Schorndorf

DRK-Kleiderstube eröffnet

8c3bc534-c6e3-4376-845c-5202e7ff6b02.jpg_0
Freuen sich über den neuen Ladenraum: Anke Siebler (l.), Birgit Kralisch (2.v.l.), Unterstützer und Sprecher von „Schorndorf hilft“ Jürgen Dobler (4.v.r.), DRK-Bereitschaftsleiter Josef Herbert (3.v.r.), EBM Edgar Hemmerich (2.v.r.) und Volksband-Regionaldirektor Holger Wüst (r.). © Schneider / ZVW

Schorndorf. Hell, kundenfreundlich und wirklich übersichtlich ist die neue Kleiderstube des Schorndorfer DRKs geworden. Nach dem Abklingen der Flüchtlingskrise und dem enormen Einsatz in Sachen Einkleidung der Asylsuchenden war es dem Ortsverein wichtig geworden, sich auch den anderen Bedürftigen der Stadt wieder zuzuwenden. Das ist mit dem neuen Lädchen nun gelungen.

Video: Die DRK Kleiderstube Schorndorf ist eröffnet.

In der neuen Kleiderstube gibt’s mehr als nur Kleider in sämtlichen Größen. Auch Haushaltswaren, Spielsachen, Schmuck, Bücher und Taschen sowie Koffer sind hier zu finden. In dem schmucken Lädchen können sich Menschen mit einem wirklich kleinen Geldbeutel wie ein ganz normaler Kunde fühlen. Sie können selbst durch das Angebot schauen, anprobieren und bezahlen. Eine Preisliste liegt aus. Geschenkt gibt es hier zwar nichts. Aber mit Preisen von rund einem Euro für Kleidung und zwei Euro für Jacken und Schuhe sind die angebotenen Gebrauchtwaren durchaus erschwinglich. Geöffnet ist nun freitags von 14 bis 16 Uhr und jeden zweiten Samstag im Monat von 14 bis 16 Uhr.

Umbau seit Oktober

Im Oktober ging die Umbauphase los. Der Raum, der zuvor aus drei kleinen Räumchen bestanden hatte, wurde gelichtet. Sämtliche Wände wurden rausgeschlagen, wollte man doch ein größeres Raumgefühl schaffen. Wie groß das werden würde, hatte zunächst keiner gedacht. Aber plötzlich kam ein großer Teil der abgehängten Decke herunter. „Da hab ich Blut geschwitzt“, gab Josef Herbert, Bereitschaftsleiter des Schorndorfer DRKs, in seiner kleinen Rede im Rahmen der Übergabe der Kleiderkammer zu. Aber die DRKler wären nicht die DRKler, wenn sie nicht aus jeder Situation das Beste herausholen würden. Und so beschlossen sie, die komplette Decke freizulegen. Das Ergebnis ist optimal. „Sonst hätten wir nämlich nicht die Hochregale einbauen können“, berichtete Erster Bürgermeister und DRK-Ortsvereinsvorsitzender Edgar Hemmerich. Also. Ein Schrecken mit gutem Ende. Mit 40 Zentimetern mehr Staufläche nämlich.

Rund 130 Tonnen Kleider in 2015 und 2016 umgeschlagen

Die während der Flüchtlingskrise für tonnenweise Kleider freigeräumte Fahrzeughalle ist inzwischen wieder ihrem eigentlichen Zweck übergeben worden. Allerdings: Dachboden und Keller platzen noch immer aus beinahe allen Nähten. Wenigstens muss der DRK-Ortsverein nicht mehr auf externe Lagerräume ausweichen. Das war in der Hochphase der Kleiderkammer nämlich nötig. Das Schorndorfer Second-Hand-Kaufhaus „Wühli“ hatte hier ausgeholfen. Dazu kam das Müllproblem. Diese zu lösen, hatte mehrere Tausend Euro verschlungen. Schließlich kamen nicht nur gut erhaltene Kleidungsstücke beim DRK an. Da waren auch viele Sachen dabei, die für niemandem mehr zumutbar waren. Insgesamt hat der Ortsverein zuletzt 120 bis 130 Tonnen Kleider umgeschlagen.

49 000 Stunden Arbeit

Eine enorme Zahl, die zu weiteren enormen Zahlen geführt hat. Die Ehrenamtlichen – manche sind sogar nur für einen Tag aus weiter entfernten Gegenden des Landes angereist – haben eine kaum fassbare Anzahl an Arbeitsstunden geleistet: 49 000 Stunden wurden geschuftet beim Abholen von Kleidung, beim Transportieren der Flüchtlinge von der jeweiligen Unterkunft bis zur Kleiderkammer und zurück, beim Sortieren der eingegangenen Spenden, während des Helfens bei den Einkleidungen. Josef Herbert zeigte sich am Freitagnachmittag tief beeindruckt von der Leistungsbereitschaft seiner Truppe. Auf die ist er mächtig stolz. Immerhin hat das erstaunliche Engagement des Schorndorfer DRKs bis über die Landesgrenzen hinweg Anerkennung gefunden.

Kleiderstaub muss nach und nach beseitigt werden

Das hat außer erschöpften Ehrenamtlichen reichlich Kleiderstaub im ganzen Haus hinterlassen. Der muss nun nach und nach beseitigt werden. So manche Renovierungsaktion steht also an. Aber noch mehr: Das Schorndorfer DRK will sich nun – da sich die akute Notsituation rund um die Flüchtlinge beruhigt hat – wieder mehr um alle anderen Bedürftigen kümmern. Dazu kommen die vielen Dienste bei Großveranstaltungen, Erste-Hilfe-Kurse, Seniorennachmittage und Blutspendeaktionen.