Schorndorf

Die Stadt soll sauberer werden

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Die Mitarbeiter der Zentralen Dienste sind ständig im Einsatz, um die Stadt sauber zu halten und sie manuell und maschinell zu reinigen. © Schneider / ZVW

Schorndorf. „Schorndorf“, darauf legt der Erste Bürgermeister Edgar Hemmerich Wert, „ist keine dreckige Stadt.“ Es gibt aber, weiß er auch, „ein paar neuralgische Punkte“. Grund genug für Hemmerich und Stadtwerke-Chef Andreas Seufer wieder einmal mehr Sauberkeit im öffentlichen Bereich anzumahnen. Sie wollen deutlich machen, dass dieses Thema alle in der Stadt angeht.

Laut Hemmerich gibt es einen engen Zusammenhang zwischen Sauberkeit und Sicherheit, genauer: Zwischen Sauberkeit und dem subjektiven Sicherheitsgefühl. Dies zeige sich zum Beispiel an Unterführungen. Vor allem für Frauen werden diese in verdrecktem und vermülltem Zustand noch mehr zu Angsträumen, als sie es zumindest in den Abend- und Nachtstunden ohnehin sind.

Wo bereits Müll ist, kommt schnell weiterer hinzu

Andreas Seufer ist Kaufmännischer Leiter der für die Stadtreinigung zuständigen Zentralen Dienste. An Wochentagen sind sie täglich mit sieben Personen und mehreren Fahrzeugen im Dienste der Sauberkeit unterwegs, an den Wochenenden zu dritt. Sie wissen: Dort, wo schon Müll, ist, kommt schnell weiterer hinzu. Wenn irgendwo eine Mülltüte neben einem Abfallbehälter steht, liegt schnell eine zweite daneben. Von Auswüchsen, wie sie häufig auf Grillplätzen oder im Bahnhofsbereich zu beobachten sind, ganz zu schweigen. Und ein beliebter Müllabladeplatz ist auch der Spielplatz beim „Weißen Lamm“. Dort wurde kürzlich wieder einmal so viel (Sperr-)Müll abgeladen, dass außer den Zentralen Diensten auch die Abfallwirtschaftsgesellschaft des Rems-Murr-Kreises aktiv werden musste.

„Aufwand, das alles in den Griff zu bekommen, wird immer größer“

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wie zahlreich und wie groß die in einer Stadt aufgestellten öffentlichen Müllbehälter sein sollen. „Je weniger Mülleimer es gibt, desto mehr lassen die Leute etwas fallen“, lautet die Einschätzung des Stadtwerke-Chefs. Der Erste Bürgermeister hingegen befürchtet, dass die wilden Müllentsorgungen in der Stadt eher zunehmen, wenn noch mehr und immer größere Müllbehälter aufgestellt werden. Wobei allgemein festzustellen ist, dass Mülleimer zwar voll wirken, weil der Einwurf mit großen Behältnissen wie etwa Pizza-Pappschachteln oder eben auch Mülltüten verstopft ist, es aber eigentlich gar nicht sind. „Der Aufwand, das alles in den Griff zu bekommen, wird immer größer“, sagt Andreas Seufer, der sich fragt, ob das Müllentsorgungskonzept des Kreises noch das richtige ist. Einzelpersonen oder Haushalte können sich zum Beispiel relativ problemlos von der Mülleimerpflicht und damit auch vom Kauf einer entsprechenden Marke befreien lassen. Andererseits funktioniert die Beseitigung von Müll in der Stadt offensichtlich doch so gut, dass bei den Müllsündern ein schlechtes Gewissen erst gar nicht aufkommt. So nach dem Motto: „Irgendwer ist ja immer da, der unseren Dreck wegräumt.“

Bürger sollen helfen

„Wir brauchen den Bürger als weiteren Partner“, lautet der Appell des Ersten Bürgermeisters. Er will, dass es mal wieder ins öffentliche Bewusstsein dringt, dass die Verschmutzung öffentlicher Räume kein Kavaliersdelikt ist – nicht umsonst wird sie anderswo viel strenger geahndet, als das hierzulande der Fall ist. Beim Bürger als Partner denkt Hemmerich einerseits ans jeweils eigene Verhalten und an mehr soziale Kontrolle. Andererseits schweben ihm Patenschaften vor, bei denen sich zum Beispiel eine Elterninitiative um einen Spielplatz kümmert oder ein paar Senioren um eine städtische Grünfläche. Aber auch der gerade im Aufbau befindliche Kommunale Ordnungsdienst (KOD) soll sich verstärkt des Themas „Sauberkeit in der Stadt“ annehmen.