Schorndorf

Ein Job im Paradies: Eisverkäufer

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Samantha Seitz verkauft mit einem Lächeln im Gesicht Eiskugel um Eiskugel. © Ramona Adolf
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Im Eiscafé Santa Lucia ist die Sortenauswahl groß. © Habermann / ZVW
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Georg Vlassidis (r.) liebt seinen Job, er ist gerne unter Leuten. © Habermann / ZVW
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Wer einen Sitzplatz gefunden hat, hat gewonnen. © Habermann / ZVW

Schorndorf. Ein Job im Paradies. Georg Vlassidis verkauft im Eiscafé Santa Lucia Glück zum Schlecken. Mit seinen über 30 verschiedenen Sorten lässt er tagtäglich das Herz der Schorndorfer Naschkatzen höher schlagen. Außerdem hat er selbst richtig viel Spaß an dem Beruf. Hinterm Schreibtisch sitzen tagein, tagaus, das wäre nichts für ihn. Aber hier in seinem Café fühlt er sich wohl.

Video: Eisverkäufer Georg in der Eisdiele St.Lucia in Schorndorf.

Einmal Cookies und Minze in der Waffel bitte! So der Auftrag. Weg mit dem Reporterkugelschreiber und ran an den Eisportionierer. Der steht in einem Behälter, der stets von Frischwasser durchlaufen wird. Schön zusammenzwicken, damit das Metall gleich locker durch das Eis flutscht. Und ran an die Kübel voll schmackhaften Eises. Immer von oben nach unten, damit jeder Kunde auch was von der leckeren Garnitur mitbekommt, das aber nur am hinteren Ende des Topfes, damit es vorne hübsch aussieht. Das, wer hätte es gedacht, braucht reichlich Kraft aus den Oberarmen, schließlich ist das gefrorene Eis keinesfalls so weich wie Butter.

Sauberkeit ist das A und O: Ums Eis herum blitzt und blinkt es

Jeder Handgriff wird beobachtet. Vom eishungrigen Kunden, der schleckt sich schon die Lippen, hält seine zwei Euro fest in der Hand. Ja nicht zu wenig draufpacken auf die Waffel, sagt sein Blick. Dann noch die gefüllte Eiswaffel heil über die Theke jonglieren und alle sind glücklich. Hinterher muss der Portionierer wieder gesäubert werden, eventuell vertropftes Eis weggewischt werden. Bei den Profikräften sehen diese Abläufe beinahe wie ein Tanz aus. Bei der Redakteurin im Eispraktikum ist’s eher ein Eiertanz.

Hygiene ist wichtig im Eis-Business, erklärt Vlassidis. „Unser Eis wird ja nicht wie eine Pizza erhitzt, wobei eventuelle Keime bestens abgetötet würden.“ Drum nimmt der Chef oft und regelmäßig Proben von seinen Arbeitsgeräten und den Eiskübeln. So könnte er im Falle eines Falles reagieren. Allerdings: Nötig war das bisher nicht. Alles tipptopp im Café. Schließlich steht Sauberkeit an erster Stelle. Abgesehen davon macht eine ordentliche Eisablage auch was her. Wenn das Chrom um die süße Schleckerei herum glänzt, macht das Aussuchen der Sorten gleich viel mehr Spaß.

Seit rund vier Jahren führt Vlassidis nun die Eisdiele. Täglich wird hier selber Eis gemacht. Da gibt es Zitrone-Basilikum, Bacio mit viel Nussnougat und Joghurt-Granatapfel – für jeden Geschmack ist etwas zu finden. Sogar veganes Schokoeis hat der Chef im Angebot. Immerhin haben viele Kunden eine Laktoseintoleranz oder verzichten aus moralischen Gründen auf tierische Produkte. So müssen diese Eisfreunde nicht auf Schokoladiges verzichten. Die Fruchteissorten können sie außerdem auf ihre Waffel packen lassen. „Wir wollen unsere Kunden glücklich machen, also denken wir uns immer etwas Neues aus. 35 Sorten sind stets in der Auslage. Aber Vlassidis hat die Kapazität, rund 90 verschiedene Sorten herzustellen.

Die Basis ist bei den Milcheisen immer die gleiche: Zucker, Milch, Sahne, Guakernmehl. Was danach kommt, ist den Einfällen des Chefs überlassen. Was er am liebsten isst? „Ich bin ein Fruchtiger“, verrät er. Mango und Maracuja sind ihm ab liebsten. Welche Sorte am besten läuft? Das könne man so nicht sagen. Ob fruchtig oder milchig, die Schorndorfer schlecken an heißen Tagen, was das Zeug hält. Aber klar: Vanille und Schoko – diese beiden Sorten liegen immer weit vorne. Meist werden sie in der Waffel bestellt – wenn schon Genuss dann ordentlich, sagen sich wohl die meisten. Ebenfalls ein Renner: Spaghettieis mit Erdbeersoße. Mehr als hundert verschiedene Bechervariationen haben die Verkäuferinnen und Verkäufer auf dem Kasten.

Manche von ihnen arbeiten schon seit Jahren hier, andere jobben nur zwischen den verschiedenen Stationen ihres Ausbildungslebens. Wer glaubt, dass es hinter der Eistheke schön kühl ist, ist falsch gewickelt. Richtig warm wird es hinter der süß-bunten Auslage, schließlich wird beim Kühlen des Eises Wärme erzeugt. Trotzdem haben alle Spaß an dem Sommerjob. Aber klar: Wer auf sein Eis wartet, wird von Vorfreude gebeutelt, wer es in Händen hält, schleckt glücklich vor sich hin.

Eiswetter

Bestes Eiswetter ist nicht bei strahlendem Sonnenschein mit Hitze, weiß der Chef. 28 Grad und ein leicht bedeckter Himmel sind dem Geschäft zuträglicher. Da setze man sich auch mal ins Eiscafé.

Abgesehen davon ist die Stammkundschaft treu ohne Ende, berichtet Vlassidis. Sicher 80 Prozent seiner Kunden kommen immer wieder. Da bleibt auch immer Zeit für einen kleinen Plausch am Rande.