Schorndorf

Ehrenamtliche gesucht: Der Kinderschutzbund braucht mehrere Sprachlotsinnen

Schul-Hilfsprogramm
Die neuen Sprachlotsinnen sollen die Kinder mit Migrationshintergrund auch innerhalb der Familie in ihrer Sprachkompetenz unterstützen. © ALEXANDRA PALMIZI

Eins ist leider klar: Kinder mit Migrationshintergrund haben hierzulande heute noch immer schlechtere Bildungschancen als Kinder, deren Muttersprache Deutsch ist. Sie erreichen seltener einen höheren Schulabschluss, noch seltener das Universitätsniveau. Das Einzige, was laut einer Studie des Sozialministeriums hilft, ist die Förderung der Sprachkompetenz. Klar ist, wer schon in jungen Jahren die Schulsprache besser versteht, kann am Ende auch seine Aufgaben leichter lösen.

Diesem Problem will der Kinderschutzbund Schorndorf/Waiblingen nun mit einem neuen Projekt entgegentreten: Sogenannte Sprachlotsinnen, sollen Kinder in der Schule und auch zu Hause beim Lösen der Aufgaben unterstützen sowie Verständnisprobleme ausräumen. In Schorndorf sollen die Schlosswall-, die Künkelin- und die Rainbrunnenschule in den Genuss des Angebotes kommen. Die Ehrenamtlichen betreuen im Unterricht kleine Gruppen von fünf Kindern, deren Zusammensetzung die jeweiligen Lehrkräfte empfehlen.

Förderung ausch Zuhause

Jenes, das am meisten Förderbedarf zeigt, wird zusätzlich zu Hause betreut. Natürlich alles unter der Voraussetzung, dass die Eltern der intensiven Betreuung zugestimmt haben. Ulrike Wohland von der Initiative Kinderreich im Kinderschutzbund weiß, dass viele der Familien mit Migrationshintergrund durchaus offen für solche Hilfen seien. „Viele kennen das Konzept des Ehrenamtes aus ihrem Kulturkreis nicht und nehmen die Angebote dankbar an.“

Das Konzept steht, auch die Begleitung der ehrenamtlichen Sprachlotsinnen ist bereits geklärt. Was nun noch fehlt, sind die Frauen selbst. Gesucht werden entweder deutsche Muttersprachlerinnen oder Personen, die mindestens das Sprachniveau B1 nachweisen können. Wer mitmachen möchte, sollte Offenheit für andere Kulturen mitbringen und tagsüber ausreichend Zeit für das Engagement haben. Pädagogische Kenntnisse sind keine Pflicht, ein Interesse an den Themen Schule und Bildung versteht sich von selbst.

Ausdrücklich weibliche Helferinnen gesucht

Drei Stunden pro Woche sind die Frauen in den Schulen involviert, weitere zwei Stunden kommen in der Familie der zu betreuenden Kinder dazu. Wegen des Besuchs zu Hause, wo meist die Mütter der Familien anzutreffen sind, werden ausdrücklich weibliche Ehrenamtliche gesucht. So werde die Hemmschwelle zur Teilnahme gesenkt, vermutet Wohland. Übrigens: Keine der Helferinnen muss sich ihre Förderideen selbst ausdenken. Dafür gibt’s ausreichend Hilfe und einen kleinen Bildungs-Fahrplan.

Die Sprachlotsinnen bekommen eine Aufwandsentschädigung. Das Projekt wird durch das Ministerium für Soziales und Integration aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg sowie durch den Integrationsfonds der Stadt Schorndorf unterstützt. Wer Interesse hat, kann sich bereits in den Schulferien beim Kinderschutzbund unter der Telefonnummer 01 57/36 98 23 15 (Home-Office) melden. Im Januar möchte Ulrike Wohland sich mit den neuen Ehrenamtlichen austauschen, im Februar steht die Qualifizierung an. Hier geht es um interkulturelle Kompetenzen sowie um Hilfreiches zum Pflegen der Beziehung zur Familie.

Eins ist leider klar: Kinder mit Migrationshintergrund haben hierzulande heute noch immer schlechtere Bildungschancen als Kinder, deren Muttersprache Deutsch ist. Sie erreichen seltener einen höheren Schulabschluss, noch seltener das Universitätsniveau. Das Einzige, was laut einer Studie des Sozialministeriums hilft, ist die Förderung der Sprachkompetenz. Klar ist, wer schon in jungen Jahren die Schulsprache besser versteht, kann am Ende auch seine Aufgaben leichter lösen.

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