Schorndorf

Die Realschule Remshalden zieht in eine Baustelle

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Durchs Fenster kommen mittels Lastenaufzug Tische und Stühle ins Obergeschoss des Schulneubaus © Ralph Steinemann
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An vielen Stellen, wie hier an der Fassade im Eingangsbereich, wird noch gearbeitet. © Ralph Steinemann
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Bauamtsleiter Dieter Schienmann und Rektorin Monika Behrend in einem der neuen Vorbereitungsräume für die Lehrer: Statt im Lehrerzimmer haben sie hier künftig ihre Arbeitsplätze, immer zwischen zwei Klassenzimmern gibt es so einen Raum. © Ralph Steinemann

Remshalden. Der Umbau des alten Hauptschulgebäudes in Geradstetten für die Realschule war lange eine Zitterpartie. Die bange Frage nach einigen unvorhergesehenen Schwierigkeiten war: Wird alles rechtzeitig fürs neue Schuljahr fertig? Die Antwort lautet jetzt: Jein. Zwar kann der Schulbetrieb am 11. September starten. Aber die Handwerker werden dann noch nicht komplett weg sein.

Im Video: Schulleiterin Monika Behrend führt durch die Baustelle der Realschule

Wer derzeit vom Remshaldener Rathaus aus in Richtung Schule blickt, der könnte meinen, sie ist fertig. Schön verputzt steht der Neubau da, mit der Aufschrift: Realschule Remshalden. Doch wer dann um die Ecke auf den Schulhof geht, dem bietet sich ein völlig anderes Bild.

„Wir werden nicht komplett fertig"

Dort stehen Maschinen, es lagert Baumaterial und Müll. Die Fassadenverkleidung neben dem Haupteingang fehlt noch, eine Bohrmaschine dröhnt. Mitten hindurch bewegen sich Möbelpacker und rollen Spültische und andere große Einrichtungsteile ins Schulhaus. Im Inneren sieht es nicht viel anders aus: Die Deckenverkleidung ist offen, es hängen Kabel herunter, das Dämmmaterial für die Fassade und andere Baustoffe liegen herum.

Es ist bei diesem Anblick schwer vorstellbar, dass hier in nicht ganz zwei Wochen, nach den Sommerferien, der Schulbetrieb starten soll. Aber das ist das Ziel. Und das werde auch klappen, sagt Bauamtsleiter Dieter Schienmann. „Wir werden nicht komplett fertig, wir werden improvisieren müssen. Aber die Klassenzimmer werden so sein, dass man dort unterrichten kann. “

Die Vorfreude auf die neue Schule ist groß

Wer einen Eindruck bekommen will, wie die neue Schule aussieht, der muss ganz nach oben, ins oberste Stockwerk. Dort ist alles am weitesten fortgeschritten, die Handwerker im Wesentlichen fertig. In den Zimmern stehen Stühle und Bänke, teilweise hängen schon die neuen Whiteboards, die digitalen Tafelsysteme, die jedes zweite Klassenzimmer bekommt.

Schulleiterin Monika Behrend führt durch die Räume. Das Chaos, das jetzt noch herrscht, scheint sie nicht groß zu berühren, stattdessen sprüht sie vor Vorfreude auf ihre neue Schule. „Wenn man sich den ganzen Müll wegdenkt, ist es richtig schön“, meint sie gut gelaunt.

Änderungen auch im Arbeitsalltag

Normalerweise wäre sie jetzt schon am Schreibtisch und würde das kommende Schuljahr vorbereiten. Der Tisch steht tatsächlich auch schon in ihrem neuen Büro. Aber er ist noch nackt, es fehlen PC und sonstige Ausstattung.

Die Möbel und alle gepackten Kartons aus der alten Schule werden in dieser Woche von einem Umzugsunternehmen in die neue Schule transportiert. Am Montag kommen dann die Lehrer und richten sich ein. Mit der neuen Schule verändert sich auch ihr Arbeitsalltag.

"Ein Ort der Begegnung und Kommunikation“

Das Lehrerzimmer hat nichts mehr gemeinsam mit dem überfüllten Raum, in dem alle ihre Arbeitsplätze hatten. Im neuen Lehrerzimmer soll niemand mehr arbeiten. „Es ist ein Ort der Begegnung und Kommunikation“, sagt Monika Behrend. „Hier treffen wir uns in der Pause.“ Da kommt noch eine Sitzgruppe hin, zeigt die Rektorin. Eine Küchenzeile ist schon eingebaut.

Statt des klassischen Lehrerzimmers gibt es jetzt immer zwischen zwei Klassenräumen und an diese mit Verbindungstür angeschlossen ein Arbeitszimmer für die Lehrer. Zu den Fenstern hin haben sie dort ihre Schreibtische, davor ist Platz für Besprechungen oder Elterngespräche, aber auch für die Schüler, um sich für Gruppen- oder Einzelarbeit zusammenzusetzen.

Großer Umbauaufwand vor allem für den Brandschutz

11,1 Millionen Euro, das ist derzeit der Kostenstand für Umbau und Anbau. Zwar befand sich das alte Hauptschulgebäude in einem guten Zustand, aber um die aktuellen Brandschutzauflagen zu erfüllen, musste viel getan werden, Wände und Decken mussten raus. „Wir mussten tief eingreifen“, sagt Bauamtsleiter Dieter Schienmann. Erst mitten im Umbau kamen Wasserschäden unter dem Dach heraus. Sie verteuerten das Ganze und kosteten viel Zeit.

An den Altbau wurde im Westen, zum Betreuten Wohnen hin, der Neubau angedockt. Dort sind die Fachräume für die Naturwissenschaften, der Musiksaal und zwei Klassenzimmer untergebracht, außerdem im Erdgeschoss Verwaltung und Lehrerzimmer.

„Der schönste Raum in der ganzen Schule“ 

Nicht nur die Lehrer haben einen neuen, schönen Aufenthaltsraum: Im Eingangsbereich des Altbaus gibt es das „Schüleratelier“ mit Sofas zum „Chillen“. Zudem gibt es einen eigenen Bereich, im Gebäude markiert durch einen leuchtend grünen Fußboden, für die Ganztagesbetreuung.

Schulsozialarbeiter und Beratungslehrer haben dort ihre Arbeitsplätze. Auch der Freizeitraum mit Tischkicker und Küche findet sich hier wieder, den es schon im alten Schulgebäude gab – wie Monika Behrend findet, „der schönste Raum in der ganzen Schule“.

Tatsächlich: Nach Osten und Süden ausgerichtet, mit bodentiefen Fenstern ist er sonnendurchflutet hell. Ansonsten ist der schöne Ausblick ins Grüne vom alten Schulstandort in Grunbach-Süd natürlich nicht so einfach zu ersetzen. Aber er ist sicher das Einzige, was Schüler und Lehrer vom alten Gebäude vermissen werden.


Wann wird das alte Schulgebäude bebaut?

  • Wann die alte Ernst-Heinkel-Realschule in der Goethestraße in Grunbach abgerissen wird, steht noch nicht fest. Sicher ist: nicht mehr in diesem Jahr. Nach der Abbruchparty, die für Samstag, 21. Oktober, geplant ist, wird das Schulgebäude verrammelt und winterfest gemacht.
  • Die Gemeinde wird nach dem Abriss das Gelände als Baugebiet vermarkten. Allerdings wird das noch seine Zeit dauern. „Wir sind noch im Ideen-Stadium“, sagt Bauamtsleiter Dieter Schienmann. Die Gemeinde will detailliert vorplanen und vorgeben, wie und in welcher Dichte das Gebiet bebaut werden soll. Schienmann rechnet damit, dass im Laufe des Jahres 2018 die Planung erstmals öffentlich vorgestellt werden kann.
  • Klar ist auf jeden Fall: Erst nach der Planung durch die Gemeinde gehen die Grundstücke in die Vermarktung. Die Gemeinde wird das Gebiet nicht von vorneweg einem Investor überlassen, der dort seine eigenen Pläne umsetzt.