Schorndorf

Die schönen Gesichter Remshaldens

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Ludwig F. Mattes (Pfarrer) und Simone Staiger (Pfarramt Sekretärin). © Reinhold Manz
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Anna (Foto-Modell). © Reinhold Manz
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Partnerschaftskomitee: Louisa Gaupp, Sandra Gaupp, Margret Single. © Reinhold Manz
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Kim Hottmann und Christian Frank (Gemeinderäte). © Reinhold Manz
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Sabine Schubert-Kessler (Alphornbläserin). © Reinhold Manz
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Silja und Sandro Berndt. © Reinhold Manz
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Sir Waldo Weathers (Musiker Pope of funk). © Reinhold Manz
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Jürgen Haller, Felix Wollenhaupt, Reiner Mars, Bernhard Schrägle (FSG Grunbach Fechten). © Reinhold Manz
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Gerapiraten (CVJM Geradstetten). © Reinhold Manz
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SV Remshalden (Rope Skipping). © Reinhold Manz

Remshalden. Zwei Jahre lang hat Peter Schuster mit seiner Kamera Remshaldener porträtiert und eine mitreißende Ausstellung geschaffen. Sein Ziel hat der Fotograf, erreicht: mit Bildern, die etwas Positives ausstrahlen, dem Betrachter Freude machen. Zu sehen sind im Rathaus intensive Porträts und einige bekannte Gesichter in nicht unbedingt gewöhnlichen Posen, etwa ein Pfarrer auf Rollschuhen und mit Luftgitarre.

Der Pfarrer ist der Knaller der Ausstellung, so wie Ludwig Mattes als Person ein Knaller ist: Im schwarzen Dienstgewand auf Rollerskates hängt er an einem Fahrrad, das von einer Nonne mit knallroten Schuhen gefahren wird, die Pfarramtssekretärin Simone Staiger. Pfarrer Mattes ist inzwischen von Grunbach nach Sommerrain umgezogen. Doch in Peter Schusters Fotoausstellung können sich die Remshaldener noch einmal an seiner aus allen Rahmen fallenden Ausstrahlung erfreuen. Auf einem zweiten Bild ist Mattes mit geöffnetem Priestergewand und Luftgitarre zu sehen.

Der Spaß, den die Beteiligten des Foto-Shootings hatten, sprüht förmlich aus diesen Bildern. So ist es auch bei anderen. Da ist zum Beispiel Werner Auracher, der den Einfall hatte, einen kleinen Plüsch-Affen zum Fototermin mitzubringen, der nun auf dem Bild in den Bananenstauden des Weltgartens hängt.

Alle Fotos sind aufwendig inszeniert

Peter Schuster sagt: „Es war eine irre Erfahrung, mit den ganzen Leuten zusammenzuarbeiten.“ Wie viel Arbeit auch in den Bildern steckt, das ist ihnen meist nicht anzusehen. Doch selbst die, die spontan und natürlich daherkommen, sind aufwendig inszeniert. Peter Schuster führte Vorgespräche, um Ideen für die Fotos herauszuarbeiten, und nahm sich beim Termin selbst teilweise mehrere Stunden Zeit. Jedes Mal war sein Auto bis zum Dach vollgeladen mit Ausrüstung wie einer mobilen Blitzanlage.

Mit Bildbearbeitungsprogrammen wie Fotoshop hat er nur minimal an den Fotos gearbeitet. Die Effekte und Farben sind alle durch die Technik vor Ort entstanden. So zum Beispiel bei Alphornbläserin Sabine Schubert-Kessler, die vor dem Murrhardter Wasserfall fotografiert ist. Dieser ist in Wirklichkeit gar nicht so schön blau, wie er auf dem Foto erscheint, sondern dreckig braun. Also hat Schuster einen Blitz mit blauem Filter unter den Wasserfall gelegt, damit die Farbe reinkommt.

Lokale Prominenz, aber auch Unbekannte als Motiv

Bearbeitet hat Peter Schuster nachträglich zum Beispiel das Bild der Kugelstoßerin Alina Kenzel, die schwarz-weiß abgebildet ist und zwei leuchtend-rote Luftballons in der Hand hält. Kenzel gehört in der Ausstellung zu den Gesichtern, die auch außerhalb Remshaldens bekannt sind. Auch andere Berühmtheiten wie der Musiker Sir Waldo Weathers sind dabei. Daneben auch viele, die einen gewissen lokalen Bekanntheitsgrad haben, wie die Mitglieder des CVJM-Pfeifferle-Kabaretts, oder sogar Menschen, die nur ihr näheres Umfeld erkennen wird. Teilweise ist Peter Schuster dabei seinen Protagonisten mit der Kamera so nahe gekommen, dass sich in ihren Augen noch der Horizont spiegelt.

Der Fotograf wollte einen Querschnitt durch die Remshaldener Gesellschaft schaffen. Zu Beginn, erzählt er, gab es viele Absagen. Doch nachdem er das Foto von Pfarrer Mattes im Internet und im Mitteilungsblatt veröffentlicht habe, sei das Ganze ins Rollen gekommen.

Der Fotograf ist gebürtiger Grunbacher

Peter Schuster ist selbst gebürtiger Grunbacher. Die Fotografie ist sein Beruf, wobei der 54-Jährige einen großen Teil seines Lebens als Versicherungskaufmann gearbeitet hat. „Aber ob ich jemals einen Menschen mit einer Versicherung glücklich machen könnte, bezweifle ich“, sagt er. „Mit einem gut getroffenen Bild ging das.“ Er hat sich für die Ausstellung, wie er sagt, „fotogene“ Menschen ausgesucht. Dafür gebe es kein allgemeines, objektives Kriterium, das entscheide er aus dem Bauch. Es sind die schönen Gesichter Remshaldens, die Peter Schuster zeigt, nicht nur im wörtlich-ästhetischen, sondern im Sinne der guten Seite, es sind Menschen mit einer positiven Ausstrahlung. „Das Entscheidende ist für mich, dass der Betrachter etwas Positives mitnimmt“, sagt Peter Schuster. Die Welt sei in diesen Tagen voller schlechter Nachrichten. Aus seiner Ausstellung sollen die Menschen mit einem guten Gefühl gehen, im besten Fall einem Lächeln auf den Lippen, angesteckt von den Faxen des Pfarrers und den schönen Gesichtern Remshaldens.

Die Ausstellung

Die Ausstellung „Leute von Remshalden“ wird an diesem Freitag, 21. Juli, im Rathaus eröffnet. Um 19 Uhr gibt es eine Einführung, musikalisch umrahmt von Sabine Schubert-Kessler, die mit ihrem Alphorn auch auf einem der Fotos zu sehen ist.

Die Ausstellung ist bis 17. November zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen:

  • Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 8.30 bis 12.30 Uhr
  • Dienstag von 14 bis 19 Uhr
  • Donnerstag 14 bis 17 Uhr