Schorndorf

Diese Auswirkungen hat 2G auf die Schorndorfer Kneipen

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CoronagastroCoco
Angelika Sandbiller-Bauer verzeichnet im Coco deutlich weniger Umsatz als noch vor der Pandemie. © Gaby Schneider
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Engel-Wirtin Astrid Auwärter
Astrid Auwärter vor der Musikbar Engel. © Pöschko-Kopp

Gastronomen haben seit bald zwei Jahren schwer mit der Corona-Pandemie zu kämpfen. Neben langen Schließungen und Umsatzeinbrüchen müssen Gastwirte und ihre Angestellten dafür sorgen, dass die geltenden Hygieneregeln in ihrem Lokal eingehalten werden. Vor allem in Kneipen und Bars ist das eine schwere Aufgabe. Zu allem Übel steht jetzt 2G vor der Tür. Doch welche Auswirkungen hat die Alarmstufe auf diese Lokale?

Seit einer Woche gilt in Baden-Württemberg die Corona-Warnstufe. Nicht geimpfte Personen dürfen seitdem nur noch mit einem PCR-Test in öffentliche Einrichtungen. Nun nähert sich mit großen Schritten die sogenannte Alarmstufe. Ungeimpfte dürfen diese dann gar nicht mehr betreten. Diese tritt in Kraft, wenn der Grenzwert an Covid-Patienten auf Intensivstationen für zwei Werktage in Folge 390 überschreitet. Am Montag waren es laut Landesgesundheitsamt 347, Tendenz steigend.

Die allermeisten Gäste sind vollständig geimpft

Das Inkrafttreten stärkerer Einschränkungen, genauer gesagt von 2G, steht uns also unmittelbar bevor. Auch wenn sich das im ersten Augenblick nach einem erneuten harten Einschnitt für Kneipen anhört, allzu viel ändert sich für die Wirte nicht. Das sagt zumindest die Betreiberin der Café-Bar Coco, Angelika Sandbiller-Bauer. Denn bereits seit vergangener Woche müssen Ungeimpfte den kostspieligen PCR-Test vorzeigen, um bei ihr auf ein Getränk vorbeizuschauen. „Wer bezahlt denn 90 Euro, nur um hier ins Coco zu kommen?“ Immer wieder hat sie mit schimpfenden Gästen zu tun, wenn sie nach den Testnachweisen fragt. Wenig los sei aber schon in der vergangenen Woche gewesen, auch wenn die allermeisten Gäste geimpft seien. Die Betreiberin des Coco vermutet, dass sich einige Leute aufgrund rapide steigender Infektionszahlen nicht mehr unbedingt aus dem Haus trauen. Unter der Woche ist das Lokal bereits ab 21.30 Uhr menschenleer, an Samstagen muss Angelika Sandbiller-Bauer teilweise schon um 22 Uhr schließen. „Das hat sich seit der Zeit vor Corona verändert. Es nervt wie sonst was“, erklärt sie. Einen Ausblick in die Zukunft will sie nicht wagen. Zu unsicher sei die Lage. Bis dahin teilt sie die Meinung eines Gastes: „Ich freue mich, wenn es hier mal wieder rammelvoll ist und ich keinen Platz mehr bekomme.“

„Unter der Woche ist die Stadt wie leer gefegt“

Dass das Geschäft vor allem unter der Woche mau läuft, das kann auch Astrid Auwärter von der Musikbar Engel bestätigen. Unter der Woche sei nicht nur ihre Kneipe, sondern die gesamte Stadt wie leer gefegt. „Man hat das Gefühl, dass alle auf den nächsten Lockdown warten.“ An Wochenenden hingegen sei bislang alles „im grünen Bereich.“

Vor allem viele junge Menschen, oft gerade mal 18 Jahre alt, kommen laut der Betreiberin in den Engel. Die Einführung von 2G würde aus ihrer Sicht allerdings nicht viel ändern. „Die meisten unserer Gäste, auch die jungen, sind geimpft und es kommen ohnehin kaum Leute mit PCR-Test.“ Mitarbeiter Vladimir Bosancic kann sich nur an einen einzigen Gast erinnern, der tatsächlich mit einem PCR-Test in den Engel gekommen ist. „Dass man den Test aber extra für die Kneipe macht, kann ich mir nicht vorstellen“, sagt er. Die Gäste, die nicht geimpft sind, würden ihren Unmut aber langsam an Astrid Auwärter und ihren Mitarbeitern rauslassen. Vielleicht auch, weil am Eingang streng kontrolliert wird. An Wochenenden hat Astrid Auwärter dafür sogar extra einen Türsteher organisiert.

Vladimir Bosancic erzählt, dass das manche Gäste sogar gut finden. Oft habe er zu Ohren bekommen, dass in anderen Lokalen nicht so streng oder teilweise gar nicht kontrolliert werde. Dazu hat er eine klare Meinung: „Das ist einfach schade. Im Lockdown war die Gastronomie untereinander noch solidarisch, doch jetzt wird darauf gepfiffen.“

Sowohl Astrid Auwärter als auch Angelika Sandbiller-Bauer bezeichnen die kommenden Wochen als die „umsatzstärksten des Jahres“. Deshalb hoffen beide, dass in der Vorweihnachtszeit genügend Gäste in ihre Lokale kommen. So wie im Spätsommer zum Beispiel, als die Außenbestuhlung im Engel nicht einmal für alle Gäste gereicht hat. „Wir wurschteln uns halt so durch.“ Eine Prognose für die Zukunft will auch Astrid Auwärter nicht abgeben. Die Pandemie habe ohnehin immer nach ihren Regeln gespielt.

Gastronomen haben seit bald zwei Jahren schwer mit der Corona-Pandemie zu kämpfen. Neben langen Schließungen und Umsatzeinbrüchen müssen Gastwirte und ihre Angestellten dafür sorgen, dass die geltenden Hygieneregeln in ihrem Lokal eingehalten werden. Vor allem in Kneipen und Bars ist das eine schwere Aufgabe. Zu allem Übel steht jetzt 2G vor der Tür. Doch welche Auswirkungen hat die Alarmstufe auf diese Lokale?

Seit einer Woche gilt in Baden-Württemberg die Corona-Warnstufe. Nicht

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