Schorndorf

Die Schorndorfer Gitarrentage sind zurück: Was ist geboten?

The Prize
Unter anderem ist die Band „The Prize“ bei den Schorndorfer Gitarrentagen 2022 dabei. Die Gruppe tritt bei der „Mixed Music Night“ am Samstag, 28. Mai, um 20 Uhr im Club Manufaktur auf. © matninatstudio.com

Geschlagen, angerissen, gezupft oder sanft gestreichelt: Die Saiten klingen wieder. Nach zweijähriger Zwangspause finden wieder die Schorndorfer Gitarrentage statt. Seit langem einer der Höhepunkte des Veranstaltungsprogramms des Kulturforums. Mit Saiten-Virtuosen aus aller Welt und einem Publikum auch aus den europäischen Nachbarländern. Einmal mehr also internationales Flair mit Workshops und vielen Konzerten an fünf Tagen in den Spielorten der Manufaktur und des Jazzclubs Session '88.

Seit Sommer vergangenen Jahres hat die Projektleiterin des Kulturforums, Sandra Wackenhut, das arbeitsintensive Programm vorbereitet. Zusammen mit einem überwiegend aus Musikern bestehenden Projekt-Team ist dabei ein attraktives Angebot an Workshops und Konzerten entwickelt worden, das die studierte Musikwissenschaftlerin mit leuchtenden Augen vorstellt, und auf das sie sich auch selbst freut.

Genre-Grenzen sprengen mit druckvollem Geflecht aus Electro-Groove-Jazz

Vielleicht besonders auf den Samstag mit dem Auftritt des Bassisten Wolfgang Schmid & Luminos W. Das sind der Gitarrist Peter Wölpl und Oli Rubow an den Drums, die zusätzlich von dem Percussionisten Max Gerwien verstärkt werden. Gerwien hat Wackenhut schon bei einem Konzert im Jazzclub gehört und war beeindruckt. „Das ging richtig ab!“ Genre-Grenzen werden von dieser Band mit ihrem in der Ankündigung versprochenen „dichten, druckvollen Electro-Groove-Jazz-Geflecht“ mit spielerischer Lust gesprengt und übersprungen.

Danach treten an diesem Abend noch „The Prize“ auf, eine neue Powerhouse-Rock-Band um die belgische Sängerin Maggy Luyten mit dem Prog-Jazz-Metal-Trio „Mörglbl“. Zu dieser illustren Formation gehört der französische Gitarrist Christophe Godin, der inzwischen zum dritten Mal auch in einem der Workshops der Gitarrentage unterrichten wird.

Das Kulturforum hatte den Mut, einen russischen Gitarristen nicht auszuladen

Zum Auftakt der Konzertreihe gibt es eine Acoustik Night mit Solo-Auftritten von Jule Malischke, dem US-Amerikaner Eric Lugosch sowie dem innovativen Klangbastler Alexandr Misko aus Russland. Aus Russland? In diesen Zeiten? Ja! Misko hatte den Auftritt bei den Schorndorfer Gitarrentagen als Teil seiner Europa-Tour geplant, die vor einigen Wochen aber von seinem Management aus Angst vor antirussischen Reaktionen abgesagt wurde. Diese Befürchtungen hatte man in Schorndorf zum Glück nicht, so dass hier nun das einzige Gastspiel des Künstlers stattfinden wird.

Festival international und offen, dabei zugleich lokal verbunden

Schorndorf ist, warum auch immer, ziemlich „bluesig“. Also darf ein Blues-Rock-Konzert nicht fehlen. Es wird am Donnerstagabend bestritten von Armin Sabol und dem Südafrikaner Dan Patlansky mit ihren Bands.

Auf ganz erstaunliche Klangmischungen darf man beim Weltmusik-Teil der Festival-Reihe sein. Am Freitagabend präsentiert der Gitarrist und Oud-Spieler Karim Baggili, Belgier mit jordanisch-jugoslawischen Wurzeln, einen Mix aus arabischem Underground und Flamenco.

Gefolgt von Ulf Wakenius und Paulo Morello, die rhythmisch knisternd Jazz und brasilianische Sounds verschmelzen. International und offen sind diese Gitarrentage, und zugleich lokal verbunden. Letzteres mit den beiden für alle Gitarristinnen und Gitarristen offenen Bühnen bei den Sessions im Jazzclub am Donnerstag- und Freitagabend.

In den Fluren der Manufaktur werden zudem von Mittwoch bis Freitag die beiden Gitarrenbauer Wilm Stötzel (Emmendingen) und Armin Dreier (Schorndorf) ihre auf individuelle Bedürfnisse angefertigten Gitarrenmodelle vorstellen.

Und feierlicher Höhepunkt des Festivals wird traditionell das große Finale am Sonntag als Abschlusskonzert der fast 100 Workshop-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer sein. Es gibt noch ein paar Karten.

Geschlagen, angerissen, gezupft oder sanft gestreichelt: Die Saiten klingen wieder. Nach zweijähriger Zwangspause finden wieder die Schorndorfer Gitarrentage statt. Seit langem einer der Höhepunkte des Veranstaltungsprogramms des Kulturforums. Mit Saiten-Virtuosen aus aller Welt und einem Publikum auch aus den europäischen Nachbarländern. Einmal mehr also internationales Flair mit Workshops und vielen Konzerten an fünf Tagen in den Spielorten der Manufaktur und des Jazzclubs Session

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