Schorndorf

Die SchoWo lebt: So entspannt wurde am Samstagabend in Schorndorf gefeiert

SchowoTreiben
In Lichter getauchtes Bad in der Menge an der beliebten Gastro-Ecke Konstanzer-Hof-Gasse/Höllgasse. © Gaby Schneider

Die SchoWo ist wieder da. Von vielen entbehrt, ist sie ins schönste Sommerkleid gewandet zurückgekehrt. Und beim Bummel am Samstagabend herrschte, wohin man auch kam, eine friedliche Festfreudigkeit, vielleicht auch das Erstaunen über ein wiedergewonnenes SchoWo-Gefühl, das man fast vergessen hatte. Vielleicht sogar bei den Verächtern dieses großen und ja, auch lauten Stadtevents.

Und täuschen wir uns oder war da auch ein neues Flair zu beobachten? Uns wollte scheinen, als ob das manchmal knallige Festgeschehen von einer gelassen genießenden, ja urban geselligen Geläufigkeit abgelöst wurde. Schorndorf, so scheint es, lernt seinen Charme zu schätzen und weltoffen gern miteinander zu teilen. Die SchoWo ist ein Fest für alle Generationen, aber sie scheint sich auch verjüngt zu haben: Wie viele junge Gesichter, junge Familien begegneten einem da auf den vielen auf die gesamte Innenstadt verteilten Veranstaltungsorten.

Der OB zu seinem gelungenen Fassanstich: „Wissen Sie, ich bin auch Schlagzeuger“

Auch OB Bernd Hornikel war unterwegs und wir begleiteten ihn auf dem, sagen wir „Inspektionsgang“ seiner ersten SchoWo. Auf den nachträglichen Glückwunsch zu seinem gelungenen Fassanstich bei der Eröffnung erwiderte er mit trockenem Humor: „Wissen Sie, ich bin halt auch Schlagzeuger.“

Und der neue Mann im Rathaus ist hier nach wenigen Monaten offensichtlich schon gut angekommen. Schon nach wenigen Metern auf seiner Tour kamen ihm die strahlenden Gewinner des SchoWo-Radball-Turniers mit ihrem Pokal entgegen und wollten ein Gruppenbild mit ihm machen. Immer wieder Begegnungen und kleine Gespräche. Entspannt und ohne Gehabe.

Der Archivplatz kurz vor neun ist rappelvoll. Auch auf dem Schulhof gegenüber gibt es reges Kindertreiben an den verschiedenen Spielgeräten. So sieht ein Sommerfest besonders für die Kleinen aus, mit ein bisschen sehr viel Länger-Aufbleiben als sonst, das sich in die Erinnerung der jauchzenden Kids einschreiben wird. Auch dazu sind solche öffentlichen Feste da: Sie verknüpfen Heimat und Kindheit aktuell und dann in der zukünftigen Erinnerung der Kinder zu glücklich erfahrenen Zeit-Räumen. Und das kann man wohl überhaupt nicht hoch genug einschätzen.

Polizei: „Ein paar Sachverhalte, aber nichts, was aus dem Rahmen fällt“

Vorbei an Mitarbeitern von Ordnungsamt und Polizei. Auch hier entspannte Gesichter: „Alles gut, wir sind zufrieden.“ Das gab auch Schorndorfs Polizei-Revierleiter Marc Henninger zu Protokoll: „Wir hatten ein paar Sachverhalte, aber nichts, was aus dem Rahmen fällt.“

Ein weiterer Publikumsmagnet war der Schlosshof, wo das Kulturforum ein fetziges Musikprogramm zusammengestellt hatte. Einen, wie überall zu hören war, wohl berauschenden Auftritt müssen hier am Abend zuvor Calo Rapallo & Band mit ihrem Blues-Konzert gehabt haben. Mit ihrem federnden Hardrock trafen wir Samstagabend auf die allesamt in kurzen Hosen auftretende Band „Holistic Hobos“, die für die coronaverhinderten „Mountain Throne“ eingesprungen sind.

Indes haben sich im Schlosspark einige Kids für die anschließende Schwobarock-Band „Brozzo“ ein wenig aufgewärmt. Ja, es gab hier etliche Grüppchen Jugendlicher, die ihre Getränke nicht an den Ständen kauften, sondern in Tüten selbst mitbrachten. Eine junge Frau freute sich, „dass der Schlosspark wieder offen ist. Unter der Brücke (als Jugendtreff beim Arnoldareal, wie bei der letzten SchoWo, die Red.) war nicht so gut.“

Sämtliche Jugendeinrichtungen im Schlosspark präsent

Damit hier aber nichts anbrennt, wie vor einigen Jahren fast, haben im Park auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sämtlicher städtischen Jugendeinrichtungen vom Hammerschlag bis zur Drogenhilfe Horizont ihren Pavillon aufgeschlagen. „Sinn und Zweck, dass wir von der Jugendarbeit hier sind, ist es, deeskalierend zu wirken“, erklärt Anja Feininger, stellvertretende Fachbereichsleiterin Schulen und Vereine. „Wir hatten bisher nichts, bleiben aber bis zum Schluss.“

Auf dem Weg zurück haben wir eine Gruppe junger Männer gefragt, wie’s ihnen denn auf der SchoWo gefällt. Sie sind allesamt aus Winterbach. Die Stimmung ist heiter. Und „weißnichwie“ intonierte einer schüchtern die inkriminierten Verse von „Layla“. Als wär’s vielleicht doch ein – etwas sehr verdruckstes – Liebeslied. Die anderen prusten. Frauen waren keine dabei. Ein typischer Junggesellenausflug. Gehört ja wohl auch zur SchoWo. Derweil Cassandra & The Boyz vor dem Rathaus mit ihrem seelenvollen Konzert bis spät in die Nacht den Oberen Marktplatz zum fröhlichen Brummen bringen.

Die SchoWo, ein, wie beim Rundgang zu spüren war, Fest für alle, scheint wieder neu beatmet. Sie lebt.

Die SchoWo ist wieder da. Von vielen entbehrt, ist sie ins schönste Sommerkleid gewandet zurückgekehrt. Und beim Bummel am Samstagabend herrschte, wohin man auch kam, eine friedliche Festfreudigkeit, vielleicht auch das Erstaunen über ein wiedergewonnenes SchoWo-Gefühl, das man fast vergessen hatte. Vielleicht sogar bei den Verächtern dieses großen und ja, auch lauten Stadtevents.

Und täuschen wir uns oder war da auch ein neues Flair zu beobachten? Uns wollte scheinen, als ob das

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