort nicht. Einen Drucker oder einen Laptop zu kaufen, dafür fehlt – der Vater ist Alleinverdiener, die Familie bezieht Wohngeld – einfach das Geld.

Darum hat Beate Härer jetzt in der Vorweihnachtszeit über die „Miteinander-Füreinander“-Hilfsaktion des Zeitungsverlags Waiblingen für die Familie einen Drucker organisiert. Damit können die Schulaufgaben zumindest sofort ausgedruckt werden. Das ist eine große Erleichterung. Doch die 36-jährige Mutter denkt mit Schrecken daran, wie es weitergehen soll.

Auch wenn sie immer wieder versucht, das Beste aus der Situation zu machen, sie kann sich nicht vorstellen, dass die Schulen am 11. Januar wieder öffnen, sondern eher einen Lockdown bis Februar oder März. Dann wieder monatelang Home-Schooling am Handy – das wird nicht funktionieren.

Antrag auf Leih-Laptop bisher erfolglos

Darum hat sie über die Schule einen Antrag gestellt, dass die Tochter einen Leih-Laptop bekommt. Bisher allerdings ohne Erfolg – und dabei müsste die kinderreiche Familien ohne eigenen Computer im Haushalt eigentlich Anspruch auf Unterstützung haben. Stattdessen kamen bisher Schülerinnen und Schüler der Gottlieb-Daimler-Realschule, der Rainbrunnenschule, der Otfried-Preußler-Grundschule, der Fuchshofschule, der Sommerrainschule, der Schillerschule und der Reinhold-Maier-Schule zum Zug. Die Schlosswallschule, die einen Bedarf von 37 Geräten gemeldet hat, war „insgesamt noch nicht an der Reihe“, bestätigt Isabelle Kübler, kommissarische Fachbereichsleitung Schulen und Vereine.

Dabei wäre das für Denise K., „total wichtig“. Denn wie soll das gehen, fragt die vierfache Mutter, wenn die Pandemie auch das ganze Jahr 2021 unser Leben bestimmt und Schule, wie wir sie bisher kannten, weiterhin unmöglich macht? Und im September wird die zweite Tochter der Familie eingeschult.

Das möchte – nennen wir sie Denise K. – nie mehr erleben: Zwei Wochen lang war sie, nachdem bei ihrem Mann bei einem Zufallstest eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt wurde, mit ihm und den vier Kindern in Quarantäne. Die Drei-Zimmer-Wohnung, in der die Familie lebt, durfte sie in den ersten beiden Dezemberwochen mit ihren sieben-, sechs-, vier- und einjährigen Kindern nicht verlassen. Bis auf eine Tochter waren alle positiv getestet. Symptome hatten sie aber alle nicht, kein

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