Schorndorf

Die Schorndorfer OB-Kandidaten in der Manufaktur: Welchen Stellenwert hat die Kultur?

Manufakturscho
Die Manufaktur in Schorndorf. © Gaby Schneider

Auf welchem Fuß steht die oder der nächste Schorndorfer OB zu Kunst und Kultur? Das Interesse an den Antworten der Bewerber auf diese Frage war groß. Und so viel kann man vorwegnehmen, natürlich sind sie allesamt irgendwie kunstaffin. Der eine trommelt in einer Band (Bernd Hornikel) und vermisste es sehr, während Corona mit seinen Kumpels auftreten zu können. Ein zweiter (Markus Reiners) hat einen Bruder, der spitze Saxofon spielt. Richtig toll fand ein Kandidat (Tobias Schwenk) eine 80er-/90er-Party in der Manufaktur. Andreas Schneider war als Teenie schwer vom 1. Bildhauersymposion beeindruckt. Horst Zwipp hat einst von draußen, weil er nicht reinkam, das legendäre Konzert von Black Sabbath in der Künkelinhalle gehört. Brigitte Aldinger verriet, sie tanze gern, und Dörte Schnitzer erzählte von der Maus „Frederick“, die statt Nüssen Sonnenstrahlen sammelt. Was Manuel Burbott kulturell prägte, wird das Publikum leider nie erfahren, er blieb der Veranstaltung fern.

Was beeindruckt an der Kulturszene?

Die Kultureinrichtungen, so der in der von Bärbel Roenick-Stegmüller (Kulturforum) und Siegfried Dittler (Manufaktur) moderierten Veranstaltung verbreitete Eindruck, müssen sich also keine Sorgen machen, dass in der Chefetage des Rathauses ihre Anliegen künftig kein Gehör mehr finden würden.

Schließlich die Frage, was die Bewerber am meisten an der Schorndorfer Kulturszene beeindruckt. Unisono kam als Antwort: die Vielfalt. Alles gut also. Wer wollte da die Kandidaten mit den gegenwärtigen kulturellen Herausforderungen konfrontieren, die unsere Gesellschaft zu zerreißen drohen? Was Kulturschaffende umtreiben kann – etwa die Gefahren der Digitalisierung für die Künstler – wurde an diesem Abend eher nicht angetippt.

Das vergessene Projekt Stadtbücherei

Aber war da nicht noch was? Aber ja doch: das immer wieder aufgeschobene Bauvorhaben Stadtbücherei, ein interkulturell dialogisches, offenes Medien-Kompetenz-Zentrum. Aber wer wollte da drüber reden? Niemand! Jedenfalls keiner der Kandidaten wollte es von sich aus anfassen. Dieses kontrovers diskutierte Thema der städtischen Kulturpolitik wurde bei dieser Veranstaltung auffällig vermieden. Die fatale Botschaft an Gemeinderat und künftigen OB: muss vielleicht doch nicht sein. Stattdessen Geplauder: Kultur ist Kitt der Gesellschaft, darf auch mal kritisch sein. Kultur ist kein Luxus, hält die Gesellschaft zusammen. Was man halt sagt, wenn man OB werden will.

Auf welchem Fuß steht die oder der nächste Schorndorfer OB zu Kunst und Kultur? Das Interesse an den Antworten der Bewerber auf diese Frage war groß. Und so viel kann man vorwegnehmen, natürlich sind sie allesamt irgendwie kunstaffin. Der eine trommelt in einer Band (Bernd Hornikel) und vermisste es sehr, während Corona mit seinen Kumpels auftreten zu können. Ein zweiter (Markus Reiners) hat einen Bruder, der spitze Saxofon spielt. Richtig toll fand ein Kandidat (Tobias Schwenk) eine

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