Schorndorf

Die Sommerbaustellen in Remshalden

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Bauarbeiten für den Gartenschau-Bürgerpark zwischen Grunbach und Geradstetten. © Schneider/ZVW

Remshalden. In den Sommerferien ruht vieles und wer kann, der bewegt sich in der Hitze so wenig wie möglich außerhalb eines Gewässers – doch in Remshalden wurde und wird in diesen heißen Wochen trotzdem viel auf einigen Baustellen gearbeitet. Bürgerpark für die Remstal-Gartenschau oder Gewerbegebiet Breitwiesen sind zwei Beispiele, aber es gibt noch mehr. Ein unvollständiger Überblick.

Seit ein paar Wochen wird endlich wieder im neuen Remshaldener Gewerbegebiet Breitwiesen gebaggert. Nachdem die Erschließung mit Straßen, Leitungen und Beleuchtung schon seit mehr als einem Jahr abgeschlossen ist, haben nun die ersten beiden neuen Firmen die Maschinen auf ihre neu erworbenen Baugrundstücke anrollen lassen. Direkt neben der Zufahrt ins Gewerbegebiet, die vom neu gebauten Kreisverkehr abgeht, baut die Firma Uetz CNC, die aus Winterbach nach Remshalden zieht. Dort wurde bereits der Oberboden abgetragen. Schon fleißig mit dem Bagger in die Tiefe geht es auf dem mit 12 000 Quadratmetern größten Baugrundstück neben der Firma Schnaithmann (die ihre eigene Erweiterung bereits fertiggestellt hat). Dort baut die Firma PTS Prüftechnik. Auch Riker Wohnbau und Immobilien will dieses Jahr noch den Neubau seiner Firmenzentrale auf dem Eckgrundstück im Südwesten des Gewerbegebiets angehen.

Realschule in Geradstetten

Eingerüstet ist derzeit das Gebäude der Realschule in Geradstetten. Nanu, werden sich vielleicht einige fragen, das wurde doch erst neu gebaut beziehungsweise komplett saniert, was muss denn da schon wieder gemacht werden? Tatsächlich handelt es sich um Nacharbeiten des vor einem Jahr abgeschlossenen Umbaus: Eine der Handwerkerfirmen muss im Rahmen der Gewährleistung Mängel an der Fassade beheben. „Der Außenputz ist in Teilen sehr uneben hergestellt worden“, sagt Bauamtsleiter Dieter Schienmann. Das beeinträchtige zwar nicht die Funktion der Wärmedämmung, sei aber optisch suboptimal. Zudem seien die Aluminiumprofile der Fenster teilweise zerkratzt, auch da müsse die Firma nacharbeiten und diese erneuern. Bis zum Schulbeginn sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, damit der Schulbetrieb davon nicht beeinträchtigt wird.

Schönbühlstraße: Neue Kanäle und Rampe zum Bahnsteig

Eine andere Baustelle, die derzeit ruht, aber bald weitergeht, hat da schon für größere Behinderungen gesorgt. Oberhalb der S-Bahn-Station in Geradstetten in der Schönbühlstraße hat eine Baufirma im Auftrag der Gemeinde die Kanäle erneuert. Die Schönbühlstraße war deswegen in Teilen auch gesperrt. Schon seit dem Frühjahr dauern die Bauarbeiten. Derzeit macht die Baufirma Sommerpause. Die Schönbühlstraße ist deswegen wieder zweispurig befahrbar und auch der Fußweg von der Straße nach unten auf den Bahnsteig in Richtung Schorndorf ist offen.

Ab Ende August soll es laut Information der Gemeinde Remshalden mit den Restarbeiten an den Kanälen weitergehen. Ab September macht die gleiche Baufirma dann im Auftrag der Deutschen Bahn weiter und stellt von der Schönbühlstraße aus eine Rampe her, mit der der südliche Bahnsteig in Richtung Schorndorf barrierefrei erreichbar werden soll. Bis Dezember soll diese laut Bahn fertig sein.

Großbaustelle Ortskern und Garagenpark in der Klingele-Straße

Im Geradstettener Ortskern hat man derzeit das Gefühl, durch eine Großbaustelle zu fahren: Auf engem Raum wird an der Oberen Hauptstraße an drei Projekten gewerkelt, obwohl teilweise die Arbeit derzeit ferienbedingt ruht. Die größte Baustelle ist die Neubebauung des sogenannten Ochsen-Areals, wofür das alte Gebäude abgerissen wurde, um einem Mehrfamilienhaus Platz zu machen. Gegenüber wird ein anderes historisches Gebäude umgebaut und einer neuen Nutzung zugeführt. Und an der Ecke Hauptstraße/Hirschgasse entsteht nach einem Abriss ein neues Wohnhaus.

Viele Remshaldener und S-Bahn-Reisende haben sich in den vergangenen Tagen und Wochen auch gefragt: Was wird eigentlich an den Gleisen entlang der Alfred-Klingele-Straße beim Grunbacher Bahnhof gebaut? Hier entsteht ein Garagenpark eines privaten Anbieters, der das Grundstück von der Bahn gekauft hat. Laut Internetseite des Betreibers sind die Garagen, die teilweise auch für größere Fahrzeuge wie Wohnmobile geeignet sind, voraussichtlich ab 15. Oktober bezugsfertig. Sie sind allerdings bereits alle vermietet.

Gartenschau-Bürgerpark: Gelände wird modelliert

Auf Hochtouren laufen weiterhin die Bauarbeiten für den Bürgerpark zur Remstal- Gartenschau 2019 zwischen Kelter und Weltgarten am Grunbacher Ortsrand Richtung Geradstetten. Das Gelände wird dort modelliert, zum Beispiel für den neu gestalteten und vergrößerten Wasserspielplatz. Weiter oberhalb wurde eine große, ebene Fläche hergestellt und darin laut Bauamtsleiter Dieter Schienmann eine Wildblumenmischung ausgesät. Wann diese aufgeht, hängt vom Wetter ab, denn die Samen brauchen zwingend Wasser dazu.

Kein Maulwurf, kein Wasser

Eine Frage, die viele Remshaldener immer mal wieder beschäftigt hat, seit der Kreisverkehr zur Erschließung des neuen Gewerbegebiets mit seinem nicht gerade zierlichen Erdhügel in der Mitte steht: Wird dieser Hügel irgendwann noch schön gestaltet und wenn ja, wie?

Eine Künstlerin setzte im Juni 2017 in einer Art Guerilla-Aktion einen großen Pappmaché-Maulwurf auf den frisch aufgeworfenen Hügel, der schnell vom Winde verweht wurde, aber dennoch viele Fans fand. Rufe wurden laut, der Maulwurf müsse unbedingt dauerhaft als Kunstwerk auf den Kreiselhügel.

Dazu wird es nun nicht kommen, wie Bauamtsleiter Dieter Schienmann auf Nachfrage sagt. „Die Gemeinde verfolgt das Thema nicht weiter“, sagt er. „Da wurde ein Strich drunter gemacht.“ Man habe ein Angebot eingeholt für die Herstellung eines dauerhaft haltbaren Maulwurfs. Da dies mehrere Tausend Euro gekostet hätte, sei die Gemeinde nicht bereit zu der Investition gewesen.

Bürgermeister Reinhard Molt zeigt sich allerdings durchaus offen: „Wenn jemand einen geeigneten Maulwurf im Rathaus abgibt, dann setzen wir ihn da drauf.“

Maulwurf oder nicht – auf jeden Fall soll die Kreiselmitte bis zum Beginn der Gartenschau im Frühjahr 2019 bepflanzt werden mit Blumen und Stauden. Dazu ist laut Reinhard Molt eine Pflanzaktion mit Bürgen geplant. Eine Blütenmischung sei bereits ausgesät worden, aber wegen der Trockenheit noch nicht aufgegangen, so Dieter Schienmann.

Diese Samenmischungen für die Blühflächen, die alle Gartenschaukommunen an ausgewählten Stellen gesät haben, wurden auch in Remshalden an mehreren Stellen ausgebracht. Aufgegangen sind sie hier jedoch im Gegensatz zu anderen Kommunen, wie zum Beispiel Weinstadt, so gut wie gar nicht. Der Grund: Remshalden hat die eingesäten Flächen nicht gewässert. „Wir hatten mit dem Wässern von anderen Flächen so viel zu tun“, sagt Schienmann. Deswegen habe man aus „Kapazitätsgründen“ die frisch eingesäten Blühstreifen nicht gießen können. „Wir wollen die nicht künstlich wässern“, sagt er. Er gehe jedoch davon aus, dass die Samen noch aufgehen und die Blumen sprießen, sobald es etwas regnet.