Schorndorf

Die Reaktionen auf Hetzingers Verzicht

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Zerknirscht, erschöpft, erleichtert? Bürgermeister Hetzinger am Dienstag in der Gemeinderatssitzung. © Büttner / ZVW

Urbach. Nach der Erklärung von Bürgermeister Jörg Hetzinger, im kommenden Jahr nicht mehr zu kandidieren, herrschte am Dienstagabend kurz so etwas wie Schockstarre im Urbacher Ratssaal. Die Reaktionen zeigten dann, dass zumindest im Gemeinderat niemand damit gerechnet hat. Und Hetzinger war sichtlich gerührt.

Video: Ein Kommentar von Redakteur Michael Städele zum Verzicht von Bürgermeister Jörg Hetzinger auf eine weitere Kandidatur.

FW-Sprecherin Ursula Jud fand als Erste Worte. Es sei „sicher nicht einfach gewesen“, eine Entscheidung zu fällen, sagte sie, und wiederholte damit – natürlich ungewollt – Hetzingers Worte kurz zuvor. „Wir respektieren natürlich jede Entscheidung“, fuhr Jud fort, ehe sie bekannte: „Ich muss sagen, ich bin erstaunt, ich dachte, Sie äußern sich anders.“

Holzwarth: "Eine sehr mutige Entscheidung"

Ähnlich hörte es sich bei CDU-Gemeinderat Detlef Holzwarth an: „Ich zolle Respekt, das ist eine sehr mutige Entscheidung.“ Allerdings seien auch die Christdemokraten „davon ausgegangen, dass Sie weitermachen“. Diese Einschätzung hat Hetzinger vielleicht in seiner Stellungnahme zum Bürgerentscheid für das Waldhaus zuvor noch gestärkt, als er sagte: „Auch wenn mein Vorschlag heute nicht die erforderliche Mehrheit erhält, möchte ich mit Ihnen im Gemeinderat weiterhin gut und konstruktiv zum Wohle unserer Bürgerinnen und Bürger zusammenarbeiten.“ Aus dieser Formulierung hätte man auch herauslesen können, dass Hetzinger sich für eine dritte Amtszeit bewirbt.

Kein Kommentar von den Grünen

„Auf dem linken Fuß erwischt“ wurde SPD-Sprecher Joachim Habik nach eigenem Bekunden von Hetzingers Verzichtserklärung. „Sie sehen mich einigermaßen überrascht, ich habe mit etwas anderem gerechnet“. Habik ist sicher, dass Hetzinger und der Gemeinderat zusammen einen würdigen Abschluss hinbringen. Kein Kommentar zum Verzicht des amtierenden Urbacher Bürgermeisters kam von den beiden Grünen.

Neuer Bürgermeister wird am 22. April gewählt

Der Urbacher Bürgermeister hatte zuvor gesundheitliche Gründe für seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur angeführt. Er tat dies, beziehungsweise er musste es tun, beim Tagesordnungspunkt „Wahl des Bürgermeisters“. Der Urbacher Gemeinderat hat festgelegt, dass sie am 22. April 2018 stattfindet, eine Neuwahl, die notwendig würde, sollte keiner der Bewerber mehr als 50 Prozent erreichen, am 13. Mai 2018. Die Stelle des Urbacher Bürgermeisters wird am 2. Februar 2018 ausgeschrieben, Bewerbungen können frühestens einen Tag später, also am 3. Februar 2018, eingereicht werden. Die Frist endet am 26. März 2018.

Jörg Hetzinger wurde 2002 bereits im ersten Wahlgang mit deutlicher Mehrheit als Nachfolger von Johannes Fuchs, der damals ja Landrat wurde, zum Urbacher Bürgermeister gewählt. Vorher war er Hauptamtsleiter in Winterbach. Auch seine Wiederwahl 2010 war eine klare Angelegenheit.