Schorndorf

Ein Koch zum Mieten

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Mietkoch
In der eigenen Küche gibt’s für den Sohnemann aber auch Bodenständiges: Pfannkuchen zu Mittag zum Beispiel. © Palmizi / ZVW
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Markus Letscher bei einem Mieteinsatz auf einem Weihnachtsmarkt. © Letscher
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Na, Hunger? Lachs im Röstimantel mit Ratatouille. © Letscher

Schorndorf. Markus Letscher hat sich unter die Existenzgründer gemischt – dies mit einer außergewöhnlichen Idee. Man kann den 30-Jährigen mieten. Zum Kochen. Wer eine Feier auszurichten hat, aber weder selbst kochen möchte, noch ein Restaurant mieten mag, ist bei ihm richtig. Aber auch Betriebe können den gelernten Koch buchen. Schließlich gibt’s in der Gastronomie quasi immer Personalengpässe.

Video: Markus Letscher, Mietkoch aus Schorndorf, stellt sich vor.

Bisher ist das kleine Unternehmen „Markus feine Küche“ auch schon ganz anständig angelaufen. Seit Oktober hat Markus Letscher sich selbstständig gemacht. Inzwischen kann er schon einige Engagements verbuchen. Weihnachten zum Beispiel half der alleinerziehende Vater eines siebenjährigen Jungen bei einem Gasthaus in der Fränkischen Schweiz aus. Den Inhaber desselben hatte er bei den Dreharbeiten zur RTL2-Sendung „Wirt sucht Liebe“ kennengelernt. Die Liebe hat der Schorndorfer auf diese Weise nicht gefunden. Dafür eben interessante Kontakte für seine berufliche Neuorientierung. Das ist schließlich auch was wert.

Große Idee, aus der Not geboren

Wie ein junger 30-jähriger Koch dazu kommt, sich mit einer Mietkoch-Idee selbstständig zu machen? Ein wenig aus der Not geboren war die Sache schon, berichtet er. Immer schwieriger wurde es für den alleinerziehenden Vater, die Arbeitszeiten als fester Koch in einem Restaurant mit den Bedürfnissen seines Sohnes abzustimmen. Speziell die häufigen Arbeitseinsätze am Wochenende machten es dem Vater-Sohn-Gespann schwer. Und so blieb Markus Letscher nichts weiter übrig, als seinen Job an den Nagel zu hängen und sich um seinen Spross zu kümmern, der zu dieser Zeit wirklich alle Aufmerksamkeit benötigte. Abgesehen davon liebt Letscher die Abwechslung, die er auf diese Weise hat. Schließlich ist er nun an keine starren Speisekarten gebunden, sondern kann sich kreativ austoben und individuelle Kundenwünsche erfüllen.

Video: Auf seinem YouTube-Channel zeigt Markus Letscher, wie man Rindersalat macht.

Nebenher verband er sein Können mit seiner Leidenschaft. Das Mittelalter fasziniert den Schorndorfer ungemein, weshalb er auf etlichen Märkten als Wikinger unterwegs ist. Dies aber nicht nur zum Spaß. Inzwischen ist er auf rund zwölf solcher Feste als interner Versorger für die Standbetreiber eingestellt. Er kocht auf einer mittelalterlichen Kochstelle – allerdings Speisen, die heutigen Gaumen auch munden. Immerhin haben die Köche der vergangenen Tage andere Maximen verfolgt. Wo’s heute bissig und knackig sein soll, habe man früher die Nahrungsmittel bis zum Gehtnichtmehr verkocht. Ungewürzte Breie waren damit an der Tagesordnung. Nur die Reichen würzten, um zu zeigen, wie vermögend sie waren. Allerdings wurde dabei wohl häufig viel zu tief in den Salztopf gegriffen. Alles in allem kein Spaß für moderne Geschmacksnerven. Und so kocht Letscher auf mittelalterlichem Feuer, was heute mundet: Schweinebraten mit Knödeln zum Beispiel.

Und dann veranstaltet Letscher noch zu Hause Kochpartys, in denen er für einen kleinen Kreis von Hungrigen seine Kochkünste unter Beweis stellt. Diese reisten, so berichtet der passionierte Koch, zum Teil bis aus etlichen Hundert Kilometern Entfernung an – und das immer wieder.

Markus feine Küche

Wer mehr über den Schorndorfer erfahren will, kann bei Facebook, Instagram oder Youtube nach ihm suchen. An all jenen digitalen Orten ist er unter „Markus feine Küche" zu finden.

Auf Youtube erklärt der 30-Jährige außerdem, wie man echte schwäbische Spätzle kocht, wie man eine Gans anständig brät und wie die Soße zum Braten gelingt.